Interessantes & Bekanntes

 

 

                           Die  Donau in früheren Jahren

 

 

 

                                

 Ein deutscher "Zweikaminer" auf der Bergfahrt.  Drei halbbeladene Schleppkähne des Bayerischen Lloyds, zu Tal.   Bereits in den 1970-Jahren versuchte sich der "BAYERISCHE LLOYD" in den Anfängen der Schubschifffahrt. Die Bilder zeigen das Radkasten- Zugschiff MS "DONAU", das die beiden Tankkähne des B. L. 746 und 704 vor sich herschiebt.

                                           

                                                           

              Wissenswertes vom Strom

                    Schallsignale lt. Oststaaten - Vorschrift                              

 1 langer Ton   Um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken
 5 lange Töne   Ich verlange Vorfahrt
 2 lange Töne   Wenn ein Talfahrer vor einer Einfahrt in die Krümmung die Kurswahl dem Bergfahrer überlassen will, da lt. oststaatlicher Vorschrift den Talfahrern Überlassen ist
 Wenigstens 5 kurze Töne   Nichtannahme des Kurses

 

    Schallsignale beim Ankern und Heben der Anker:

  3 lange Töne   Ich will ankern
  2 lange und ein kurzer Ton   Ich will Anker heben

 

      Schallsignale für die Schleppe:

  1 langer und ein kurzer Ton   Steuer nach rechts drehen
  1 langer, zwei kurze und 1 langer Ton   Steuer nach links drehen
  1 langer und drei kurze Töne   Steuer gerade halten

                                   

   Schallsignale bei Signalstellen ( Katarakten)

  1 langer Ton   Ich beabsichtige den Niederwasserweg zu fahren
  2 lange Töne   Ich beabsichtige den Mittel - oder Hochwasserweg zu fahren

 

        Im Kazanbereich:

  1 langer Ton  Verlangen der Vorfahrt (Nur im Kasanbereich

                                       

 

                           

      Linkes Bild: Nur auf der unteren Donau anzutreffen: Bulgarisches Zugschiff "FOTU" mit sehr schwachen Maschinen. Rechtes Bild: Das einzige Schubschiff der tschechoslowakischen Donaureederei "DACIA", das bereits in den 1970-Jahren die Donau befuhr. Das Schiff war für Schub- und Zugschiffbetrieb ausgelegt. Auf dem Foto wird der Anhang am Schleppseil geführt. Die folgenden Schiffsbilder stammen aus der Sammlung Dosch.

 

 

                                   Die Hauptinseln der Donau.

                                                         Auf ihrem Weg zum Meer bildet die Donau mehrere Inseln:

 

                                                          Große Schütt: ( 100 km)

Unterhalb Bratislava ( km. 1865) zweigt linksufrig ein starker Nebenarm des Stromes ab, der nach 70km. selbstständigen Laufes in die Waag mündet. Die Waag fließt bei Komarno ( km. 1765 ) in die Donau, und durch diesen Nebenfluss und dem Stromarm wird die Große Schütt Insel gebildet.

 

                                                         Kleine Schütt: ( 60 km )

Unterhalb Bratislava ( km 1854 ) fließt rechtsufrig ein Seitenarm ab, der bei Ung. Wieselburg in die Leitha mündet. Durch die Einmündung der Leitha in die Raab bei Györ, die Raab fließt oberh. Gönyü in die Donau, wird die Kleine Schütt Insel gebildet.

 

                                                        Szt. Endree: ( 35 km )

Unterhalb Vishegrad ( km 1692 ) zweigt rechtsufrig ein Nebenarm ab, der sich erst oberhalb Budapest ( km 1657 ) wieder mit der Donau vereinigt.

 

                                                       Obuda Insel ( 2 km )

                                                                  Rechts gelegen von km 1654 - 1653

 

                                                    Margareten Insel ( 3 km )

Innerhalb Budapest teilt sich der Strom in 2 gleich große Arme, welche die 3 km. lange Insel einschließen. Rechter Arm für die Talfahrt, linker Arm Bergfahrt.

 

                                                    Csepel Insel ( 56 km )

Noch im Budapester Stadtgebiet ( km 1642 ) zweigt linksufrig ein Seitenarm ab, bezeichnet als Soroksarer- Donauarm. Dieser vereinigt sich erst oberhalb von Dunaujvaros ( bei km 1586) wieder mit dem Hauptstrom, und bildet dadurch die 56 km lange Insel.

 

                                                   Ada Kaleh ( 2 km )

Unterhalb Orsova, der Cerna Mündung vorgelagert, liegt diese Insel. Sie ist 2 km lang, und wird bei Fertigstellung des Kraftwerkes Sip zu bestehen aufhören.

 

                                                   Ostrov Insel ( 16 km )

Bei Tiganasi ( km 876 ) macht die Donau einen großen Flussbogen. Linksufrig fließt jedoch ein starker Seitenarm weiter, der sich erst bei Prahovo nach 15 km wieder mit dem Hauptstrom vereinigt. Dieser Arm ist als " Goggosie - Kanal " ein Schifffahrtsweg. Gebildet wird dadurch die Insel Ostrov.

 

 

                                                                Schiffbare Nebenflüsse der Donau.

 

             Drave:     Von Barcs 150 km bis zur Donau für kleine Schiffe schiffbar. Von Osjek 17 km von der Krümmung auch für die Großschifffahrt geeignet. Viele Krümmungen, ständig wechselnde Fahrrinne.

            Theiß:     Von Tonkaj 532 km bis zur Donau auch für die Großschifffahrt schiffbar. Viele Krümmungen, 96 Durchstiche. Grund: Fast ausschließlich Lehm, wenig Strömung.

                                      In die Theiß mündet der BEGA- KANAL, erbaut 1820 in einer Länge von 115 km, der bis TEMESVAR schiffbar ist.

            Save:      Von Sisak 604 km auch für die Großschifffahrt schiffbar. Viele Krümmungen, starke Änderungen der Fahrrinne. Grund: Kies, Steine und am unteren Ende auch Lehm. Strömung stellenweise sehr stark. Von den Nebenflüssen  der SAVE ist ist der BOSUT in der Länge von 40 km und STUDVA auf einer Länge von 18 km schiffbar.                                                              

           Sereth:      Von der Mündung hinauf 7km schiffbar. Wird von kleinen Schiffen, Flössen, befahren.

           Pruth:         In einer Länge von 321 km schiffbar. Eigene, für den Pruth gebaute Schleppe mit 3- 4000 Tonnen Tragfähigkeit und kleinere Schiffe verkehren auf diesem Nebenfluss.

                                          

 

                                 

      Linkes Bild:  Alle rumänischen Zugschiffe waren mit schwachen Schiffsmotoren ausgerüstet. Auch die MS "DROBETA" wurde meistens auf der Unteren Donau eingesetzt. Rechts Bild: Zu den Pionieren der Schubschifffahrt waren vor allem die Russen zu zählen. Das Bild zeigt das das hochmoderne Schubschiff "KERCH", bergfahrend  im Schubverband bei der Durchfahrt unter der Wiener Reichsbrücke. Und weitere tolle Schiffsbilder aus der Sammlung Dosch.

 

   Valuten der Donauländer

Deutschland 1 D- Mark 100 Pfennige
Österreich 1 Ö- Schilling 100 Groschen
Tschechoslowakei 2 Cs. Krone 100 Haller
Ungarn 1 Forint 100 Filler
Jugoslawien 1 Dinar 100 Para
Rumänien 1 Lei 100 Bani
Bulgarien 1 Lewa 100 Stotinki
Sowjetunion 1 Rubel 100 Kopeken

 

Der Niedergang der DDSG in Leistungsstatistik ausgewiesen:

Jahr Beförderte Mengen in Tonnen Beförderte Personen Personalstand
1977 2.804,812 400.042 1046
1978 3.015.939,3 469.280 1025
1979 3.383.952,3 513.367 1021
1980 3.353.049,1 527.502 1010
1981 3.274.346,3 477.890 1004
1982 2.913.757,9 563.957 997
1983 2.706.200,6 536.131 989
1984 3.230.203,7 542.990 1023
1985 3.025.133,0 554.891 1032
1986 3.086.721,7 399.920 1028
1987 3.026.177,6 474.534 938
1988 3.544.635,9 528.742 854
1989 3.559.030,6 489.827 816
1990 3.246.242,4 503.222 789
1991 2.599.974,0 460.830  

                       

 

 

                                                                                                                          

                                                    Aufklampfarten auf der unteren Donau Berg - und Talfahrt.  

 

 

 

                                Damals war´s

 

   Im Jahre 1894 war die DDSG - größte Binnenschifffahrtsgesellschaft der Welt 

    Der Schifffahrts- und Eisenbahnbetrieb erstreckte sich im Jänner 1893 auf eine Betriebslänge von 5317:55 km und umfasste folgende Betriebslinien: 

Betriebslinien Länge in km Betriebslinien Länge in km
       
a) Donau   Sarvizfluss:  
       
Regensburg - Sulina 2432 Szegzard - Sarvizmündung 6
Wiener Donaucanal 17    
Raaber Arm (Raab - Gönyö) 17 Draufluss:  
St. Andräer - Arm 31 Barcs - Draumündung 151
Tolnaer Arm (Savemündung -Gemencz) 14    
Gardinovcer Arm 7 Theissfluss:  
Ramaer Donau 27 Szolnok - Theissmündung 335
Golubacer Donau 10    
Bjelinacanal 19 Savefluss  
Georgscanal bei Giurgevo (Geurgevo - Smardal) 3 Galdovo - Savemündung 603
Borceacanal 107 Kulpa (Sissek - Bahngelände-Kulpa) 4
Gura - Baljacanal 10 Bosut (Absevci - Bosutmündung) 40
Matschiner Arm (Matschin - Ghicit) 13 Spacva (Nemci- Lipovac) 21
Kiliarm (Tchatal d`Ismail- Ismail) 22 Studvat (Soljani - Morovic) 18
       
Zusammen: 2729 Temesfluss:  
    Pancsovo - Temesmünd 3
       
b) Eisenbahnlinien   Franzenscanal:  
    Bezdan - Bacs- Földvar 119
Mohacs - Üszög 54,84    
Üszög - Grube 5,72 Franz - Josefscanal:  
Üszög - Szabolcs 6,99 Kis - Sztapar - Neusatz 68
       
Summe der Eisenbahnlinien 67,55 Begacanal:  
    Temesvar - Gusztos 115
       
    Schwarzes Meer:  
    Sulina - Batum 1038
       
    Summe der Schifffahrtslinien 5250

Der Güterdienst wurde auf sämtlichen Strecken betrieben, der Personendienst beschränkte sich auf folgende Linien:

a) Donau km b) Drau km
       
Passau - Sulina 2279 Essegg - Draumün. 20
Wiener Donaucanal 17    
Raaber Arm 17 c) Theiss:  
St. Andräer Arm 31 Szolnok - Theissmün. 335
Tolnaer Arm 4    
Ramaer Donau 1 d) Save:  
Golubacer Donau 10 Sabac- Savemündung 105
Borceacanal 7    
Kiliaarm 22 e) Temes:  
    Pancsova - Temesmün 3
       
    f) Schwarzes Meer  
    Sulina - Batum 1038
       
    g) Mohacs - Fünfkirchner Eisenbahn  
    Mohacs - Üszög 54,84
Zusammen:   3943,84 km  

            Die Kettenschifffahrt wurde auf der Donau zwischen Wien - Ybbs und Ottach - Regensburg, auf einer Strecke von 131, bzw. 119 km, zusammen auf einer Streckenlänge von 250 km ausgeübt.

Der gesamte Schiffspark bestand, ohne Berücksichtigung der beim Jahresabschluss noch im Bau befindlichen neuen Schiffe, Ende 1893 aus:

  Stk nominellen indicirten PS

Raddampfer

154

14,946

65,828

Schraubenschiffe

25

847

3.691

Kettenschiffe

8

545

2.139

Zusammen:

 

 

 

Dampfboote

187

16.338

71.658

             

 

 

  

   dazu kamen noch: 770 eiserne Transportfahrzeuge (darunter 60 Lichterboote) mit einem Gesamt- Tragevermögen von 286.144 Tonnen; endlich aus 273 diversen Fahrzeugen; der Eisenbahn Fuhrpark bestand aus 13 Lokomotiven, 13 Tendern, 14 Personenwagen, 364 Lastwagen, 2Draisinen und 1 Schneepflug.

Zur Betreuung des Verkehrs in diesem weit verzweigten Netz unterhielt die Gesellschaft neben der Generaldirektion in Wien und den Hauptverwaltungsdienststellen in Budapest und Fünfkirchen ein Agentien - Inspectorat in Galatz und Hauptagentien in Wien, Pest und Semlin. Dazu noch 146 Agentien und Haltestellen an der Donau, 5 an der Drau, 12 an der Theiss, 13 an der Save, 3 am Franzenscanal (in Ungarn) und 1 Agentie am Schwarzen Meer in Batum.

Frachtagenturen bestanden außerdem in Bukarest, Hamburg, Mainz, Mannheim, Odessa, Pilsen und Sofia. Fahrkartenausgabestellen in Berlin, Karlsbad, London und Paris. Dadurch konnten 1893 3,151.414 Fahrgäste und 2,178.529 t Ladung befördert werden.

                                                                      

                          Bild 1                                   Bild 2                            Bild 3                                    Bild 4

     Bild 1) zeigt abgestellte DDSG - Warenboote in Regensburg auf einer Postkarte, die man verschicken konnte.  Bild 2) "Rechenschiff" "Altenburg" mit dem charakteristischen Rechen am Bug. Bild3) Dampfschiff "Achilles" in der Werft Altofen. Gut ist hier der noch nicht ganz ausgereifte Bug zu erkennen, der mit einer Raute verziert ist. Bild 4) Zugdampfer "Pecs" in voller Fahrt.

Weiters stehen verlässliche Angaben über die damaligen Besitz- bzw. Vermögensverhältnisse in einem im Jahre 1894 herausgegebenen Almanach, der von dem damaligen  DDSG - Bürochef J. Drozynski unter dem Titel "Almanach für die Erste k.k. priv. Donau - Dampfschiffahrts - Gesellschaft" verfasst wurde. Über die "Nebenbetriebe", wie er sie nennt, wird berichtet:

Die Gesellschaft besitzt zwei Werften und vier Reparatur - Werkstätten, in welchen sämtliche Neubauten und Reparaturen der Schiffe in eigener Regie ausgeführt werden. Eine Hauptwerft zu Alt- Ofen, eine Werfte zu Korneuburg und die Reparatur - Werkstätten zu Wien, Budapest, Semlin und Galatz.

a) Hauptwerfte zu Alt - Ofen

Diese wurde im Jahre 1836 errichtet. Der Gesamt - Flächenraum der Werftinsel umfasst 982.472 m2, wovon 722.313 m2 auf verpachtete Felder, 163.482 m2 auf Werftgründe und 96.677 m2 auf Waldgründe und Wege entfallen. Der Winterhafen (gleichfalls Eigentum der Gesellschaft) erstreckt sich auf eine Gesamtlänge von 350.000 m2, die sich folgendermaßen aufteilt: 84.000 m2 auf den todten Arm ( inneren Hafen), 266.000 m2 auf den fließenden, Franz - Josefscanal genannten (äußeren Hafen), Von den bestehenden vier Stapeln sind drei auf der westlichen und einer auf der östlichen Seite des inneren Hafens aufgebaut. Im inneren Hafen der Werfte befinden sich zwei in das Wasser hineingebaute gedeckte Schuppen. Die so genannten Schiffs - Schutzhallen, eine 142,5 m lang und 22 m breit, die zweite 136,5 m lang und 20 m breit. Die Werftinsel ist mit dem Alt- Ofener Ufer durch eine auf zwei Steinpfeilern ruhende, schmiedeeiserne Brücke von 56 m Länge und 6 m Breite verbunden. Ihr Mittelfeld (Länge 21 m) kann bei Passage der Schiffen bei höherem Wasserstand unter Beibehaltung der horizontalen Lage von 8,38 m Normallage, bis 12,70 m ober Null des Werftpegels gehoben werden kann. Diese Anlage wurde nach den Plänen und Entwürfen des Architekten Peter Remmel erbaut und kostete 62.000fl.Auf der Werft befinden sich 104 diverse Bauobjekte, wovon 92 Gebäude und zwar 35 Gebäude für Werkstätten, 30 Gebäude für Magazine und 9 Gebäude für Werkstätten und Magazine in Verwendung stehen. Die übrigen Bauobjekte dienen verschiedenen Zwecken.

Ein eignes Administrationsgebäude besteht nicht, die Werft -Directionskanzleien und Constructions - Bureaux im so genannten Materalien - Depot (Gebäude Nr. 18), das Rechnungsbureaux, die Buchhaltung und Controle im Gebäude Nr. 16 untergebracht. Die Centralisierung aller Bureaux im Gebäude Nr. 18 ist jedoch im Zuge.

Die auf der Werfte befindlichen Werkstätten sind:

1. die Kesselschmiede, 86 m lang und 12,25 m breit, mit zwei Zubauten und einem separaten Gebäude von 24 m Länge und 8 m Breite.

2. die Maschinenwerkstätte, 94,77 lang und 12,4 m breit, mit drei Unterabteilungen. Der Armatur - Werkstätte von 16,64 m Länge und 13,91 m Breite, der Kupferschmiede von 33,7 m Länge und 5 m Breite und der Montierung von 33,4 m Länge und 15 m Breite.

3. die Maschinenschmiede samt Rädermontierung, 47 m lang, 14,7 m breit.

4. die Gießerei samt zwei Abteilungen für Stahlguss und Gelbgießerei, 54,3 m lang, 14,7 m breit.

5. die Tischlerei, 79,73 m lang, 15,17 m breit.

6. Die Schiffsschmiede, welche zwei Gebäude von 51,3 x 15,17 und 50,73 x 9,48 m, ferner vier Schutzdächer beherbergt.

7. die Schiffszimmermanns - Werkstätte, 45,62 m lang, 30,35 m breit.

8. die Stammsäge mit vier Abteilungen von je 60 m Länge und 15,17 m Breite und einem separaten Gebäude von 33 m Länge und 20,33 m Breite.

9. die Grobschmiede, 65,59 m lang, 18,33 m breit, mit zwei kleinen Zubauten und dem Walzwerk von 22,76 m Länge, 11,38 m Breite.

10. die Schopperwerkstätte, 34,14 m lang, 11,38 m breit.

11. die Anstreicherei, 40,66 m x 13,4 m.

12. die Teertuchwerkstätte, 65,7 m lang, 19,4 m breit.

Außerdem befinden sich auf der Werfte: eine eigene Gasanstalt von 25,57 m Länge und 8,22 m Breite, welche jährlich 68.610 m3 Gas erzeugt und täglich im Mittel 260 Flammen mit fünfstündiger Brenndauer speist, zwei Pechkesselhäuser und diverse kleinere Werkstätten.

Die Gesamtlänge der auf der Werft befindlichen Eisenbahnen beträgt 6833m.

An Neubauten und Reparaturen wurden 1893 ausgeführt:

a) Neubauten:    D. B. "Banhans" und Thommen" in der Vollendung; Zwillingsschrauben- Propeller "Ressel" und D. B. "Temesvar" begonnen; 6 eiserne Warenboote der 4500er Kategorie fertig gestellt, 6 weitere in Vollendung; 10 eiserne Warenboote der 6500er Kategorie fertig gestellt, 2 in der Vollendung und 12 Stück begonnen.

b) Reparaturen:    an 127 Dampfbooten, wovon 21 größere, an 323 Transportfahrzeugen, wovon 18 größere, an 6 diversen Fahrzeugen, wovon 1 größere, an 34 Landungsschiffen, wovon 1 größere,

Der Gesamt- Arbeiterstand betrug 1893:    1458 Mann nach dem höchsten Stande, 1290 Mann nach dem mittleren Stande, 1188 Mann nach dem niedersten Stande.

Die Werftfeuerwehr wurde 1889 gegründet, zählt 70 Mann und zwar 1 Ober-, 1 Abteilungs - und Zugscommandanten nebst 64 Mann, welche letztere aus den verlässlichsten Arbeitern rekrutiert und vorzüglich ausgebildet sind. Dieselbe ist mit allen nötigen Feuerlöschmitteln der Neuzeit gut ausgerüstet, versieht exakt den Feuerlöschdienst auf der Werfte und rückt auch zu Bränden im eigenen Bezirke aus. Außredem ist ein ausgedehntes Wasserleitungsnetz vorhanden nebst einer telephonischen und elektrischen Signalverbindung mit der hauptstädtischen Feuerwehr- Centrale, mit der Arbeitercoloniewache und 14 der wichtigsten Punkte auf der Werfte mit dem eigenen Feuerwehr - Wachzimmer.

Die Telephonleitung auf der Werfte hat eine Gesamtlänge von 1200 m, bestehend aus einer Central - Sprechstelle für den öffentlichen Verkehr, einer Central - Sprechstelle in Verbindung der eigenen mit der hauptstädtischen Feuerwehr und der Wache in der Arbeitercolonie, ferner aus drei Sprechstellen zur Verbindung der Werkstätten für Schiffs - und Maschinenbau, sowie einiger Bureaux.

Die Arbeitercolonie liegt außerhalb Alt- Ofen in gesunder Lage, umfasst einen Flächenraum von 16.230,25 m2, besteht aus 10 Wohnhäusern mit 140 Wohnungen und zählt 800 Seelen.

Die Gesellschaft erbaute auf dem Coloniegrund auf eigene Kosten eine Schule, welche nun als auch die Lehrkräfte von der Commune erhalten werden. Außerdem wurde veranlasst, dass der Fröbel - Frauenverein in nächster Nähe eine Kinderspielschule eröffnete, so dass für die geistige und körperliche Entwicklung der Arbeiterkinder in guter Weise vorgesorgt ist.

Für die gute und billige Approvisierung der Arbeiter wurde von der Gesellschaft ein Arbeiter - Consumverein errichtet, dessen Vermögen heute gänzlich in das Eigentum der Arbeiterschaft übergegangen ist. Der Umsatz betrug im abgelaufenen Jahre 40.520 fl.

                                          

        Eindrücke von der Schiffswerft Obuda (Alt - Ofen). Am ersten Bild ist das D. B. "Banhans" gut zu erkennen. Es liegt vor einem unbekannten Passagierschiff der DDSG - Flotte.

 

    b) Werfte Korneuburg

Wurde 1852 errichtet, hat einen Flächenraum von 28.200 m2 mit einem dazugehörenden Winterhafen von 25.000 m2. An Stapelräumen sind zwei, von je 56 m Länge und 45 m Breite für sieben, bzw. sechs Bettungen vorhanden. Die Werftbaulichkeiten umfassen 4 Holzgebäude mit 8 Kanzleien, 1 Wach - und 1 Portierzimmer, 2 Magazine, 1 Zeichensalon und 1 Inspectionszimmer; 4 gemauerte Gebäude und 9 hölzerne Werkstätten; 1 Schutzdach für die Richtplatte, 1 Holzschuppen für Sägespäne, 1 Flammofen, 1 Gießerei, 1 Eisenlagerhütte, 2 Flugdächer für diverses Eisen, 1 Feuerlösch- Requisitenhütte, 2 Retiraden, 2 Stammkräne, 2 Drehkrane, 1 Pechhütte, 4 Brunnen, 1 Holzschoppen für Inventar, 4 Holzschoppen für diverse Schnitthölzer, 1 Holzkohlenhütte und 2 Hütten für feuerfeste Ziegel und Lampen. Eine zweicilindrige horizontale Dampfmaschine von 75 indicirten Pferdekräften liefert die nötige Betriebskraft für alle maschinellen Einrichtungen auf der Werft.

Die Reparaturwerkstätten in Wien, Budapest und Semlin waren auf schwimmenden Objekten eingerichtet und hatten 20 bzw. 35 und 30 Mitarbeiter. In Galatz waren 16 Bedienstete beschäftigt.

Die Mohacs- Fünfkirchner Eisenbahn als nächsten Betriebszweig  befuhr mit dem bereits erwähnten Park 67,55 km Betriebsstrecke. Davon entfielen 54,84 km auf die Hauptstrecke Mohacs - Üszög, 5, 72 km auf die Zweigbahn Üszög - Grube und 6,99 km auf die Strecke Üszög - Szabolcs. Das Privatbahnnetz der Gesellschaft war an das übergeordnete Bahnsystem gut angeschlossen. Den Betrieb besorgten 209 Mitarbeiter.

Beeindruckend sind schließlich die Angaben über den Bergwerksbetrieb der DDSG.

"Die von der Ersten k. k. priv. Donau - Dampfschiffahrts - Gesellschaft seit 1853 betriebenen Grubenfelder umfassen gegenwärtig fast das ganze Fünfkirchner Steinkohlenbecken mit einer ununterbrochenen streichenden Länge von 13,5 km in der Richtung von Südwest nach Nordost und liegen innerhalb der vier Gemeinden Fünfkirchen, Szabolcs, Somogy und Vasas.

Die Größe der Grubenfelder betrug im Jahre 1893:

In der Gemeinde Eigentumsfelder Pachtfelder  
       
Fünfkirchen 4,851.790 841.987 m2
Szabolcs 775.790 1,883.079  
Somogy 1,780.170 2,096,463  
Vasas 8,099.824 --  
insgesamt 15,507.574 4,821.529 20,329.103

 Die gewonnen Kohlen sowie die fallenden Berge, sowie letztere nicht als Versatz dienen, werden durch Pferdezüge auf Grubeneisenbahnen zum Schachtfüllorte und von hier durch die Fördermaschine zu Tag geschoben. Die Grubenbahnen umfassen gegenwärtig eine Länge von 102.814 m, worauf 3672 Grubenwagen umgehen. Die Beschaffung der frischen Wetter für die unterirdischen Grubenräume besorgen acht saugende Ventilatoren, welche, obertägig über separaten Wetterschläuchen aufgestellt, mittels Dampfbetrieb einen frischen Wetterwechsel von 11.900 m 3 pro Minute veranlassen können. Die Wasserhebung geschieht durch Saug - und Druckpumpen, die 12,3 m3 Wasser pro Minute zu Tag zu heben vermögen.

Maschinenfabrik; Diese besorgt alle Reparaturen an den Maschinen und Pumpen; erzeugt diverse Werkzeuge und Gegenstände für den Betrieb, alle Förderwägen, Dampfkessel, kleine Maschinen usw. Dazu gehört eine Eisen- und Metallgießerei; auch besitzt sie einen Dampfhammer.

Ziegeleien; Die für Bauzwecke nötigen diversen Ziegel werden in zwei Ziegeleien 600.000 Stück pro Jahr selbst erzeugt.

Steinbrüche, Sandgruben, Kalköfen: Das Steinmaterial für Bauten und Straßenreparatur liefern sieben Steinbrüche. Ebenso gibt es mehrere Sandgruben und zwei Kalköfen.

Dampfsäge; Das nötige Schnittholz (2000m 3 pro Jahr) erzeugt ein Verticalgatter samt Kreissäge durch ein 11 pferdiges Locomobil.

Dampfmühle, Dieselbe ist Eigentum der Bruderlade, welche an anderer Stelle besprochen wird. Sie hat eine 20 PS- maschine mit drei Kesseln, vier Walzenstühle, drei Mahlgänge und sonstige Ausrüstung. Sie versieht die Victualienmagazine mit guten und billigen Mahlprodukten.

Elektrische Beleuchtung; In Szabolcs besteht eine elektrische Beleuchtungsanlage mit 6 Bogen - und 15 Glühlampen.

Elektrische Kraftübertragung; Am Vasaser Thommenschacht besteht seit 1892/93 eine elektrische Anlage, welche zum Betrieb 1.) einer unterirdischen Triplexpumpe, 2.) einer Separation mit Brückenaufzug und 3.) zur elektrischen Beleuchtung mit 29 Glühlampen dient.

Telefonanlagen; Die Bergwerk - Direktion und die Reviere untereinander sind durch ein 34,31 km langes Telefonnetz mit zwölf Sprechtasten verbunden.

Wasserleitungen; Zur Versorgung der Colonien mit Trinkwasser und der Kesselanlagen mit Speisewasser dient ein Röhrennetz von 14 km Länge mit fünf Druckwerken. Einen Teil des Wassers liefern Waldquellen, den größten Teil jedoch eine im Schrollschacht in 186 m Tiefe, im Tertiärkalk erschlossenen Quelle.

Tagförderung; Zur Beförderung der Kohlen zu den Bahnstationen "Szabolc" und "Grube" bestehen folgende Anlagen:

a) In Vasas: Vom Thommenschacht zum Schacht III in Somogy eine 3250 m lange, sieben Täler überspannende hängende Drahtseilbahn mit vierzig Stützen von 5 bis 34 m Höhe, und vom Schacht III eine ober- und unterirdische Pferdebahn zur Szabolcser Bahnstation.

b) In Szabolcs: Zwei Kettenbahnen und eine Seilbremse von den drei Förderschächten zur Bahnstation.

c) In der Colonie Fünfkirchen: Vom Schrollschacht eine 889 m lange Kettenbahn durch die Colonie; vom Zwangschacht eine Pferdebahn zur Bahnstation "Grube"; zwischen dem Andreas - und Laurenzischacht eine den Bahnhof überspannende Förderbrücke.

Für Holz - und Kohlenschiefertransport bestehen zwei Dampfaufzüge. Die zwei Szabolcser Kettenbahnen werden durch das Übergewicht der vollen Kohlenriesen, die Vasas- Somogyer Seilbahn und Schrollschacht - Kettenbahn maschinell betrieben.

Chemisches Laboratorium; Wegen der großen Anzahl der Kohlenfötze und ihrer wechselnden Qualität werden die Kohlen täglich untersucht und auch Heizversuche vorgenommen. Außerdem werden die Betriebsmaterialien (Dynamit, Fette, Öle, Petroleum, Benzin etc.) untersucht.

Colonien; Zur Unterbringung des gesellschaftlichen Personals bestehen zwei größere und zwölf kleinere Colonien mit zusammen 1200 und einer Pachtcolonie mit 38 Wohnungen. Zu den Wohnungen gehören außer den Wirtschaftsgebäuden größtenteils auch Küchengärten. Die Gassen und Straßen sind mit Baumpflanzungen versehen. Die zwei Hauptcolonien sind auf sanften Hügeln, mit regelmäßigen Häuserreihen in schöner anmutiger Lage, welche eine weite Fernsicht gestattet, erbaut und sind auch mit Parkanlagen versehen. In ihrer Nähe befinden sich die Schächte und Betriebsanlagen; im Norden grenzen Wälder, im Süden Felder und Weingärten an. Um die gesellschaftlichen Häuser zerstreut sind die von wenigen Arbeitern selbst erbauten Häuser gelegen. Ein Teil der Arbeiter wohnt in der Stadt Fünfkirchen und den umliegenden Dörfern. Für die weit wohnenden Arbeiter bestehen Schlafsäle.

In der Gemeinde Kirchen Schulen Wohnhäuser Gasthäuser Presshäuser Victualien- Magazine Spitäler Leichenhäuser nebst Friedhöfen Kanzlei - und Anstaltsgebäude Massive Schacht - Maschinen - Kesselhäuser Pulver und Dynamitmagazine Diverse Manipulations -Gebäude, Baracken und Schoppen
                         
Fünfkirchen 1 3 189 2 2 1 1 1 4 12 3 46
Szabolcs -- 3 116 1 --- 1 1 --- 3 6 3 32
Somogy --- --- 12 --- 1 --- --- --- 1 4 1 9
Vasas --- 2 34 1 --- 1 1 --- 2 4 1 11
Zusammen: 1 8 351 4 3 3 3 1 10 26 8 98

 

In der Gemeinde Kohlen- Wäschereien Briquettes- Fabriken Laboratorien Maschinen - Werkstätten und Schmiedegebäude Seperations- Anlagen Koksöfen Kalköfen Ziegelöfen Backöfen Gesamt- Objekte
                     
Fünfkirchen 1 1 1 3 2 20 2 3 2 300
Szabolcs --- 1 --- 2 3 40 --- --- 1 213
Somogy --- --- --- 1 1 --- --- --- --- 30
Vasas --- --- --- 1 1 --- --- --- --- 59
                     
Zusammen:                   3 602

                                           

Abbildung 1: Andreasschacht im Fünfkirchner Kohlenrevier. Im Hintergrund sind Teile der firmeneigenen Arbeitersiedlung mit der von der DDSG erbauten und unterhaltener Kirche zu sehen.

Abbildung 2: Kohlenverladestation mit Brikettfabrik und Koksöfen im Fünfkirchner Revier gegen Ende 1900

Abbildung 3: Kettenbahnanlage in Szabolcs mit DDSG - Lokomotive Nr. 6 im Vordergrund. Wie im Bild erkennbar, wurden zum Waggonrangieren Pferde verwendet.

Abbildung 4: Ansicht der anfangs der zwanziger Jahre erbauten Elektrozentrale (Mitte) und Kohlenwäsche (links) am Rande der Stadt Fünfkirchen. Am Bild ist gut zu erkennen, dass das Kohlenrevier der DDSG durchaus nicht den tristen Eindruck anderer europäischer Schürfgebiete hat. (alle Abbildungen aus "Rot- Weiß - Rot - auf blauen Wellen)

 

Schulen:    Die Gesellschaft unterhält eigene Volksschulen:1.) in der Colonie Fünfkirchen (eine Volksschule in zwei einstöckigen Schulgebäuden und ein Lesezimmer im Nachbargebäude. 2.) in Szabolcs (zwei Schulen in drei ebenerdigen Gebäuden) und 3.) in Vasas (eine Schule in zwei ebenerdigen Gebäuden), welche mit Lehrmittel wohl ausgerüstet sind und gegenwärtig (1893/94) von 1029 Werktags und 338 Wiederholungsschülern frequentiert werden. Die Schulen werden von 17 Lehrkräften betreut, die ebenfalls von der Gesellschaft bezahlt sind, bzw. als gesellschaftliche Beamte fungieren.

Die Volksbibliothek der Colonie Fünfkirchen zählt gegenwärtig 2502 Bände.

Kirchen:    Die Coloniebewohner sind größtenteils römisch- katholischer Confession, die von der Gesellschaft erhaltene Pfarre ist in der Colonie Fünfkirchen (5 km von der Stadt Fünfkirchen entfernt) gelegen und zählt 6000 Seelen. Für die Szabolcser und Vasaser Colonien bestehen in Szabolcs und Hird Dorfpfarren, welche von der Gesellschaft bestimmte Beiträge erhalten. In geringerer Anzahl kommen Arbeiter evangelischer, reformierter und griechischer Confession vor, welche in Fünfkirchen ihre Seelsorger haben, und erhalten einzelne der Geistlichen einen jährlichen Beitrag von der Gesellschaft. Die Coloniekirche ist gesellschaftliches Eigentum, dient jedoch dem öffentlichen Gebrauche.

Viktualienmagazine:    In den drei Magazinen werden Lebensmittel, Wäsche, etc. verkauft und der Gewinn am Jahresabschluss an die Arbeitnehmer verteilt. Der Umsatz im Jahre 1893 betrug 171.765 fl. Die sämtlichen Werks - und Wohngebäude umfassten mit Ende 1893 602 Objekte. An Maschinenanlagen waren Ende 1893 insgesamt vorhanden:

23 Förder-, 17 Wasserhaltungs-, 10 Ventilations-, 2 für elektrischen Antrieb und Beleuchtung, 16 für diversen Antrieb, 1 Luftkompression - Dampfmaschine und 4 Dampflaufzüge, ferner 87 Oberkessel. 103 Sieder, 11 Röhrenkessel. Weiters 62 Speisepumpen, 22 Vorwärmer, 42 Druck-, und 8 Saugsätze und 12 Grubenventilatoren.

Der Gesamtpersonalstand der gesellschaftlichen Bergwerke umfasste am 20. Juni 1894; 70 Beamte und Hilfsbeamte, 81 Aufseher, 2526 Arbeiter und 355 Taglöhner, zusammen 3032 Leute.

Der Bergwerksbetrieb musste eine Welt für sich gewesen sein. Der Mensch wurde im gesellschaftlichen Spital oder Wohnhaus geboren, besuchte die gesellschaftliche Kirche, ging in die gesellschaftliche Schule, wurde aus dem gesellschaftlichen Viktualienmagazin ernährt, verdiente schließlich sein Brot in den gesellschaftlichen Betrieben, vergnügte sich in den gesellschaftlichen Gaststätten und beschloss den ewigen Kreislauf schließlich im gesellschaftlichen Leichenhaus und Friedhof....

Selbst nach unseren weitgehenden Ansprüchen war die DDSG bereits um 1894 ein traditionell eingestelltes Unternehmen, und zwar ohne Rücksicht auf seine eigene wirtschaftliche Lage. An der Spitze stand der Pensionsfonds, mit vollem Titel das "Pensions- Institut für die Angestellten der Ersten k.k. priv. Donau - Dampfschifffahrts- Gesellschaft", welches 1894 1597 Mitglieder zählte und bei einem Gesamtvermögenstand von 3,909.160,24 fl. in diesem Jahr Ausgaben von 798.262,03 fl. getätigt hatte. Von Interesse ist auch die damals bestehende Staffelung des Pensionsausmaßes in Abhängigkeit von den Beitragsjahren:

Jahre % Jahre % Jahre % Jahre %
10 35 18 59 26 77 34 91
11 38 19 62 27 79 35 92,5
12 41 20 65 28 81 36 94
13 44 21 67 29 83 37 95,5
14 47 22 69 30 85 38 97
15 50 23 71 31 86,5 39 98,5
16 53 24 73 32 88 40 100
17 56 25 75 33 89,5    

                                                                                                

 

 

 

 

Neben dieser segensreichen, die Gesellschaft aber enorm belastenden Institution bestanden noch eine "Gemeinschaftliche Casse für Spareinlagen und Vorschüsse, der in Wien domicilierenden Angestellten der Ersten k.k. priv. Donau - Dampfschifffahrts- Gesellschaft, reg. Genossenschaft m. b. H." sowie die "Spargenossenschaft für die Angestellten der Ersten k. k. priv. DDSG in Budapest". Der  Unterstützung von Witwen und Waisen nicht vom Pensionsfonds erfasster Mitarbeiter diente der 1879 gegründete "Unterstützungsfonds für Witwen und Waisen nicht pensionsfähiger Angestellter der DDSG in Wien. Dieser war vereinsrechtlich konstituiert und zur Finanzierung seiner Tätigkeit auch Außenstehende fördernde Mitglieder aufnahm. In Ungarn bestand der 1863 gegründete "Unterstützungsverein der Capitäne der DDSG" in Budapest, daneben der "Club der Capitäne der DDSG" in Budapest. Dieser hatte eher gesellschaftliche Aufgaben und die nicht geringe Einschreibegebühr von immerhin 50 Kr. forderte. Danaben gab es noch den "Kranken - und Leichenbestattungsverein der Steuerleute der DDSG" in Budapest.

Von größter Bedeutung war die Knappschaftsbruderlade, über die berichtet wird:

"Sämtliche Arbeiter und Aufseher der gesellschaftlichen Kohlenwerke bei Fünfkirchen gehören einem Knappschaftsverein an. Die Leistungen des Vereins bestehen: a) in freier Cur und Medicin für die Mitglieder und deren Familien in Krankheitsfällen: b) Krankenlohn für die Mitglieder; c) Beihilfe zu den Begräbniskosten; außerdem bei längerer Dienstzeit; d) in der Pension im Fall der Arbeitsunfähigkeit; e) in Erteilung von Witwenpensionen; f) in Waisenunterstützungen und g) in außerordentlichen Unterstützungen.  Der ärztliche Dienst wird versehen von einem Chefarzt und drei Werksärzten neben mehreren Hebammen. Für schwere Krankheiten oder bei Mangel an häuslicher Pflege dient ein für 40 Betten komplett eingerichtetes Werksspital mit einem ärztlichen Gehilfen, einem oder zwei Krankenwärtern, einer Köchin, einer Wäscherin und einer Apotheke. Außerdem bestehen für das Szabolcer und Vasaser Revier je ein Notspital für den Bedarfsfall bei plötzlichen Unfällen und es sind dortigen Ärzte mit Handapotheken versehen.

Für die Mitarbeiter des Eisenbahnbetriebs bestand eine "Kranken - Unterstützungscasse". Ähnliche Zwecke wie der Unterstützungsverein verfolgte die "Königswarter- Stiftung", die vom Aktionär Jonas Freiherr von Königswarter im Jahre 1872 mit einem Kapital von 50.000 fl. errichtet worden war. Kraft eines besonderen Übereinkommens genossen die DDSG- Mitarbeiter Begünstigungen im Herkulesbad bei Mehadia in der Region des Eisernen Tores. 1885 war für durchreisende Beamte im Bahnhof Mohacs ein "Fremdenzimmer" eingerichtet worden, welches so beschrieben wurde:

1. In der Station Mohacs ist für die Organe der kgl. ung. General- Inspection sowohl als wie für jene der Mohacs- Fünfkirchner und Fünfkirchner- Barcser Bahn, ferner für die im Dienst reisenden Beamten der DDSG ein Fremdenzimmer eingerichtet, welches von jedem einzelnen dienstreisenden Beamten in Anspruch genommen werden kann.

2.    Für die Benützung dieses Fremdenzimmers ist pro Person 50 kr. Übernachtungsgebühr zu entrichten.

3.    Für die Übernachtungsgelder sind folgende Dienstleistungen zu verrichten: Reinigung, Beheizung und Beleuchtung des Zimmers, Reinhaltung der Bettwäsche und Handtücher, Bedienung und Reinigung der Kleider des Reisenden.

4.    Jeder Beamte, der das Fremdenzimmer benützt, hat bei Entrichtung der im Punkte 2 erwähnten Zahlung Anspruch auf: a) frische Bettwäsche während des Aufenthalts, b) reines Handtuch täglich, c)  zwei Stück Stearinkerzen zur Beleuchtung des Zimmers, d) Reinigung des Zimmers, e) Beheizung des Zimmers vom 15. Oktober bis 15. April, f) Reinigung der Kleider und Stiefel.

Auch mit sanitären Einrichtungen war die Gesellschaft wohl versehen. Sie besaß neben den Einrichtungen in Fünfkirchen noch Spitäler in Turnu Severin und Galatz mit zusammen 28 Betten. Neben zahlreichen angestellten Ärzten sorgten Vertragsärzte für den Gesundheitszustand der Mitarbeiterschaft.

 

 

                                                      Wer einmal vom Donauwasser trank,

                                           der wird sicher Fernwehkrank.

                                            Ist diese schöne Zeit

                                           auch schon längst Vergangenheit,

                                           aber du kannst dir sicher sein,

                                          diese Zeit, sie holt dich immer wieder ein.

 

                    

 

 

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