Passagierschifffahrt                                                             

                                        

 

                                                                                                 

       Am ersten Bild wartet "Johann Strauss" am Abfahrtsponton der Wiener Reichsbrücke. Das zweite Bild zeigt "Theodor Körner" in der Ybbser Schleuse", genauso wie "Schönbrunn" am letzten Bild (alles Sammlung Raffy)

 

                                                                                   

 

         Schwierige Saison 1981 für weiße Flotte  ( "Donau- Kurier" Dezember 1981)

Die Personenschifffahrtssaison 1981 zwischen 16. April und 26. Oktober brachte leider nicht den erwarteten Erfolg, obwohl aufgrund der Voranmeldungen und der ausgebuchten Sonderfahrttermine mit Zuwachsraten gerechnet werden durfte. Der in den letzten Jahren zu verzeichnende positive Trend war zwar weiterhin spürbar, wurde aber durch die Maschinenhavarien von MFS "Stadt Passau" und MFS "Theodor Körner", die zusammen 90 Reparaturtage aufzuweisen hatten, unterbrochen, so dass in weiterer Folge insgesamt 60 Tage hindurch der fahrplanmäßige Linienverkehr Linz - Passau - Linz ausgefallen ist. Wir waren ferner gezwungen, die zweite Schwarz - Meer - Reise, die für 25. Juli bis 8. August ausgeschrieben und ausverkauft war, abzusagen. Um das Maß voll zu machen, verursachte Hochwasser eine weitere Betriebeinstellung für die Zeit vom 20. - 27. Juli. In den vergangenen 30 Jahren seit der Wiederaufnahme des internationalen Linienverkehrs waren in keinem Betriebsjahr nur annähernd ähnlich schwierige Situationen zu meistern. Wie die Statistik zeigt, sank die Beförderungsleistung gegenüber dem Vorjahr um 49.612 Fahrgäste (etwa 9 %), trotzdem blieb die Tendenz von 1975 bis 1981 um etwa 30 % steigend.

1975 367,662    
1976 375.271 +7.609 + 2%
1977 400.042 +24.771 + 7 %
1978 496.280 +69.238 +17 %
1979 513.367 +44.087 +9 %
1980 527.502 +14.135 +3%
1981 477.890 -49.612 -9%

Für Donaureisen ist also nach wie vor starkes Interesse vorhanden, was auch daraus ersichtlich wird, dass sofort nach Wiederaufnahme des vorübergehend still gelegten Verkehr auf der oberösterreichischen Strecke die Passagierfrequenzen rapid anstiegen. Die Beförderungsleistungen der letzten drei Jahre verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Verkehrsabschnitte:

  1979 1980 1981 Vergleich 80 zu 81
Wien- Passau- Wien 202.574 213.436 171.200 - 42.236
Passau - Linz - Passau 37.353 38.838 37.236 - 1.602
Melk - Krems - Melk 124.537 140.252 128.939 - 11.313
Rundfahrten in Wien 78.166 78.972 77.590 - 1.382
Südostfahrten 1.085 1.701 1.372 - 329
Sonderfahrten 69.652 54.303 61.553 + 7.250
  513.357 527.502 477.890 - 49.612

Das zusätzliche Aufkommen an Sonderfahrten geht in erster Linie auf die beiden Wiener Rundfahrtenschiffe MFS "Vindobona" und DB "Maria" zurück. Besonders die Frühschoppen - und Abendfahrten haben um etwa 30 % zugenommen. Bester Beweis dafür, dass die "Vindobona" im Wiener Veranstaltungskalander einen festen Platz einnimmt. Den Höhepunkt auf dem Sektor Sonderfahrten bildete die 12. Kreuzfahrt der "Stanford University vom 4. bis 28. Oktober. Die Reise ging diesmal nach Sulina und war ein schöner Erfolg für die DDSG. Umso mehr als sich die immerhin schon seit 17 Jahren im Einsatz stehende "Theodor Körner" gegen starke ausländische Konkurrenz behaupten konnte. Wenn auch der Komfort neuzeitlicher Kabinenschiffe nicht zur Gänze geboten werden kann, so fühlen sich die des Reisens in internationalem Rahmen gewohnten Passagiere auf dem österreichischen Schiff - ihren Angaben zufolge - wie zu Hause. Die Gäste werden von dem erstklassig geführten Restaurant und einem aufmerksamen und entgegenkommenden Personal bestens umsorgt. Die besondere Leistungsfähigkeit der "Theodor Körner" gerade auf diesem Sektor hat sich auf dem internationalen Markt herumgesprochen, so dass weitere Charterfahrten zum Abschluss gelangen werden.

                                                

                 Das Flaggschiff "Theodor Körner" und das letzte Dampfschiff der DDSG "Schönbrunn" gelten noch immer als die beiden größten Quotenbringer der Gesellschaft. Beide bei der Abfahrt im planmäßigen Linienverkehr vor dem Wiener Direktionsgebäude.

Obwohl alle Donauschifffahrtsgesellschaften durch das Hochwasser Rückschläge im Passagieraufkommen in Kauf nehmen mussten, konnten im Hafen Wien, an der DDSG - Anlegestelle, mehr als 200.000 Fahrgäste gezählt werden. Was nicht zuletzt dokumentiert, dass das neue Schifffahrtszentrum Wien vom Publikum voll akzeptiert wurde, obwohl in der Anfangphase im Detail kleinere Schwierigkeiten mit der "Findbarkeit" des neuen Gebäudes auftraten. Diese Probleme werden in den Wintermonaten durch eine großzügige Beschilderung gelöst werden. Auch in der neuen Passagierhalle selbst werden aufgrund der gemachten Erfahrungen Verbesserungen vorgenommen werden. Im einzelnen verteilt sich das Passagieraufkommen an der Wiener Reichsbrücke wie folgt auf die einzelnen Donaureedereien. Wobei zu beachten ist, dass der Tragflügelverkehr nach Bratislava und die Dreiländerfahrten in Zusammenarbeit mit der DDSG abgewickelt werde.

  Fahrgäste
Tschechoslowakische Linie CSPD  
Tragflügelbootverkehr 25.304
Ungarische Linie MAHART  
Tragflügelbootverkehr 24.517
SZOT Schiffe 8.731
Dreiländerfahrten "Tancsics" 29.648
Rumänische Linie NAVROM 4.733
Bulgarische Linie BRP 8.841
Sowjetische Linie SDP 28.310
  130.084
DDSG - Schiffe 72.698

Insgesamt haben 202.782 Personen die DDSG- Station Wien - Schifffahrtszentrum benützt. Eine beträchtliche Anzahl, wenn man bedenkt, dass dieses Passagieraufkommen nur saisonal anfällt. Am 9. August 1981 wurde das erste Hafenkonzert mit dem ORF vom DDSG- Schifffahrtszentrum ausgestrahlt.

Auch an höchster Stelle erfreut sich die weiße Flotte größter Beliebtheit. So lud der Bundespräsident am 13. Oktober 1981 70 sehbehinderte Jugendliche aus dem Blindeninstitut Graz samt 20 Begleitpersonen zu einer Sonderfahrt mit MFS "Vindobona" ein, und sprach der Gesellschaft für die gute Organisation schriftlich seinen Dank aus. Die DDSG ist in solchen Fällen besonders erfreut, ihrem Charakter als Dienstleistungsunternehmer für alle Österreicher gerecht werden zu können.

 

 

                 Saison 1982 - 30 Jahre weiße Schifffahrt  ( "Donau- Kurier" April 1982).

                                                                              

Die diesjährige Saison steht im Zeichen der 30. Wiederkehr der Aufnahme der Personenschifffahrt im Streckenbereich Passau - Linz- Wien. Als am 12. Juli 1952 die beiden Fahrgastschiffe "Johann Strauß" und "Stadt Wien" trotz der damals noch vorhandenen Demarkationslinie bei Au/Mauthausen die Fahrt von Linz nach Wien unternahm, war dies der Neubeginn der internationalen Personenschifffahrt auf der österr. Donau nach dem II. Weltkrieg. Nur mehr wenige von unseren aktiven Kollegen und Kolleginnen werden sich an diesen Tag erinnern, oder haben sogar die Erstlingsfahrt an Bord eines dieser beiden Schiffe mitgemacht. Es war eine spektakuläre Aktion, die den Aufbauwillen der DDSG und den Glauben an die zukünftige Entwicklung der Donauschifffahrt in einer Weise zum Ausdruck brachte, die im In- und Ausland größte Anerkennung fand. Mit diesem ersten Schritt einer Verkehrsausdehnung in dem noch geteilten Österreich wurde eine echte Pioniertat gesetzt. Was sich an den einzelnen Stationen abspielte, welch herrlicher Empfang den DDSG - Schiffen durch den einzelnen Donaugemeinden bereitet wurde, glich einem Volksfest. Endlich war es wieder so weit, dass die weißen Schiffe über das blaue Band der Donau Oberösterreich mit Niederösterreich und Wien verbanden - und dies drei Jahre vor dem Staatsvertrag ! Wenn wir heuer am 12. Juli gelegentlich der Talfahrt mit MFS "Stadt Wien" diesem Ereignis gedenken, so dürfen wir zu Recht stolz darauf sein, in all den Jahren mitgeholfen zu haben, die Bemühungen um den österr. Fremdenverkehr zu unterstützen. Unsere Leistungen können nicht zuletzt auch daran beurteilt werden, dass wir während einer relativ kurzen Saison von Mitte April bis Mitte Oktober jeweils rund 500.000 Fahrgäste zählen, die sich unseren Schiffen anvertrauen.

Millionen Menschen haben so die Schönheiten des österr. Donautals an Bord unserer weißen Schiffe kennen gelernt. Obwohl die Strecke Passau - Linz - Wien wegen des Ausbaus der Donau zur Kraftwasserstraße nicht mehr in einem Tag zurückgelegt werden kann, ist die Fahrt mit einem Donauschiff noch immer eine Attraktion und nimmt im österreichischen Fremdenverkehrsangebot eine besondere Stellung ein. Trotz gewisser Schwierigkeiten, die sich auf dem Sektor der Personenschifffahrt durch Kapitalmangel ergaben, konnte für die kassierten Dampfschiffe "Budapest", "Franz Schubert", "Hebe", "Johann Strauß" und "Linz" zumindest teilweise Ersatz in Form von modernen Einheiten geschaffen werden. Nach den 3 Donaubussen wurden MFS "Theodor Körner", MFS "Austria", MFS "Wachau" und schließlich anlässlich der 150- Jahrfeier MFS "Vindobona" in Dienst gestellt. Trotz beachtlicher Reduktion des Platzangebots der Flotte konnten in den letzten Jahren beachtliche Zuwachsraten erzielt werden, was einen gewissen Trend zu Schiffsreisen bestätigt.

                                                                                   

                Links die Kommandobrücke der "Schönbrunn". Im Hintergrund Schloss Persenbeug mit der unterseitigen Schleuseneinfahrt des Donaukraftwerkes Ybbs - Persenbeug. Rechts die "Stadt Passau" in der Wachau.

Dem Programm für 1982 entnehmen wir, dass vom 2. Mai bis 26. September die 4 Schiffe "Stadt Passau", "Stadt Wien", "Schönbrunn" und "Theodor Körner" im gebrochenen Linienverkehr Passau - Linz - Wien Verwendung finden werden. Außerdem wird die "Theodor Körner" bereits zu Ostern die schon traditionelle Fahrt Wien- Budapest - Wien durchführen, während der Hauptsaison im Juli und August je eine Fahrt bis zum Schwarzen Meer. Im Lokalverkehr Passau - Linz kommt das Motorschiff "Austria" zum Einsatz, in der Wachau die "Wachau" vom 8. April bis zum 17. Oktober. Für die Rundfahrten in Wien stehen die beiden Schiffe "Vindobona" und "Maria" ab Ostern ihren Gästen zur Verfügung. Das Rundfahrtenprogramm ist reichhaltig gestaltet. So finden ab 3. Juni bis Anfang September die beliebten Abendfahrten an Bord der "Vindobona" statt. Diese dreistündigen Rundfahrten werden von Jahr zu Jahr beliebter und haben sich im Wiener Unterhaltungsangebot bereits einen festen Platz erobern können.

Neben den Tagesausflügen mit den Tragflügelbooten Wien - Bratislava - Wien verkehrt noch das "Dreiländerschiff", MS "Tancsics", welches sich durch die bekannt gute und preiswerte Küche einen großen Beliebtheitsgrad erworben hat. Auch die Zollfreiwaren, die im "kleinen Grenzverkehr" mitgenommen werden dürfen, sind ein Anreiz, diesen Tagesausflug zu unternehmen. Natürlich bestehen nach wie vor die kombinierten Fahrausweise, die die ÖBB gemeinsam mit der DDSG aufgelegt haben, um lohnende Ausflugfahrten unternehmen zu können.

Das zweite Ereignis der heurigen Personenschifffahrtssaison ist der Geburtstag des Traditionsschiffs DFS "Schönbrunn". Die "stolze alte Dame" hat den 70- ziger erreicht. Wir hoffen, dass das letzte Dampfschiff unserer Gesellschaft und einer der letzten Seitenraddampfer Europas noch viele Jahre im Dienst des österr. Fremdenverkehrs eingesetzt werden kann. 

 

 

           Weiße Schifffahrt - Rekordsaison 1982 ("Donau - Kurier" Dezember 1982)

Die unter dem Motto "30 Jahre weiße Schifffahrt" eingeleitete Saison 1982 übertraf alle Erwartungen. Und das, obwohl ein Betriebausfall von insgesamt 21 Tagen aufgrund mechanischer Defekte in Kauf genommen werden musste. Mit 563.957 Fahrgästen wurde ungeachtet der doch deutlich geschrumpften Flottenkapazität das beste Beförderungsergebnis seit 25 Jahren erzielt. Die gegenüber 1981 zu verzeichnende Frequenzsteigerung um 21,48 % zeigt eindeutig, dass der Einbruch 1981 eindeutig auf das Hochwasser und den zusammen 90 Tage erreichenden Ausfall der Schiffe "Theodor Körner" und "Stadt Passau" zurückzuführen war, nicht aber auf schwindende Beliebtheit der weißen Flotte.

Bei den einzelnen Stationen dominiert nach wie vor Melk mit zusammen 174.396 Fahrgästen, vor Krems 148.619, Dürnstein 95.801, gefolgt von Linz, Wien und Passau. Des Mottos der Saison wurde im Zug der fahrplanmäßigen Linienfahrt Linz - Wien am 12. Juli 1982 gedacht. Wie vor 30 Jahren war MFS "Stadt Wien" für diese Reise vorgesehen. Obwohl angesichts des begrenzten Schiffpark keine Sonderfahrt veranstaltet werden konnte, wurde die Fahrt zu einem echten Volksfest. Unter den geladenen Gästen nahm Altlandeshauptmann Dr. GLEISSNER den Ehrenplatz ein, welcher gemeinsam mit seinem amtierenden Nachfolger Dr. RATZENBÖCK bis N.Ö. an Bord weilte. Durch die Wachau geleitete Landeshauptmann LUDWIG das Schiff. Auch der seinerzeitige Kommandant der "Stadt Wien", Kpt. Josef RUF, war abermals zugegen. In der Station Melk überreichte LUDWIG den Vorstandsmitgliedern der DDSG in Würdigung der Verdienste der Gesellschaft um den niederösterr. Fremdenverkehr einen Pokal. Den Empfang in Wien besorgte in Vertretung des Bürgermeister Stadtrat HATZL.

                                                              

                                            "Stadt Wien" im Zug der Jubiläumsfahrt am 12. Juli 1982

 

 

                    Personenschifffahrt ( aus dem letzten "Donau- Kurier" Dezember 1984)

                                                                      

Im Passagieraufkommen konnte die halbe Million an beförderten Fahrgästen abermals überschritten werden, obwohl gegenüber der vorjährigen Saison ein Rückgang um 27.826 Passagiere (-4,9 %) zu verzeichnen ist. Dafür war im wesentlichen die 1983 erstmals eingeführte Vorsaison (1.5. - 27.6.) mit geringerem Verkehrsangebot verantwortlich. Durch verkaufspolitische Maßnahmen konnte das Interesse an den Bergfahrten gesteigert werden. Die Gruppenanmeldungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr abermals um etwa 10%.Wobei an besonders schönen Sommertagen in der Talfahrt wegen zu starkem Zuspruch Reisegesellschaften, infolge Fehlens von Reserveeinheiten, nicht mehr mitgenommen werden konnten.

Einen schönen Erfolg konnte unser Flaggschiff "Theodor Körner" verbuchen. Das Schiff war vom 1. April - bis auf wenige Stehtage - bis 19. Oktober kontinuierlich eingesetzt. 17 Charterreisen, davon eine nach Giurgiu und eine nach Turn Severin, sowie 2 fahrplanmäßige Reisen, eine zum Schwarzen Meer, wurden durchgeführt. Die Rundfahrten in Wien, besonders mit MFS "Vindobona" entwickelten sich zufrieden stellend.

Im Hafen Wien sind insgesamt 211.629 Fahrgäste, sowohl die DDSG als auch Fremdschifffahrten betreffend, ein - bzw. ausgestiegen. Was den Lokalverkehr betrifft, so ist nach wie vor die Wachau am stärksten gefragt. Trotz der großen Konkurrenz, die uns die Firma WURM & KÖCK beschert, hat sich das Lokalschiff "Austria" im Streckenbereich Passau - Linz bestens behaupten können. Die uns zur Verfügung gestandenen Termine für Sonderfahrten wurden restlos verkauft, wobei die Oldtimerfahrten mit dem Dampfer "Schönbrunn" das DDSG - Angebot besonders bereicherten. Die Dreiländerfahrten mit MFS "Tancsics" waren infolge des Schlechtwetters besonders während der Monate Mai und Juni schwächer besucht. Erst Ende August war eine merkliche Frequenzverbesserung festzustellen.

Der Tragflügelbootverkehr Wien - Budapest - Wien ist klaglos verlaufen. Infolge des Ausfall der Einheiten "Siraly I" und "Siraly II" standen den MAHART weniger Boote zur Verfügung, was sich natürlich negativ auf die Charterfahrten auswirkte. Die im Zusammenarbeit CEDOK - CSPD - DDSG  gestaltete Linie Bratislava - Wien hatte unter den neuen Maßnahmen hinsichtlich der Visaerteilung schwer zu leiden. Es war heuer nur ein Drittel des Passagieraufkommen der vergangenen Jahre zu verzeichnen. Unsere Maßnahmen, wonach infolge der Visaerschwernisse nicht mehr die DDSG sondern CEDOK für diese Buchungen verantwortlich zeichnete, hatten sich als richtig erwiesen. Vom Ergebnis der bevorstehenden Verhandlungen wird es abhängen, inwieweit für 1985 Erleichterungen erwartet wrden dürfen.

 

                                        

    Links MFS "Stadt Passau" auf einer ihrer letzten Fahrten im planmäßigem Linienverkehr. Wurde am 29.09.1955 an Hans DORN in Passau - Schärding übergeben, der das Schiff von DDSG - Donaureisen gekauft hatte. Rechts DFS "Budapest bei Aufschleusung in der Schleuse Ybbs - Mitterkirchen im Linienverkehr zwischen Wien und Linz unterwegs. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1961.

                                                                           

 Das linke Bild zeigt das Ausflugsschiff "Wachau" in der Wachau talfahrend nach Schloss Schönbühel. Am rechten Bild ist das einstige Flaggschiff "Theodor Körner" in Passau zu sehen. (Sammlung Brandenburg)

                                                           

 Schiffsbegegnung in der Wachau: MFS "Stadt Passau" passiert talfahrend bei Schönbühel den bergwärts fahrenden Dampfer "Schönbrunn".

 

                                                            

                                                                        Fahrplan 1956

 

                                                               

                                                                                Fahrplan 1958

 

                                                        

                                                                                Fahrplan 1962

 

                                                             

                                                                

                                                                   Fahrplan 1970 mit "Theodor Körner"

                                                                

                                                                 Fahrplan 1971 wieder mit "Theodor Körner 

                                                                    

                                                                 Fahrplan 1973. Es gibt nur ein Schiff und das heißt "Theodor Körner"

                                                              

                                                                  Fahrplan 1974, am Titelbild noch immer .....

                                                                 

                                                                  Preisfrage: Welches Schiff ziert den Fahrplan 1975 ?

 

                                                      

                                                            

 

                                                             

 

                                                    

                                                             

 

                                                       

                                                     

                                             

 

                                                         

                                                    Werbung  in den Jahren 1960 - 1970

 

                                                 

                                                                   Weitere Fahrplanansichten vergangener Jahre

                                            

                                                            

                                                   Fahrplan 1988 mit dem neuen Luftkissenboot "Donaupfeil"

 

                                                           

        1985 wollte die DDSG einen Schnellverkehr zwischen Wien und Budapest einrichten. Dazu hatte man das Luftkissenboot "Donaupfeil", das von der Schiffswerft "Vospers Hoovermarine", Southampton gebaut worden war, erworben. "Donaupfeil" hatte zwei Hauptmaschinen GM Zweitaktdiesel 490 PS im Heck, und einen 270 PS starken Luftmotor für die Erzeugung des Luftkissen im Bug. Das Boot musste per Tieflader auf der Straße nach Kelheim gebracht werden. Da das Boot aber sehr störungsanfällig war, gab man diesen Schnellverkehr bald wieder auf. Der letzte Kapitän des "Donaupfeil" war der spätere Schulschiffkapitän Hubert G. Die Bilder, aus der Sammlung Feher, zeigen das Luftkissenboot in der Linzer Schiffswerft und in Fahrt.

                                                                   

                                Einmal muss es vorbei sein. Die letzte Fahrt, dokumentiert auf einer Postkarte

                                              

 

                                      Der Wiener Donaukanal   ( Aus den Unterlagen der Schiffsjungenschule in den 1960- ziger Jahren)

Der Kanal zweigt in Nußdorf vom Hauptstrom ab und durchfließt einen Teil des Wiener Stadtgebietes. Bei Albern erreicht er nach 17 km wieder die Donau. Der Kanal darf nur mit besonderer Bewilligung der Schifffahrtsbehörde befahren werden. Es bestehen gesonderte Sch. B. V. ( Territorialgewässer). Der Donaukanal wurde seinerzeit durch Passagierschiffe stark befahren und umfangreicher Frachtverkehr auf den verschiedenen Schiffsländen abgewickelt (Holzflöße). Ursprünglich war der Kanal in Nußdorf absperrbar und zwar durch ein besonders konstruiertes Sperrschiff. Dessen Erfinder nahm sich aber aus Zweifel an der Funktionierung noch vor Inbetriebnahme das Leben. Das Sperrschiff wurde nach dem I. Weltkrieg entfernt und durch ein vorher errichtetes Brückenwehr ersetzt. Das Wehr dienst auch heute noch zur Regulierung des Wasserstandes im Donaukanal (Abwasserkanäle). Das Wehr wird bei Wasserständen von Pegel Reichsbrücke 350 steigend, geschlossen. Der Schiffsverkehr erfolgt sodann durch die Schleusenanlage. Unterhalb der Mündung des Kanals in die Donau befindet sich der "Friedhof der Namenlosen". Diese letzte Ruhestätte wurde für die unbekannten Opfer der Donau angelegt, die infolge der dort herrschenden Wechselströmung an Land gespült wurden.

Donaukanal - Brücken

1. Wehr Brücke            2. Stadtbahn- Brücke            3. Heiligenstädter - Brücke            4. Schnellstraßen - Brücke            5. Döblinger Steg            6.    Adalbert Stifter- Brücke            7. Friedens- Brücke            8. Augarten- Brücke

9. Salztor - Brücke            10. Marien- Brücke            11. Schweden- Brücke            12. Aspern - Brücke            13. Franzens- Brücke            14. Schnellbahn - Brücke            15. Rotunden- Brücke            16. Stadion - Brücke

17. Gassteg            18. Ostbahn- Brücke            19. Freudenauer - Hafen - Brücke

 

             Aus dem Kilometerzeiger für die Donau mit ihren schiffbaren Nebenflüssen, Kanälen und Seitenarmen. Wien 1940, herausgegeben von der DDSG

 

                                                             

 

                  Heute ist der Donaukanal wieder fest in der Hand ehemaliger DDSG - Kapitäne

                                                

  Ehemaliger Schiffsjunge und DDSG - Kapitän Norbert F. und sein Schiff die "VINDOBONA". Der Herr Schiffsführer ist die ganze Saison über für die Nachfolgegesellschaft der DDSG im Donaukanal unterwegs.( Alle Bilder Sammlung Feher)

                                 

   Lernte sein Geschäft von der Pike auf am Schulschiff der DDSG. Kapitän M. und "sein" Schiff "VINDOBONA" in der Nußdorfer Schleuse. (Fotos aus der Sammlung Feher).

 

 

 

 

 

                                            Auszug aus dem DDSG- Bericht

 

                           Unfälle und Unfallsverhütung 1966

Wir bringen nachstehend eine Aufstellung über die bekannt gegebenen Unfälle von Schiffsbediensteten die sich im Jahre 1966 ereignet haben, zur Kenntnis. Bei Gegenüberstellung der Unfälle im Jahre 1965 und 1966 ergibt sich folgendes Bild:

Unfälle

1965 1965 1966 1966
  % Personen % Personen
Arbeiten an Winden und Anker 0,6 1 1,6 2
Arbeiten an Schorbäumen 0,6 1 1,6 2
Arbeiten an Stegläden, Stiegen, Leitern   0 6,4 8
durch Gleiten von Inventargegenständen 1,3 2 0,8 1
durch Seilarbeiten 3,0 5 16,0 20
durch Seilriss 1,3 2   0
durch Seilschlag 3,0 5 10,4 13
durch Seildorne 3,0 5 0,8 1
durch Ausgleiten 28,9 45 21,6 27
durch Stolpern über Seile 3,9 6 8,0 10
durch Stürzen in offene Magazine 0,6 1 4,0 5
durch Heben von Lasten 3,0 5 2,4 3
durch Hantieren mit der Wurfleine 0,6 1 0 0
durch Steuerradschlag 1,3 2 0 0
Unfälle durch Ertrinken 2,6 3 6,4 6
durch Verbrennungen 1,3 2 0 0
durch Schneiden 12,2 19 0,8 1
durch Quetschungen 8,4 13 2,4 3
Unfälle durch Sonstiges 24,4 38 16,8 21
Tödliche Unfälle   1   2
         
Summe der Unfälle 100 157 100 125

 

Die Gesamtzahl der Unfälle ist also seit dem Jahre 1963, wo mit 228 Unfällen der Höchststand erreicht wurde, auch gegenüber dem Vorjahr wesentlich zurückgegangen. (1964=182).

Besonders tragisch sind jedoch die tödlichen Unfälle durch Ertrinken, bzw. durch zwei Arbeitsunfälle welche sich im Laufe des Jahres 1966 ereignet haben, die aber bei Einhaltung der einschlägigen Vorschriften Zweifels ohne vermeidbar gewesen wären.

Um der Ertrinkungsgefahr beim Baden (Sturz ins Wasser) und beim Zillen fahren vorzubeugen, sind nachstehende Maßnahmen besonders zu beachten.

1).    Enthaltung oder Mäßigung beim Alkoholgenuss!

2).    Vermeidung des Ausgleitens durch Verunreinigung der Decks, Reinhaltung derselben.

3).    Breite, mit Geländern versehene Stegläden. (Bei Nacht beleuchtet)

4).    Die Deckladung bei Güterkähnen derart schlichten, dass ein 60cm. breiter Gang frei bleibt.

5).    Verbot des Wasserziehens während der Fahrt.

6).    Unterlassung des Badens im Strom.

7).    Einsatzbereitschaft der Zillen.

8).    Die Zillen nur zu Übungszwecken unter Aufsicht einer geschulten Person verwenden, keine Ausflüge unternehmen.

9).    Abhaltung von "Mann über Bord" Alarme.

10).    Herstellung und Anbringung von Seilschlingen am Vorschiff jedes Fahrzeuges.

11).    Richtige und einsatzbereite Lagerung der Rettungsringe samt Leinen.

12).    Besondere Vorsicht bei der Arbeit mit den Schleppseilen. (Schleppseilschlag)

13).    Verbot des Betretens der Fahrzeuge durch fremde Personen.

 

So weit die Anweisung aus der DDSG - Direktion. Besonders der erste Punkt entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie. Aber nicht alle angeführten Verordnungen ließen sich in der Praxis wirklich einhalten. Denn wie hätte man denn sonst bei Deckreinigungen vorgehen sollen, wäre der Punkt 5 (Verbot des Wasserziehens während der Fahrt) auch wirklich eingehalten worden?

 

 

Köstlich auch der Lehrstoff in der Binnenschiffer Schule in Bezug auf Unfallsvermeidung.

Heben und Tragen von Lasten

Schwere Lasten sollen nie von einer Person alleine gehoben bzw. getragen werden. Leistenbrüche sind unausbleibliche Folgen von großer Kraftanstrengung. Die Arbeit soll vorher in allen Einzelheiten besprochen und so dann ausgeführt werden. Schreien und Rufen, bzw. Kommandieren während des Hebens oder Tragens von Lasten muss vermieden werden. Es soll hiebei gleichzeitig auch das Verbot des Aufenthaltes unter schwebenden Lasten, Greifern erwähnt werden.

 

 

     Auszug aus dem Kollektivvertrag für die Dienstnehmer der Donauschifffahrt

                             vom 31. März 1953

 

                      Schiffsdienst

          1). Einteilung des Deckdienstes in Verwendungsgruppen:

    Bezugsklassen
A/ 1 Matrosen 1 - 13
  Schiffsköche/Köchinnen 1 - 9
A/ 2a Bootsleute 5 - 17
A 2/b Schleppsteuerleute 5 - 17

 Für die Ernennung zum Schleppsteuermann ist neben entsprechender Praxis die erfolgreiche Ablegung der Schleppsteuermannsprüfung erforderlich.

   

Bezugsklassen

A /3 Schlepplotsen 5 -17
  II. Steuerleute 6 -17
A /4 a I. Steuerleute 9 -19
A /4b Schiffslotsen 9 -21
A /5 Rechnungsleger 5 -1

Die Einreihung in diese Verwendungsgruppe erfolgt nur nach erfolgreicher Ablegung der Prüfung für den Schiffsrechnungslegerdienst.

    Bezugsklassen
A /6 II. Kapitäne 8 -21
A/ 7 Kapitäne 10 -23

                

      II. Einteilung des Maschinendienstes in Verwendungsgruppen:

    Bezugsklassen
B /1 Heizer 5 - 13
B /2 Staatlich geprüfte Kessel- und Motorenwärter 6 - 15
B /3 Maschinen- und Motorenwärter, welche auch die staatliche Kesselwärterprüfung nachweisen können 7 - 17
B /4a Maschinisten 8 - 19
B /4b II. Maschinenbetriebsleiter 8 - 21

     Den Titel II. Maschinenbetriebsleiter erhalten Maschinisten nach erfolgreicher  Ablegung der internen, bei den Unternehmungen durchgeführten  Maschinenbetriebsleiterprüfungen.

    Bezugsklasse
B /5 I. Maschinenbetriebsleiter 10 - 23

   In diese Verwendungsgruppe können nur Maschinenbetriebsleiter mit erfolgreich abgelegter interner Maschinenbetriebsleiterprüfung befördert werden.

            

 

 

 

                                                     

                          Schiffsmaschinen des Zugschiffs MS "KREMS", aus der Sammlung des langjährigen MBL Helmuth Parolini.

 

 

                                                       

                                                          Einreihungslisten aus 1972

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                        

 

 

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