Das Ende der COMOS

 

 

                                

 

 

                                                 

     Eine kleine Auswahl der Schiffstypen, die unter der "COMOS"- Flagge unterwegs waren. Das letzte Bild zeigt die auf "PETROVA GORA" umbenannte "HOHENAU" nach ihren Verkauf nach Jugoslawien. (Alle Bilder Sammlung Dosch).

 

 

             CONTINENTALE FLUSSSCHIFFAHRTS GESELLSCHAFT

                                  COMOS

 

                                                    Eine Bilanz von 1922 -    1974

 

                                    ( Aus eigenen Aufzeichnungen, sowie Unterlagen von  Konsulent Otto Steindl)

 

 

 

                                                      Die Geschichte der COMOS

 

Am 1. Mai 1922 wurde die "DONAU PETROLEUM MOTORSCHEEPVAART MAATSCHAPPIJ- Amsterdam (DPM) gegründet. Kurz darauf entstand dann die "KONTINENTALE FLUSSSCHIFFAHRTSGESELLSCHAFT " Amsterdam. kurz "KFG" genannt, die vier Motorgüterschiffe und einen Güterkahn baute.

Sitz beider Gesellschaften war Amsterdam, mit einer Repräsentanz in Wien. Es wurde daher die holländische Flagge geführt.

Am 1. Mai 1924 schloss man sich zur " N. V. CONTINENTALE MOTORSCHEEPVAART MAATSCHAPPIJ" Amsterdam- kurz "COMOS" zusammen. Der Sitz der Gesellschaft verblieb weiterhin in Amsterdam, und die Schiffe fuhren weiterhin unter holländischer Flagge.

Die Gesellschaft entschied sich von Anfang an ausschließlich für Schiffe mit Verbrennungskraftmotoren. Schon im Jahre 1923 lief in der Schiffswerft Linz ein Motorzugschiff namens "COMOS" vom Stapel. Es war das erste Schiff dieser Art überhaupt auf der Donau.

Man betrieb aber in erster Linie den Bau von Tankkähnen, so dass die COMOS schon bald eine der stärksten Tankreedereien auf der Donau wurde.

In diesen Jahren ging der Aufbau der Reederei zügig voran. Man hatte damals eigene Agentien in Linz, Budapest und Giurgiu, sowie eine eine Reparaturwerkstätte am Donaukanal, schräg gegenüber der Urania.

Auch nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich blieb die COMOS eigenständig und in niederländischem Besitz. Erst nach dem deutschen Einmarsch in Holland 1940 ging die Firma in deutschen Besitz (Hermann - Göring - Konzern) über.  Die Schiffe wurden fast alle umgetauft und fuhren unter deutscher Flagge.

Umbenennungen im Mai 1940

Alter Name Neuer Name
Zugschiffe  
AMSTERDAM ARNULF
FRIESLAND FRIESACH
ROTTERDAM RÜDIGER
TEXEL TRAISEN
ZEELAND ZELL
   
Tankmotorschiffe  
CLARICE M . T. V
NIMROD M . T. VI
   
Motorgüterschiffe  
AMSTEL ADELHEID
NOORTJE NORA
TRUITJE TRUDE
WAAL WALTER
   
Warenboote  
ALKMAAR AGGSBACH
ALMELO AGGSTEIN
ARNHEM ARDAGGER
AMERSFORT ARNSDORF
BEVERWYK Bergau
BREDA BRANDSTATT
DEVENTER DÜRNSTEIN
DORDRECHT DORNACH
EDAM ENNS
GOUDA GÖTTWEIG
HAAG HAGENAU
HELDER HÖFLEIN

Damit begann zunächst eine Umschichtung des Schiffsbestandes, da einige Schiffe, vor allem Tanker, an die Wehrmacht übergeben werden mussten. Gleichzeitig wurde aber großzügig neu aufgebaut. Im Jahr 1944 besaß die COMOS 125 Einheiten, davon 25 Motorschiffe.

Das Jahr 1945 brachte aber dann die Katastrophe. Die Reederei verlor, hauptsächlich durch Beschlagnahme, 85% ihrer Zugkraft und 70% ihrer Tonnage.

Ab 1955 begann der eigentliche Wiederaufbau der Flotte, und bis zum Jahre 1960 konnte ein Teil der Kriegsverluste wieder ersetzt werden. Der Notwendigkeit entsprechend bestand die neue Flotte nur aus Zugschiffen und Schleppkähnen.

Im Jahre 1945 ging die COMOS mehrheitlich im österreichischen Besitz über, und fuhr nun unter rot - weiß -roter Beflaggung.

Ab dem Jahre 1960 wurden bei der Reederei Untersuchungen in Bezug auf Umstrukturierung der Flotte mit dem Kernsatz  Einsparung  und Rationalisierung durchgeführt. Dabei wurde erhoben, dass der Schubkoppelverband die optimalste Lösung darstelle. So begann im Jahre 1963 der Umbau der vorhandenen Flotte, der im wesentlichen bis Ende 1969 abgeschlossen werden konnte.

Man verzichtete aus betriebswirtschaftlichen Gründen auf Neubauten, und modernisierte die vorhandenen neuwertigen Schleppkähne. Im Jahre 1963 wurden die beiden Güterkähne "Erlau" und "Lindau" mit Schottel - Navigatoren ausgerüstet.  Wobei in diesen Fällen nur der Einsatz auf der oberen Donau beabsichtigt war. Nachdem sich diese Umbauten gut bewährt hatten erhielten 1965 zwei weitere Kähne "Kronau" und Grafenau" die gleiche Motorisierung. Damit begannen die ersten Versuche, Motorschiffe mit Hilfe von Fernsteuerung zu Koppelverbänden zu vereinigen. Diese Versuche brachten so gute Ergebnisse, dass ein solcher Verband über ein Jahr im Dauereinsatz stand. Aus Gründen, die mit dem Frachtaufkommen zusammenhingen, mussten die Verbandsfahrten wieder aufgegeben werden.

Der Einsatz dieser Motorgüterschiffe machten es möglich, die beiden ältesten Zugschiffe der Flotte "Hirschenau" und "Hohenau" zu verkaufen, und auch weiter die Flottenumstrukturierung zügig voran zu treiben.

1967 entstand aus 6 neuwertigen Güterkähnen der Schubkoppelverband "MUR" - "MÖLL". Der Verband war in seiner Konzeption, der Idee der Koppelung zweier Selbstfahrer mit Leichtern, und seiner technischen Ausrüstung mit den verschiedenen Fernsteuerungsmöglichkeiten, das Modernste auf der Donau. Von März bis Oktober befuhr er als Gesamtverband die Strecke Ismail- Linz, von Oktober bis März, aufgeteilt in Zweierverbände oder auch als Einzelfahrer, die obere Donau.

Im Zuge der Umstrukturierungen konnten drei weitere Zugschiffe und insgesamt 29 Güter - und Tankkähne verkauft werden. Vom Beginn im Jahre 1962 bis zum Jahre 1970 wurden die Zahl der Schiffe um 40%, und die Zahl der Mitarbeiter um 53% gesenkt, wobei jedoch die beförderten Frachtmengen um 41% anstiegen.

Mit Beginn des Jubiläumsjahr 1972 wurde, nach einem ausgearbeiteten Vorstandskonzepts, die COMOS von einer A. G. in eine Ges. m. b. H. umgewandelt, unter Neubesetzung der Gesellschaftsorgane. Damit legten die COMOS und die VIG- Vereinigte Tanklager und Transportmittel Gesellschaft m. b. H. Wien, deren Muttergesellschaft, die VTG- Hamburg, an der die COMOS beteiligt ist, ihre Büros und ihre Organisation zusammen. bei Bildung einer Personalunion in der Geschäftsführung und im Aufsichtsrat beider Gesellschaften.

 

Dann wurde, in etwas holprigen Beamtendeutsch versucht für die Firma zu werben:

Ziel dieser Neuordnung ist es, eine weitere Rationalisierung auf dem Gebiet der Verwaltung zu erreichen und den Kunden ein breit gestreutes Transportangebot aus einer Hand andienen zu können.

Die COMOS - VTG kann flüssige Fracht vom Tankschiff über den Kesselwagen bis zur Einlagerung in Tanklager betreuen und somit die vielfältigsten Transportvariationen anbieten.

Mit dieser Konzeption hofft die COMOS in Zukunft zum Nutzen ihrer Kunden tätig zu sein.

 

Dieser Text stammt teilweise aus der dünnen Broschüre des 50-jährigen Betriebsjubiläum der COMOS..

Im Vorwort schreibt der, leider unbekannt gebliebene Autor, Folgendes:

Ein Alter von 50 Jahren ist für ein Unternehmen noch kein biblisches Alter, aber doch ein Anlass Bilanz zu ziehen. Bilanz über 5 Jahrzehnte wechselvoller Firmengeschichte, geprägt von den Ereignissen  eines Weltkrieges und damit den Abschnitten des Aufbaues, der Zerstörung und des Wiederaufbaues.

Naturgemäß kann hier in erster Linie nur Rückschau gehalten und die Geschichte des Unternehmens dokumentiert werden. Dies soll aber nicht heißen, dass unser Blick zurück gerichtet ist, und wir nur von der Vergangenheit leben. Ganz im Gegenteil, soll dieser Rückblick uns stärken für die Gegenwart und Zukunft. Er soll zeigen, dass die heutigen Schwierigkeiten der Donauschifffahrt nicht nur als Zeit- Erscheinung zu sehen sind, sondern schon früher in ähnlicher Form vorhanden waren.

Die Tradition hoch zu halten, aber mit allen Kräften für die Zukunft zu arbeiten, soll unser Ziel sein.

 

Die Continentale Motorschifffahrtsgesellschaft überlebte ihre Festzeitschrift nur um zwei Jahre. Im Jahre 1974 wurde das AUS für die COMOS eingeläutet.

Ein Beweis dafür, dass man sich, trotz ausgezeichneter Mitarbeiter im Schiffsdienst sowie weit vorausblickendes technisches  Personal auch selbst "Kaputtsparen" kann. Allen Firmen sollte dies vielleicht Warnung genug sein...

 

 Die Bedeutung des Tankgeschäfts für die COMOS konnte man anhand der Mineralöltransporte 1931 - 1932 erkennen.

  1932 1931
Bayerischer Lloyd 98 275 t 78 188 t
COMOS 93 749 t 83 129 t
DDSG 89 198 t 75 696 t
Anglo - Danubian 65 307 t 62 145 t
MFTR 51 256 t 35 138 t
JRP 36 801 t 54 918 t
Cremin 31 743 t 34 344 t
SRD 24 072 t 39 448 t
Astra Romana 23 162 t 26 496 t
SFND 18 503 t 20 073 t
CSD 17 574 t 7 584 t
Süddeutsche 16 298 t 14 009 t
NFR 9 968 t 15 817 t
Anatra - 11 357 t
Boschan - 1 556 t

Aus "Die Freie Donau", 10. Februar 1933

 

                       Die Donauflotte 1938 (Aus die deutschen Wasserstraßen, Fritz Markmann)

Schifffahrtsgesellschaft Flagge Fahrzeuge PS Insgesamt Güter - t Tank - t
Bayerischer Lloyd Schifffahrts Aktien Gesellschaft AG (BL) deutsch 171 20 449 89 474 31 677
Continentale Motorschifffahrtsgesellschaft A. G. (COMOS) holländisch 85 8 280 32 453 20 635
Erste Donau - Dampfschifffahrts - Gesellschaft (DDSG) deutsch 424 30 510 248 914 21 006
Süddeutsche Donau - Dampfschifffahrtsgesellschaft (SDG) deutsch 30 2 730 14 371 3 802
Kgl. Ungarische Fluss - und Seeschifffahrts - A. G. (MFTR) ungarisch 263 20 342 128 441 11 110
Fluss- Schifffahrt des Königreichs Jugoslawien (JRP) jugoslawisch 457 27 482 236 216 30 430
Srpsko Brodarsko Drustov (SBD) jugoslawisch 74 2 450 32 128 -
Dampfschifffahrtsunternehmung Simon Schulz (Schulz) jugoslawisch 45 2500 21 398 -
Societate Anonyma Romana de Navigatiune pe Dunare (SRD) rumänisch 101 5 130 69 035 20 580
Navigatiune Fluviale Romana (NFR) rumänisch 177 10 950 102 369 5 290
Cechoslovakische Donauschifffahrts - AG (CPSD) tschechisch 162 10 820 99 593 9 951
Societe Francaise de Navigation Danubienne (SFND) französisch 80 4 950 51 096 8 392
The Anglo Danubian Transport Comp. Ltd. (AD) englisch 22 3 100 - 16 191
The Inland Waterways Comp. (SHELL) englisch 10 1 700 - 7 572
Deutsch - Rumänische Motortankschifffahrtsgesellschaft m . b. H. (DRMT) deutsch 8 2 120 - 6 250
insgesamt   2 109 153 513 1125 488 192 886

 

 

 

                                                                 Die COMOS - Flotte.

                              Zugschiffe: (Stand 1972)

Name Baujahr Bauwerft Leistung Geschichte

 

 

COMOS 1923 Linz 600   (2x300) 1963 bei km. 166 nach Havarie gesunken.
AMSTERDAM 1929 Linz 1200 (3x 400) 1944 Kriegsbeute, jetzt SDP OMSK
ROTTERDAM 1929 Linz 280  (2x140) 1944 bulgarische Kriegsbeute, BRP "KOZLODUJ"
TEXEL 1929 Linz 200  (2x100) 1944 russische Kriegsbeute, dann russische Marine
STRUDEN 1937 Hitzler 800  (2x 400) jetzt JRB "AVALA"
WACHAU 1937 Budapest 300  (2x 150) jetzt SDP "JAROSLAWL"
ZEELAND 1938 Linz 380  ( 1x 380) Sowjetbeute- jetzt SDP "KOMSOMOLSK"
FRIESLAND 1938 Linz 850  (2x 425) ?
KREUZENSTEIN 1940 Linz 410  (1x 410) jetzt SDP " BAKU"
GREIFENSTEIN 1941 Hitzler 750  (2x 375) jetzt SDP "LENINGRAD"
WERFENSTEIN 1941 Hitzler 750  (2x 375) 1982 verschrottet
JOCHENSTEIN 1941 Hitzler 750  (2x 375) 1982 verschrottet
HIRSCHENAU 1943 Linz 850  (2x 425) 1982 verschrottet
HOHENAU 1943 Linz 850  (2x 425) 1982 verschrottet
HAUSTEIN 1944 Hitzler 820  (2x 410) jetzt SDP "MURMANSK"
FRAUENSTEIN 1944 Hitzler 820  (2x 410) jetzt SDP "KURSK"
SALZBURG 1954 Linz 880  (2x 440) ?
INNSBRUCK 1956 Linz 760  (2x 380) 1968 verkauft, BRP "OBRETENOW"
GRAZ 1957 Linz 1050 (2x 525) 1969 verkauft, BRP "ZACHARI STOIANOV"
BREGENZ 1958 Linz 1050 (2x 525) 1971 im Dauercharter an DL "PROMINA"

                                                       

 

                                                    Ehemalige "COMOS"- Zugschiffe im Einsatz für die zweite österr. Reederei auf der Donau.

                                                                              

 

                                           Motorgüterschiffe

Name Baujahr Bauwerft Leistung Geschichte

 

TRUITJE 1922 Linz 300  (2x150) 1949 abgeführt
NOORTJE 1922 Linz 300  (2x 150) jetzt SDP "GK 730
AMSTEL 1933 Deggendorf 700  (2x 350) Sowjetbeute- jetzt SDP "VJATKA"
H. SCHMIEDL 1936 Linz 400  (2x 200) jetzt SDP "GK 691"
LINDAU 1958 Linz 500  (2x 250) motorisiert 1963 in Linz Schottel- später DDSG
ERLAU 1959 Linz 500  (2x 250) Schottel- später DDSG
GRAFENAU 1959 Linz 500  (2x 250) 1966 motorisiert in Korneuburg, Schottel- später DDSG
KRONAU 1959 Linz 500  (2x 250) 1966 motorisiert in Korneuburg, Schottel- später DDSG
MÖLL 1961 Linz 870  (1x 870) Schubschiff umgebaut und verlängert in Linz 1967, später DDSG
MUR 1962 Linz 870  (1x 870) Schubschiff umgebaut in Linz 1967, später an AVANTI

 

                                                                                          

 

                                            Motortankschiffe

NAME BAUJAHR BAUWERFT LEISTUNG GESCHICHTE

 

 

NIMROD 1922 Linz 400  (2x 200) jetzt SDP ?
CLARICE 1923 Linz 400  (2x 200) jetzt SDP ?
D. P. M. I 1923 Linz 400  (2x 200) Sowjetbeute. Fährt als russisches Seeschiff im Schwarzem Meer
D. P. M. II 1923 Linz 400  ( 2x 200) SDP "RIOM"
D. P. M. III 1923 Linz 400  (2x 200) 1944 im Ägäischen Meer versenkt
D. P. M. IV 1924 Linz 530  (2x 265) jetzt " T IV "
M. T. XXX 1940 Deggendorf 840  (2x 420) jetzt SDP "BALHAS"
LEITHA 1956 Linz 870  (1x 870) 1966 motosiert als Schubschiff in Linz- später DDSG
TRAUN 1956 Linz 870  (1x 870) 1967 in Linz als Schubschiff verlängert, später DL "OPATOVAC"
ENNS 1956 Linz 870  (1x 870) Als Schubschiff 1969 in Linz verlängert, später DDSG

 

                                                                                                                          

                                                                        

                    Das erschien m "Donau - Kurier", der Mitarbeiterzeitung der DDSG.                                               Konsulent Otto Steindl, aus dessen Unterlagen hier rezitiert wird.

 

 

                                     Statistik über die Jahre 1924 - 1972

Jahr Zahl der Schiffe Zugkraft in PS Tonnage t Beschäftigte Frachtaufkommen in Tonnen
1924 13 3 130 7 500 ? 31 850
1932 54 6 320 36 543 ? 192 590
1938 67 8 530 40 290 342 229 444
1944 125 14 960 86 500 560 329 498
1945 33 2 100 26 017 148 ?
1952 32 2 100 25 999 134 258 023
1962 57 5 100 44 395 260 353 811
1970 34 8 897 26 663 123 496 114
1972 30 7 847 23 963 102 ?

 

      Strukturbereinigung in der Donauschifffahrt abgeschlossen  ( aus dem "Donau Kurier" Oktober 1976)

 

Nach eingehenden Verhandlungen und hergestelltem Einvernehmen mit dem Eigentümervertreter konnte am 21.Juli 1976 mit dem Alleineigentümer der "Continentalen Motorschifffahrtsgesellschaft m. b. H.", Herrn Josef Peter GARTNER, ein Vertrag über den Ankauf der Motortankschubschiffe "Möll" und "Leitha" sowie von 5 antriebslosen Einheiten unterzeichnet werden. Gleichzeitig verpflichtete sich die COMOS, ihre Binnenschifffahrtskonzession zurückzulegen und auf dem Gebiet der Binnenschifffahrt im weitesten Sinn nicht mehr tätig zu werden. Die gleichen Verpflichtungen hat Herr GARTNER auch persönlich übernommen. Der gegenständlichen Transaktion lagen weniger betriebswirtschaftliche, sondern vorwiegend prinzipielle verkehrspolitische Erwägungen zugrunde. Die DDSG darf mit Dankbarkeit und Genugtuung feststellen, dass der Eigentümer auch in dieser Situation den Bedürfnissen der österr. Binnenschifffahrt vollstes Verständnis entgegenbrachte - und zur Wahrung der österr. Interessen vorausblickend tätig wurde. Die DDSG übernahm die folgende COMOS- Flotte:

Objekt Baujahr Umbau Bauwerft Länge über alles m Breite über Außenhaut m Tiefste Tauchung  cm Tragfähigkeit  t Leistung   PS

 

MTSS "Möll" 1961 1975 Linz 80,21 9,01 235 1021,330 970
MTSS "Leitha" 1956 1966/68 Linz 74,23 9,00 235 942,061 970
SL "10081 1961 1967 Linz 74,55 9,01 225 950,840 --
ex "Comos 1", ex "Drau"                
SL "10082 1962 1967 Linz 74,55 9,01 225 950,840 --
ex "Comos 2", ex "Mürz"                
SL 10083 1960 1967 Linz 74,35 9,03 225 942,052 --
ex "Comos 11" ex "Triesting"                
TK "9806" 1955 1974 Linz 74,61 9,00 235 1029,534 --
ex "Lobau"                
TK "9807" ex "XXVI" 1937   Linz 74,74 10,02 200 955,689 --

 Die beiden Motorschiffe sind mit Schubplattformen am Bug versehen, die Leichter haben Schubplattformen am Heck, so dass die Fahrzeuge zu Schubverbänden gruppiert werden können. Die Leichter 10081 und 10082 sind zusätzlich mit Bugstrahlruder ausgerüstet. Die beiden Motorschiffe sind mit je einem umsteuerbaren aufgeladenen 6 Zyl. Viertaktdieselmotor der Type MWM TBD 484-6 U ausgerüstet, welcher seine Leistung von 970 PS bei 365 UpM abgibt.

 

                                                                                 

                                                 Bereits unter DDSG - Flagge: Motortankschiff "MÖLL" mit "GNOM" im Donaukanal.

 

                    Alle COMOS - Fahrzeuge mit Eigenantrieb von 1922 bis 1974  (gesammelt und katalogisiert von Klaus Heilmeier)

 

Nummer Typ Name Werft Baujahr Leistung in PS Tragfähigkeit in t Bemerkungen

 

1 MTS 2 NIMROD Linz 1922 2 x 200 508 Als MGS gebaut, 1926 MTS, ab 1940 M. T. Vi. 1944 Umbau zum GK "MUCKENDORF", 1945 an Sowjets, Verbleib ungeklärt.
2 MGS 2 TRUITJE Linz 1922 2 x 150 497 Ab 1940 "TRUDE", 1944 bei km 1736 auf Mine gelaufen, gehoben, 1945 in Wien von Sowjets übernommen, 1949 in SU, Verbleib ungeklärt.
3 MGS 2 NOORTJE Linz 1922 2 x 150 534 Ab 1940 "NORA", 1944 bei km 1489 auf Mine gelaufen, von Sowjets übernommen, später SDP GK 730
4 MZS 2 COMOS Linz 1923 2 x 300 - Erstes Motorzugschiff auf der Donau, ab April 1941 Räumfahrzeug der Donauflottile, am 26.10.1944 bei km 1462 (Dunaszecsö) gesunken, 1947 durch Ungarn gehoben. SDP "MAGADAN", 1963 bei km 116 nach Havarie gesunken.
5 MTS 2 CLARICE Linz 1923 2 x 200 595 1921 als "Galerie- Schlepp" gebaut. 1926 Umbau zum MTS, ab 1940 M.T.V, 1944 Umbau zum GK "MANNSWÖRTH", 1945 von Sowjets abgezogen, Verbleib ungeklärt.
6 MTS 2 D. P. M. I Linz 1923 2 x 200 624 Ab 1940 M. T. I, 1942 seetüchtig gemacht, 1944 in Varna an Sowjets, später Einsatz als Seeschiff im Schwarzen Meer unter sowjetischer Flagge.
7 MTS 2 D. P. M. II Linz 1923 2 x 200 678 Ab 1940 M. T. II. 1942 seetüchtig gemacht, 1943 torpediert, 1945 von Sowjets umgebaut, SDP "RIOM".
8 MTS 2 D. P. M. III Linz 1923 2 x 200 650 Ab 1940 M. T. III., 1942 Umbau zum Seeschiff für den Seetransportchef Schwarzmeer/DKS, Oktober 1943 durch die Dardanellen nach Saloniki, 28.3.1944 in der Ägäis von britischen Unterseeboot torpediert und versenkt.
9 MTS 2 D. P. M. IV Linz 1924 2 x 265 635 1942 seetüchtig gemacht, 1946 Umbau zum MGS M IV, 1953 entmotorisiert, 1974 an Gartner verkauft, später Poppinger, Wien. Ab 1988 bei Fa. Danutrans, Krems.
10 MZS 3 AMSTERDAM Linz 1929 3 x 400 - Ab 1940 "ARNULF", 1944 an Sowjets, SDP "OMSK"
11 MZS 2 ROTTERDAM Linz 1929 2 x 140 - Ab 1940 "RÜDIGER", 1941 bei Nikopol gesunken, 1947 von Bulgarien gehoben, bei BRP "KOZLODUJ", Ende 1967 an die DDF, 1976 an Fa. APK Ivanovo (Flussbaggerei), 1992 noch in Betrieb.
12 MZS 2 TEXEL Linz 1929 2 x 100 - Ab 1940 "TRAISEN", 1943 Räumschiff Räumgruppe Seedonau, ab 16.11.1943 SSG - Schlepper, am 27.8.1944 von Bulgarien übernommen.
13 MGS 2 AMSTEL DWE Deggendorf 1933 2 x 350 712 Ab 1940 "ADELHEID", 1944 im Schwarzen Meer durch Bombe versenkt, gehoben, nach Wien gebracht. Ab 1945 bei Sowjets, SDP "VJATKA"
14 MGS 2 H. SCHMIEDL Linz 1936 2 x 200 552 Ab 1938 "WAAL", ab 1940 "WALTER", am 31.12.1944 Ersatzschiff für Budapest (KT 37), bei Tahitotfalu gestrandet, später bei MESZHART, GK 691, nach 1947 in die Sowjetunion.
15 MZS 2 STRUDEN Hitzler, Regensburg 1937 2 x 325 ab 1942 2 x 400 - Für MOSAG Zürich als "ZÜRICH" gebaut, von Fa. Simon Schulz, Pancevo, bereedert. 1939 von Fa. MOSAG erworben, 22.5.1944 bei km 1508 Minentreffer, 8 Tote. 1945 von Jugoslawien gehoben, umgebaut und verlängert, JRB "AVALA", 1981 verschrottet.
16 MZS 2 WACHAU Budapest 1937 2 x 150 - 1939 von DDSG gekauft, 1943 seetüchtig gemacht, 1944 im Schwarzen Meer von Sowjets übernommen, SDP "JAROSLAWL"
17 MZS 1 ZEELAND Linz 1938 1 x 380 - Ab 1940 "ZELL", Sep. 1944 Räumschiff IMRD (D), Obere Donau. Ab 1.1.1945 Begleitschiff Geleitgruppe Donauflottille, im April 1945 bei Spitz (km 2018) durch Besatzung selbst versenkt, von Sowjets gehoben, SDP "KOMSOMOLSK"
18 MZS 2 FRIESLAND Linz 1937 2 x 380 ab 1943 2 x 425 - Ab 1940 "FRIESACH", ab April 1944 Räumschiff der IMRD (d), am 20.9.1944 bei km 883 (Brza Palanka) durch KM gesprengt, Zweite Version: Durch rumänische Artillerie versenkt, Totalverlust.
19 MTS 2 M. T. XXX DWE Deggendorf 1940 2 x 420 813 1944 bei Vidin von Rumänien gekapert, später bei SDP "BALCHASCH"
20 MZS 1 KREUZENSTEIN Linz 1940 1 x 410 - So genannter "O"- Schlepper, Projektbezeichnung O 1, 1943 seetüchtig gemacht, 1944 an Sowjets, SDP "BAKU"
21 MZS 2 GREIFENSTEIN Hitzler, Regensburg 1941 2 x 375 - 1944 auf der unteren Donau an Sowjets, SDP "LENINGRAD"
22 MZS 2 WERFENSTEIN Hitzler, Regensburg 1941 2 x 375 - 1944 bei km 1290 auf Mine gelaufen und gesunken. Später JRB "KOPAONIK", 1981 verschrottet.
23 MZS 2 JOCHENSTEIN Hitzler, Regensburg 1941 2 x 375 - 1944 bei km 1214 auf Mine gelaufen, später JRB "KRIVOSIJE", Anfang der 80er Jahre verschrottet.
24 MZS 2 HIRSCHENAU Linz 1943 2 x 425 - N 20, bis 1946 Gasgenerator, dann MWM Diesel, 1967 an JRB verkauft, "FRUSKA GORA", 1981 verschrottet.
25 MZS 2 HOHENAU Linz 1943 2 x 425 - N 19, bis 1946 Gasgenerator, dann MWM Diesel, 1967 an JRB verkauft, "PETROVA GORA", 1981 verschrottet.
26 MZS 2 HAUSTEIN Hitzler, Regensburg 1944 2 x 410 - 1945 in Werft Korneuburg von Sowjets übernommen, später SDP "MURMANSK"
27 MZS 2 FRAUENSTEIN Hitzler, Regensburg 1944 2 x 410 - 1945 an Sowjets, SDP "KURSK"
28 MZS 2 SALZBURG Linz 1954 2 x 440 - 1974 an Gartner verkauft, Ende der 70er Jahre an Poppinger, Wien, seit 1985 Ponton in Budapest.
29 MZS 2 INNSBRUCK Linz 1956 2 x 525 - Am 12.9. 1968 an Bulgarien verkauft, 28.4.1969 an BRP "OBRETENOW", ab 24. 1. 1983 bei DDF, 1985 abgerüstet, im Juni 1992 zur Verschrottung nach Kladovo.
30 MZS 2 GRAZ Linz 1957 2 x 525 - Am 3. 4. 1969 an Bulgarien verkauft, am 8.9.1969 an BRP "ZACHARI STOIANOW", Ende 1990 zur Verschrottung nach Kladovo.
31 MZS 2 BREGENZ Linz 1958 2 x 525 - 1971 in Dunavski Lloyd, Sisak verkauft, "PROMINA", im März 1992 in Sisak/ Save abgestellt.
32 MTS 1 COMOS 1 Hitzler, Lauenburg 1958 1 x 630 (915), 1130 COMOS - Rheinschifffahrt, 1965 um 13 m verlängert, umgetauft in VTG 72
33 MTS 1 COMOS 2 Hitzler, Lauenburg 1958 1 x 850 1436 COMOS - Rheinschifffahrt, 1964 umgetauft in VTG 72
34 MGS 2 LINDAU Linz 1958 (1963) 2 x 250 846 1958 als GK "LINDAU" gebaut, 1963 modernisiert (Schottel), 1973 zum MTS umgebaut, 1974 an die DDSG verkauft, 1992 noch in Fahrt.
35 MGS 2 ERLAU Linz 1959 (1963) 2 x 250 862 1959 als GK "ERLAU" gebaut, 1963 motorisiert (Schottel), 1973 zum MTS umgebaut, 1974 an DDSG verkauft, 1992 noch in Fahrt.
36 MTS 1 LEITHA Linz 1956 (1966) 1 x 870 942 1956 als TK "LEITHA" gebaut, 1966Umbau zum MTS mit Schubplattform, 1974 an Gartner verkauft, 1976 an DDSG weiterverkauft, Maschinenleistung mit 970 PS angegeben, 1990 Aufbauten demontiert, Motor entfernt, 1992 vorgesehene Verwendung als TK.
37 MGS 2 GRAFENAU Linz, Korneuburg 1959 (1966) 2 x 250 843 1959 als "GRAFENAU" gebaut, 1966 Motorisierung in Korneuburg (Schottel - Antrieb), 1974 an DDSG verkauft, 1992 liegt das Wrack nicht mehr fahrbereit in Linz.
38 MGS 2 KRONAU Linz, Korneuburg 1959 (1966) 2 x 250 866 1959 als GK "KRONAU" gebaut, 1966 Motorisierung in Korneuburg (Schottel - Antrieb), 1974 an DDSG verkauft, 1989 Antrieb demoliert, 1992 Wohnschiff und Ponton im Hafen Wien - Freudenau.
39 MZS 1 COBUX Niederspay (Rhein), Korneuburg 1934 (1965) 1 x 265 - Ex "ADAM", 1965 in Korneuburg umgebaut, 1966 - 1972 Bugsier- Dienst in Regensburg. 1972 an Bayerischen Lloyd, Regensburg, verkauft. VILS, 1979 an Brandner, Wallsee, "BIRGIT", 1992 noch in Fahrt.
40 MGS 1 MÖLL Linz 1961 (1967) 1 x 870 973 1961 als GK "MÖLL" gebaut, 1967 Umbau zum MGS mit Schubplattform, 1975 Umbau zum MTS, 1976 Verkauf an DDSG, Maschinenleistung 970 PS, Tragfähigkeit 1021 T, 1992 noch in Fahrt.
41 MGS 1 MUR Linz 1961 (1967) 1 x 870 977 1961 als GK "MUR" gebaut, 1967 Umbau zum MGS Mit Schubplattform, 1974 an J. P. Gartner, Ende 70 er - Jahre an Fa. Avanti verkauft, Umbau zum MTS "MUR" (1980), Maschinenleistung 809 kW, Tragfähigkeit 1008 t 1992 noch in Fahrt.
42 MTS 1 TRAUN Linz 1956 (1967) 1 x 870 996 1956 als GK "TRAUN" gebaut, 1967 Umbau zum MTS, 1974 Verkauf an Dunavski Lloyd, Sisak /Save, "OPATOVAC", 1992 betriebsbereit in Sisak abgestellt.
43 MTS 1 ENNS Linz 1956 (1969) 1 x 870 1084 1956 als TK "ERLAUF" gebaut, 1969 Umbau zum MTS, 1974 Verkauf an DDSG, Maschinenleistung mit 1100 PS angegeben, 1992 in Fahrt.
44 MS 2 HEDDY Linz 1931 2 x 36 - 1931 lieferte die Linzer Werft für die COMOS ein Bugsierboot, das in der Werftliste als "Schubboot" bezeichnet ist. In der COMOS- Flottenliste ist das Fahrzeug nicht erwähnt.
45 MZS 2 S 3 (SARMINGSTEIN) Ruthof, Regensburg 1945 2 x 510 - Im Februar 1945 auf der Helling der Ruthof - Werft durch Bombentreffer zerstört.
46 MZS 2 S 4 (SÄUSENSTEIN) Ruthof, Regensburg 1945 2 x 510 - Siehe oben.

Legende der Kurzbezeichnungen:

DZR = Zugraddampfer        DZS 1/2 = Zugschraubendampfer (1 bzw. 2 Schrauben)            MZR = Motorzugradschiff            MZS 1/2/3 = Motorzugschraubenschiff (1 bzw. 2 oder 3 Schrauben)            MGS 1/2 =    Motorgüterschiff (1 bzw. 2 Schrauben)

MTS 1/2 = Motortankschiff (1 bzw. 2 Schrauben            MPS 1/2 = Motorpersonenschiff ( 1 bzw. 2 Schrauben)            GK = Güterkahn            TK = Tankkahn

 

                                                                                           (alle Flaggen Sammlung Fabsits).

Die drei Bilder ( Archiv Schifffahrts- Museum Regensburg) zeigen die beiden letzten Zugschiffe der COMOS. Am dritten Bild ist MZS "HIRSCHENAU" am 24. April 1954 bei Einfahrt in die Nordschleuse Kachlet zu sehen. Dazu interessant, dass der Anhang aus DDSG Schleppkähnen besteht.

 

 

 

 

 

                                                                                               

 

 

 

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