Nach Russland unterwegs


 

                  

 

 

                                             

                         Abendstimmung auf der Donau. Rechts MS "PUCHENAU", die lange Zeit zwischen Linz und Regensburg unterwegs war. Später wurde sie im Südost- Verkehr eingesetzt. Hier ein besonders schönes Foto aus der Sammlung Dosch. MS "Puchenau" bei Ankunft oder Abfahrt in der Linzer Vöest Lände. Gerade nimmt man die Schlepplotsen an Bord. Es waren alle so genannte "Russlandschiffe: Schaufelradschiff "LANGEGG" und MZS "TRAISEN" aus er Sammlung Dosch. So wie auch das MZS "ISPER" aus der Sammlung Wolf. Auch die DDSG begann in den 1970-Jahren den Ölverkehr mit Motortankschiffen vom russischen Ölhafen Reni in die Lobau durchzuführen. Hier die "MÖLL" aus der Sammlung Wolf.

                                                                           

 

 

 

                                       Reise Wien- Ismael - Wien  mit MS "Puchenau" im September 1969

 

 

                                                            

 

                    Mannschaft:

  I. Kapitän   SKORIANZ   Valentin  
  II. Kapitän   PUNCI   Harald  
  Bootsmann   KRISPER   Wolfgang  
  Manipulant   STEININGER   Johann   alias "Heinoch - die Wasserschlange".
  Matrose   HILLINGER   Albert  
  Matrosenschüler   VERASZTO   Karl  
  I. MBL   SEIDENGLANZ   Karl  
  II. MBL   REITH   Günther   alias "Watzlav"
  Motorenwärter   ALTMANN   Peter   alias "Old Bettl"
  Koch   VEITH   Karl - Heinz   alias "Russnudel"

 Dazu kamen noch zwei Leute des Österreichischen Bundesheeres, die als "Matrosen" deklariert wurden.

Hauptmann Walter SLOVACEK
Offiziersstellvertr. Emmerich HIRSCH

 

 

Beim Österreichische Bundesheer stand die Indienststellung des  neu gebauten Kanonenbootes für die Donau "Niederösterreich" bevor. Die Heeresspitze entschied, dass ein Offizier und Unteroffizier das Schiffsleben auf der Donau hautnah miterleben sollten. Man trat mit diesem Wunsch an die DDSG heran, die im Interesse der Republik nicht ablehnen konnte. Die beiden Chargen wurden von der Gesellschaft mit Schifferpässen ausgestattet und als so genannte "Matrosen" der Mannschaft eingegliedert. Wobei das ganze Unternehmen nicht ungefährlich war, denn es konnte jederzeit passieren, dass ausländischen Revisionsorgane das Spiel durchschauten und die beiden als "Spione" enttarnten. Was aber nicht eintrat, und so konnten sich die beiden Berufsoldaten ein authentisches Bild vom Leben und der Arbeit auf dem Wasser machen.  Während nun der Herr Hauptmann etwas "abgehoben" agierte und eigentlich nur den Kontakt mit den Schiffsoffizieren pflegte, gab sich sein Kompagnon sehr volksnah. Er kam hier an Bord gut an, und die ganze Schiffbesatzung hat ihn als einen redseligen, hemdsärmligen burschikosen Typen kennen gelernt. Die beiden taten dann auch wirklich lange Zeit auf der "Niederösterreich" Dienst.

                                        

Das linke Bild zeigt das Kanonenboot des Österreichischen Bundesheeres bei Übergabe und Ausfahrt durch die Korneuburger Schiffswerft. Am rechten Bild ist ist es in voller Fahrt zu sehen.

 

 

         Gesamtanhang ab Ismael

Güterkahn Bestimmort Ladung Tiefgang in dm. Gewicht in kg. Tragfähigkeit in Tonnen
10069 Ismael Kohle 18,3 726,600 983,0
10020 Ismael Erz 19,4 774,000 975,1
10058 Ismael Kohle 19,8 801,500 977,0
10056 Ismael Erz 19,2 780,600 972,7
10018 Ismael Kohle 18,3 705,800 972,0
10049 Ismael Erz 17,5 660,400 964,0
10010 Ismael Kohle 18,5 720,600 984,0
10031 Ismael Koks 15,5 559,000 974,3
12506 Ismael Kohle 18,7 937,000 1.269,4
10071 Ismael Koks 15,0 551,000 964,9

Hier ist zu verstehen ab Bestimmungsort Ismael nach Linz zur Vöest.

                           

          Am 6. September in Russe 23.400 kg. Gasöl gefasst.

 

Auch die anschließende Reise die wieder nach Ismael ging, wurde fast mit derselben Besatzung durchgeführt. Neu waren nur der II. Kapitän sowie die Köchin.

  I. Kapitän   SKORIANZ   Valentin
  II. Kapitän   RIEDL   Wolfgang
  Bootsmann   KRISPER   Wolfgang
  Manipulant   STEININGER   Johann
  Matrose   HILLINGER   Albert
  Matrosenschüler   VERASZTO   Karl
  I. MBL   SEIDENGLANZ   Karl
  II. MBL   REITH   Günther
  Motorenwärter   ALTMANN   Peter
  Köchin   LEISS   Leopoldine

Der II. Kapitän, Wolfgang RIEDL war ein ehemaliger Schiffsjunge, mit dem ich drei Jahre zusammen am Korneuburger Schulschiff gelernt hatte. Durch Fleiß und Können hatte er es bereits bis zum Zahlmeister gebracht und wurde bereits in jungen Jahren zum Kapitän ausgebildet. Als II. Kapitän sollte er seine Fahrtage im Südost - Verkehr in dieser Saison erwerben um dann zur Kapitänsprüfung antreten zu können. Obwohl ihm sozusagen alle Türen offen standen, kehrte er schon bald der Firma den Rücken.

Leopoldine, "Poldi" LEISS, war eine junge Frau die aus Banja Lucka, dem heutigen Bosnien stammte. Ausgezeichnete Köchin. die in ihrer Jugend noch allerhand erleben wollte. Da sie die jüngste Köchin bei der Gesellschaft war, blieb es auch nicht aus, dass man sie sehr gerne sah. Wurde vom Zugschiff "THAYA", wo sie mit dem dortigen Bootsmann Franz SOREAN liiert war, für eine Russland- Reise abkommandiert. Danach kehrte sie wieder als Küchenchefin auf die "THAYA" zurück, wo sie den Bootsmann ehelichte. Franz fiel in späteren Jahren einem Schiffsunfall zum Opfer. Die junge Köchin war sehr lebenslustig und kochte wirklich hervorragend. So gab es bei dieser Reise immer viel Spaß an Bord.

                                                            

 Das erste Bild zeigt den unvergesslichen Kapitän Valentin am Kommando eines Zugschiffes in der Fahrt nach Ismael. Am zweiten Bild wurden einige Besatzungsmitglieder der "Puchenau" von den Russen ins Ismaeler Seemannsheim zu einer kleinen Feier eingeladen.  Das dritte Bild zeigt den Hafen Ismael, deutlich im Vordergrund zu sehen ist das Speise- und Tanzlokal im Hafen. Auf dem letzten Bild ist das "Seemannsheim" zusehen. Wobei man schon aufpassen musste, da fotografieren strengstens verboten war. (Alle Bilder Sammlung Skorianz).

                                                         

                             Einige Originalmeldungen bzw. Ankunftspapiere im Ausland. (Sammlung Fabsitz)

 

       Folgend  wird auf die jeweiligen Stromabschnitte ( Stand 1969-70), und auch auf den zu bewältigen "Papierkrieg",  den man bei einer Russlandreise bewältigen musste, näher eingegangen. 

 

                                             Dank an den ehemaligen DDSG- Mitarbeiter Herbert BRUNNER, der viele der Fotos zur Verfügung gestellt hat.

 

                               Anno 1968 - 1970

 

                                         

                     Links MS "Korneuburg" bergfahrend auf der unteren Donau mit Gesamtanhang. Mitte:  Fahrt des Schaufelradschiffs "Kranzegg" im Nebel stromaufwärts (Sammlung Brunner). Rechts: Blinkwinkel des Manipulanten in der Kataraktenstrecke.

           

                                                                                                            

 

 

                   Bordmanipulationen auf der Strecke Wien zu Tal .

 

                                      Wien- (Talabfahrt)

 

       Der Rechnungsleger des Zugschiffes bestellt die Zollorgane für 1 Stunde vor der festgesetzten Abfahrt.

  Zoll   vorzulegen   Mundvorratsbuch (Schiff und Anhang)
  Zoll   vorzulegen   Besatzungsliste (Schiff und Anhang)
  Zoll   vorzulegen   Donauschifferausweise (Schiff und Anhang)
  Zoll   abzugeben   3 Abfahrtsrapporte
  Zoll   abzugeben   2 Besatzungslisten
  Zoll   abzugeben   1 Erklärung (jedoch nur, wenn beladene Fahrzeuge zu Tal geführt werden
  Zoll   abzugeben   1 Ladeliste je Frachtbrief
  Polizei   abzugeben   1 Abfahrtsrapport
  Polizei   abzugeben   1 Besatzungsliste (nur Schiff)

Das Sanitätspatent muss vor jeder Talfahrt von Wien gesundheitsärztlich gestempelt, und das Fahrzeug selbst als seuchenfrei erklärt werden.

 

                      Bei Tanktransporten findet die Ausgangsabfertigung im Hafen Lobau statt.

Bei der Austrittsrevision in der Lobau ist gleichfalls unbedingt 1 Erklärung zu verfassen. Überdies hat der Rechnungsleger darauf zu achten, dass jedem Frachtbrief 2 Ladelisten beigefügt sind. Im Falle dieselben von der Agentie Wien auszustellen vergessen wurden, sind sie vom Rechnungsleger an Bord nachzuschreiben.

Die Anhangfahrzeuge haben mit Ausnahme des Abfahrtsrapportes und der allfälligen auszustellenden Erklärung die gleichen Schriftstücke selbst zu verfassen.

 

 

                               Grenzstationen auf der Donau:

  Regensburg   Deutsche Austrittsrevision   km 2379
  Passau   Österreichische Eintrittsrevision   km 2226
  Wien   Österreichische Austrittsrevision   km 1929
  Komarom   Ungarische Eintrittsrevision   km 1768
  Mohacs   Ungarische Austrittsrevision   km 1447
  Bezdan   Jugoslawische Eintrittsrevision   km 1425
  Veliko Gradiste   Jugoslawische Austrittsrevision   km 1059
  Moldova, Drenkova, Turn Severin   Lotsenstation   1048, 1016, 930
  Oltenita   Rumänische Eintrittsrevision   km 430
  Galatz   Rumänische Austrittsrevision   km 150

 

                                        

    Links bei der Abfahrt in Wien, nachdem man den Gesamtanhang vom Kaisermühlner Ufer in Tau genommen hat. Am rechten Bild sind schon die ersten Häuser und die Burg von Bratislava zu sehen. (Beide Fotos Sammlung Brunner). Langsam kommt Hainburg in Sicht (Sammlung Fabsits)

 

 

                    BRATISLAVA

                          ( Talankunft)

                         Abzugeben sind:

 3 Ankunftsrapporte  Polizei, Zoll, Kommandatur
 2 Besatzungslisten  Hafenamt, Polizei

An Bord zur Abstempelung bzw. Vorweisung vorzubereiten sind:

  Die Besatzungsliste (Original)
  Das Mundvorratsbuch
  Die Donauschifferausweise

                        (Talabfahrt)

                      Abzugeben sind:

 3 Abfahrtsrapporte   Polizei, Zoll, Kommandatur
 2 Besatzungslisten   Hafenamt, Polizei

An Bord zur Abstempelung bzw. Vorweisung vorzubereiten sind:

   Die Besatzungsliste (Original)
   Das Mundvorratsbuch
   Die Donauschifferausweise

                                                     

Die Anhangfahrzeuge haben mit Ausnahme der Rapporte dieselben Schriftstücke zu verfassen

Die tschechoslowakische Flagge ist richtig zu führen, d. h. mit dem weißen Feld oben und mit dem roten Feld unten!

 

   

             

                                      

                    Ankunft in Komarom und Warten auf die Revision (Sammlung Brunner).  Ankunft in Komarom. Danach geht es weiter nach Budapest, dass sich zu dieser Zeit dem Besucher so darbot. (Sammlung Fabsits)

 

                                                    KOMAROM

                                                ( Talankunft bzw. Talabfahrt)

 

 Mundvorratsbuch ( Schiff und Anhang)
 Besatzungsliste Original ( Schiff und Anhang) Die Eintragung von Wien wird auch hier verwendet.
 Sanitätspatent ist dem Arzt vorzulegen
 Gesundheitszeugnis der Köchin ist dem Arzt vorzulegen
 Schiffsstempel und Stempelkissen
 6 Ankunfts- und 6 Abfahrtsrapporte (Zoll, Grenzpolizei, MAHART, Hafenpolizei, Hafeninspektor, 1 für die Hauptagentie Budapest
 Auf den Ankunftsrapporten sind die PS des Zugschiffes und die Tragfähigkeit der Anhangfahrzeuge (laut Schiffspapiere anzuführen
 4 Besatzungslisten ( Schiff und Anhang) 2 Grenzpolizei, 1 Zoll, 1 Hafenkapitän. Donauschifferausweise

 

 Zollamt  1 Ankunftsrapport
   1 Abfahrtsrapport (anzuführen sämtliche Fahrzeuge, die das Schiff von Komarom zu Tal führt.
   Mundvorratsbuch ( Schiff und Anhang)
   Sanitätspatente + Gesundheitszeugnis der Köchin zum Arzt
   Frachtpapiere und Ladelisten
   Besatzungslisten ( Schiff und Anhang )

Die Frachtpapiere und Ladelisten der in Komarom befindlichen voraus gestellten Fahrzeuge liegen bei der MAHART (ungarische Flussgesellschaft) Agentie.  ( Bei Vorausstellung Frachtpapiere nach der Revision zu MAHART. Das Zollamt vermerkt den Eintritt im Mundvorratsbuch und auf dem Sanitätspatent.

 Grenzpolizei  1 Ankunftsrapport
   1 Abfahrtsrapport
   2 Besatzungslisten ( Schiff und Anhang )
   1 Besatzungsliste (Original) Schiff und Anhang )

Die Grenzpolizei vermerkt den Eingang in den Besatzungslisten- Originalen. Die Originale der Besatzungslisten der in Komarom befindlichen, voraus gestellten Fahrzeuge befinden sich bei der Grenzpolizei. Die Grenzpolizei bestätigt den Eingang und stellt sodann die Fahrerlaubnis ( Tavozasi engedely )aus, welch letztere gut aufzubewahren ist. Der Empfang desselben ist vom Rechnungsleger mittels Schiffsstempel und Unterschrift zu bestätigen. Diese Bestätigung verbleibt bei der Grenzpolizei.

Das "Tavozasi engedely" ist eine Fahrerlaubnis und wird von Komarom bis Budapest (Mohacs) ausgestellt.

 Hafenkapitänat  1 Ankunftsrapport mit genauer Uhrzeit
   1 Besatzungsliste ( Schiff und Schlepp)
   1 Abfahrtsrapport

 

 MAHART  1 Ankunftsrapport
   1 Abfahrtsrapport
   Frachtpapiere und Ladelisten

 

 

 

                                              

              Links: MS "KRANZEGG" zu Tal mit Gesamtanhang.  Rechts sind  die hohen  Türme der ungarischen Stadt Esztergom zu sehen. (beide Bilder Sammlung Brunner). Auch solche Schiffe der Donauanrainerstaaten wurden auf der Donau gesichtet. (Sammlung Dosch).

 

 

                                                    MOHACS

                                                ( Talankunft bzw. Talabfahrt)

   Zuerst Meldung beim Hafenkapitän und dann bei der Grenzpolizei
   6 Ankunftsrapporte ( 2 Zoll, 1 Grenzpolizei, 1 Beauftragter der DDSG, 1 Hafenpolizei, 1 Hafeninspektor
 bei der Grenzpolizei abgeben  "Tavozasi engedely"
 dem Zollamt vorlegen  Mundvorratbuch + Sanitätspatent 3 Besatzungslisten (1 Grenzpolizei, 1 Hafenpolizei, 1 DDSG - Vertreter
 zur Grenzpolizei  Besatzungsliste Original (Schiff und Anhang)
 zum Zollamt  Frachtpapiere
 DDSG - Vertreter  Im Ankunftsrapport ist anzugeben, für welche Zeit die C I D - Lotsen in Drenkova bereit gestellt werden sollen

 

                                                       

              Budapest, das Paris des Ostens. Von links nach rechts: Fischerbastei, Parlament, Staatsoper, Nationalgalerie.    Budapest im Wandel der Jahre. Bild 1 stammt aus den 1940- Jahren, das zweite Bild zeigt die Kettenbrücke bei Nacht nach der Jahrhundertwende und am dritten Bild ist das moderne Passagierschiff "River Cloud" im Jahre 2009 ebenfalls in Budapest zu sehen. (Alle Fotos stammen aus der Sammlung Feher)

 

                                                   

                                   BEZDAN

                              ( Talankunft bzw. Talabfahrt)

 Zollamt   1 Ankunftsrapport
    Mundvorratsbücher
    1 Besatzungsliste
    1 schriftliche Erklärung des Schiffsführers

 

 Hafenkapitänat   1 Ankunftsrapport
    Schiffspapiere
    1 Besatzungsliste Original (Schiff +Anhang
    1 Besatzungsliste (Schiff und Anhang)

 

 Miliz (Polizei)  1 Ankunftsrapport
   1 Besatzungsliste (Schiff und Anhang)
   1 Besatzungsliste Original (nach Revision)

 

 Agentie JRB   1 Ankunftsrapport
    1 Besatzungsliste
    Frachtpapiere

 

 Besatzungslisten- Originale werden vor der Revision vom Hafenkapitän und nach der Revision von der Miliz abgestempelt.
 DSA (Donauschifferausweise) bleiben am Schiff bzw. Anhang.
 Abfahrtsbewilligung (Prijava dolaska) wird vom Hafenkapitän ausgestellt und ist an Bord aufzubewahren.
 Diese Abfahrtsbewilligung wird bei der jeweils nächsten angelaufenen Station vom Hafenkapitän eingezogen und eine neue ausgestellt.

 

   

                                                    VELIKO GRADISTE

                                                    ( Talankunft bzw. Talabfahrt )

 4 Ankunftsrapporte  1 Hafenkapitän, 1 Zollamt, 1 Miliz, 1 JRB- Agentie- auf diesem ist anzugeben, für welche Zeit die C I D - Lotsen in Drenkova bereit gestellt sein sollen.
 4 Besatzungslisten  Schiff und Anhang (1 Hafenkapitänat, 1 Miliz, 1 Zoll, 1 JRB - Agentie
   Besatzungslisten Original
   Abfahrtsbewilligung (Hafenkapitänat und Miliz

 

 Besatzungslistenoriginale werden nach der Revision zuerst von der Miliz und dann vom Hafenkapitänat abgestempelt.
 Abfahrtsbewilligung von Bezdan, bzw. der letzten jugoslawischen Station wird eingezogen.
 Besatzungslistenabschriften für Hafenkapitänat werden nach der Revision von der Miliz abgestempelt.

 

 Mitzunehmen sind  Mundvorratsbücher (Zollamt)
   Schiffspapiere (Hafenkapitänat)
   DSA bleiben auf den Fahrzeugen

 

 

                              

     MS "PUCHENAU" links in der jugoslawischen Schleusenkammer des Kraftwerks Eisernes Tor. Rechts. Das ist der Beweis. Die "Puchenau" war das erste DDSG- Schiff, das die Schleuse benutzte. Die Mannschaft nutzte die Gelegenheit um diese Datum auf der Schleusenmauer zu verewigen. Auch das war eine Generation der Schiffe die im Südost - Verkehr eingesetzt waren.

 

 

                                                                        

 

                                                                  

               MS "KAMMEGG" vor der Wiener Reichsbrücke         Auch die DDSG hatte ihr erstes Schubschiff MS "LINZ" im Südost- Verkehr eingesetzt.

   Herbert BRUNNER, ehemaliger DDSG - Mitarbeiter führte als Matrose auf dem Motorzugschiff "KAMMEGG" einige Russlandreisen durch. Dabei dokumentierte er eine Fahrt Wien - Izmael - Wien mit tollen Fotos, sowie eigener Streckenbeschreibung. Aber lassen wir ihn selbst erzählen:

 

                                                                           

 

                       

                       

                 

                                               

Hier standen die Russlandschiffe am Wiener Praterkai knapp vor ihrer Abfahrt (Sammlung Raffy)

  

            

            

    

 

Auch am Schiff musste es jemand geben, der für das Schiffsinventar verantwortlich war. Für die meisten Gegenstände trug der jeweilige Bootsmann oder Inventar - Matrose die Verantwortung.

                    Auszug aus  der Inventarliste eines Zugschiffes um 1970

 

                                                  Schiffsinventar:

Die gesamte Ausrüstung eines Schiffes wird im Deckinventarbuch angeführt. Man unterscheidet hierbei sechs Inventarverwendungsgruppen und zwar:

 

                   Nautisches Betriebsinventar   6 - 37

Anker (Haupt und Kuckasanker, Brunnkatze)
Flaschenzugblocken
Ketten (Haupt- Hirnkette - Ankerrastkette
Ruderreservebestandteile (Handpinne, Helmstange, Quadrant)
Seilwerk (aus Draht)
Seilwerk (aus Hanf)

 

                  Signal - Einrichtungen         38 - 43

Blitzlichtapparate (Blinker)
Boschhorn
Flaggen
Glocke
Laternen (Anker - Heck - Positions - Topplaterne)

                                             

      Sicherheits - und Rettungseinrichtungen     44 - 53

Verbandskasten
Feuerlöscher
Schaumlöscher
Leckverdichtungsmaterial (Bretter, Deckenabfälle, Holzkeile, Talg und Werk
Lecktuch
Pumpe und Schlauch
Weidzille samt Ruder
Rettungsringe

 

                   Schiffs - Einrichtung          54 - 121

Betten
Tische
Sessel
Bettzeug (Matratzen, Decken, Polster)
Bilder
Bürsten, Eimer, Schwabber
Kästen
Ofen und Zubehör (Kohlenwanne, Kohlenlöffel, Ofenrohre)
Teppiche
Vorhänge
Werkzeuge

 

                                                          

    Kücheninventar (in Verwahrung der Köchin)    122 - 141

Töpfe
Pfannen
Teller
Schüsseln
Häferl und Essbesteck

 

     Dokumente, Bücher und Schriften ( in Verwahrung des Rechnungslegers )   122 -141

Kettenatteste
Seilatteste
Schiffspapiere
Kilometerzeiger
Schifffahrtsvorschriften - Ordner

 

           Außerordentlicher Zuwachs      152 - 154

Spleißeinrichtungen usw.

 

                                            So präsentiert sich Ismael heute (April 2010)