Schifffahrt in schwerer Zeit                                      

                         

 

 

                                              

 

 

  Leider ist über die Zeit der Donauschifffahrt im II. Weltkrieg nicht viel bekannt. Trotzdem bin ich doch auf wenige Artikel gestoßen, die dieses Thema behandeln. Es wird aus fremden Quellen zitiert.

 

                                          Schifffahrt und Schiffbau an der Donau im II. Weltkrieg

                                                          von Herbert Winkler ( aus MARINE - Gestern, Heute -1988)

 

Am 12. März 1938 wurde auch Österreich an das Deutsche Reich angegliedert. Im Sommer 1938 wurden die Donau - Schifffahrtsgesellschaften DDSG, Wien, COMOS, Wien und BAYERISCHER LLOYD, Regensburg zur "Deutschen Donauschifffahrtsgruppe" zusammengefasst. Die private Donaureederei JOSEF WALLNER, Deggendorf, konnte sich ihre Selbständigkeit teilweise erhalten.

Am 1. September 1939 begann mit dem Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg, was vorerst auf die Donauschifffahrt wenig Einfluss hatte. Aber die Donauflottille der Kriegsmarine wurde zunächst still gelegt und die beiden Beischiffe "KRIEMHILD", "BRUNHILD" sowie das Zugschiff "ALBERICH" der DDSG zur Fügung gestellt. Gleichzeitig wurden die Flussräumboote über den alten Ludwigs - Kanal ( Donau - Main - Kanal ) nach Rotterdam verlegt. Die Personenschiffe wurden für K. d. F,- (Kraft durch Freude- Urlaubsorganisation) Fahrten eingesetzt.

Im September 1940 musste Rumänien auf sowjetischen Druck Bessarabien an die UdSSR abtreten. Als Bessarabien wurde das Grenzland zwischen Pruth, Dnjestr und dem Schwarzen Meer bezeichnet. Augrund einer deutsch- sowjetischen Vereinbarung wurden vorher die rund 80 000 Bessarabiendeutsche evakuiert. Die Umsiedler wurden in Galatz, Reni und Izmail an Bord genommen und in Semlin /Zemun (3 km oberhalb Belgrads) ausgeschifft. Von den bei der Evakuierung eingesetzten 27 Personenschiffen waren 16 Einheiten im Besitz der DDSG.

Im Frühjahr 1941 änderte sich die Situation grundlegend, da am 27. März 1941 Offiziere in Belgrad die deutsch - freundliche Regierung gestürzt hatten. Worauf es zum deutschen Einmarsch in Jugoslawien kam. Am 2. April 1941 verlegten die Jugoslawen das Motorschiff "KUMANOV" mit zwei mit Steinen beladenen Schleppkähnen nach Milanovac, km 993. Die Mannschaft wurde angewiesen die Kähne zu versenken und damit den Kanal von Jucz, km 987,7 - 989 zu sperren. In Tekija km 995 lag das Motorschiff "VITES", um ebenfalls durch Versenken von zwei mit Steinen beladenen Kähnen den Eisernen - Tor - Kanal, km 944,6 - 946,7 zu sperren. Deutsche Pioniere mit Sturmbooten und den Schiffen "FORSCH", BRÜSTERORT" und "COMOS" konnten dieses Vorhaben jedoch vereiteln. Die Jugoslawen versenkten die beiden Zugschiffe selbst, die Kähne liefen an Land und konnten sie keinen gröberen Schaden mehr anrichten. Eine Sperre des Eisernen Tores hätte auf jeden Fall eine längere Unterbrechung der Schifffahrt zur Folge gehabt. Die Einheiten der Donauflottille wurden aus Rotterdam nach Linz zurückgeführt, von wo sie umgehend nach Belgrad beordert wurden. Am 5. Juni 1941 flogen durch Sabotage die in der alten Festung Semendria/ Smederevo, km 1116, gelagerten Munitionsvorräte der jugoslawischen Armee in die Luft. Dabei sank ein jugoslawisches Schiff und mehrere Einheiten wurden schwer beschädigt. Danach suchten Einheiten der deutschen Donauflotte die Donau nach Minen ab und machten die Flussstrecke wieder frei. Der staatliche jugoslawische Schifffahrtsbetrieb JRP kam unter der Bezeichnung "SOR" ( Südostreederei) bis 1944 unter deutsche Verwaltung.

Am 20. Juni 1941 lag die Donauflottille im rumänischen Hafen Braila, km 170. Auf dem rumänischen Monitor "BUKOVINA" (ex k. k. "SAVA") fand eine Besprechung über die Zusammenarbeit der beiden Flottillen statt. Am 21. Juni 1941 begann der Russlandfeldzug, wodurch die rumänische Schifffahrt empfindliche Verluste erlitt. Durch die von den Sowjets im Delta gelegten Minen gingen auch zwei Flussräumboote der Donauflotte verloren. Durch den Nachschubbedarf steigerte sich der Schiffsverkehr immens, von anderen deutschen Stromgebieten wurden Zugschiffe und Kähne zur Donau gebracht.

Bereits 1940 reichte die Kapazität der Donau - Tankkähne nicht aus, um die gestiegenen Erdöltransporte aus Rumänien abzuwickeln. Aus diesem Grund wurden 14 Tankkähne von der Elbe zur Donau gebracht und in Dresden an Land gezogen. Dort wurden die Aufbauten abgebaut, im Rumpf verstaut, die Kähne auf Spezial- Tieflader über die Autobahn nach Ingolstadt gebracht und dort zu Wasser gelassen. In Regensburg erfolgte schließlich die betriebsfertige Ausrüstung. Auf diesen Erfahrungen aufbauend, kam es ab 1914 zu ständigen Schiffsüberstellungen. Das schwierigste Unternehmen war 1942 /43 der Transport von 6 U- Booten der II B - Type. Es wurden Dieselmotore, Batterien und E- Maschinen ausgebaut und der Turm abgeschweißt. Die Boote wurden auf die Seite gelegt und zur Verminderung des Tiefgangs auf beiden Seiten Pontons angeheftet. In der Werft Galatz wurden die Boote wieder aufgerichtet und für den Schwarzmeereinsatz ausgerüstet. Ab 1943 lief die "Penischen Aktion". Das Deutsche Reich hatte in Holland, Belgien und Frankreich eine große Anzahl Penischen - Kähne ( Kähne mit Eigenantrieb) gekauft. Sie wurden über den Rhein - Mittellandkanal - Elbe - Autobahn - Donau zum Schwarzen Meer überführt.

Unter der technischen Leitung der DDSG wurde mit dem Schiffbau "SOFORT - PROGRAMM" begonnen. Entworfen wurden vier Typen von Schraubenmotorschiffen, wovon die Serie "N" mit 22 gebauten Einheiten die größte war. Für die mittlere und untere Donau, war der 10 Einheiten umfassende Typ "Z" vorgesehen. Auf der unteren Donau, wo die geringe Stromgeschwindigkeit und ausreichende Wassertiefe den Einsatz von Einschraubenschiffen möglich machte, kamen die sechs Schiffe der "O"- Serie zum Einsatz. Dazu sollte noch eine Kleinserie von drei Einheiten des Schiffstyps "NU" sollte in Komarom für Ungarn gebaut werden. Die Serie "NU" war eine vergrößerte Ausführung der "N"- Type. Auf der Strecke Gönyü, km 1791 bis Regensburg, km 2379, waren die nautischen Schwierigkeiten am besten durch Radzugschiffe zu bewältigen. So wurden auch 14 Radmotorschiffe des Typs- "R" projektiert, von denen 12 auch wirklich gebaut wurden. Die Werft Korneuburg sollte auch acht "Schwarzmeer - Einheitsfrachter" bauen, die aber nicht fertig wurden. Auch eine große Anzahl von Schlepp- und Tankkähnen lief vom Stapel. Ab 1943 war die Treibstofflage bereits so angespannt, dass einige Schiffe mit Gasgeneratoren ausgerüstet wurden. Außer diesen beschriebenen Schiffstypen baute die Ruthof- Werft in Regensburg nach eigenen Entwürfen zusätzlich noch einige Motorzugschiffe. Wegen der Treibstoffknappheit erhielt diese Werft 1944 noch den Bauauftrag von vier Raddampfern mit Hochdruckdampfmaschinen (Kohlefeuerung! ). Die Kriegslage machte dies aber wieder zunichte. Da die großen Werften ab 1943 mit dem Bau von Marinefährprähmen voll beschäftigt waren, wurden andere Bauträger gesucht. So erhielten die Kleinwerften Ybbs, Deutsch Altenburg und Apatin 1944 den Auftrag zum Bau von 12 so genannten SS- Frachtern mit 720 t Ladefähigkeit. Der Bau dieser Schiffe konnte nicht mehr beendet werden und so fielen sie den Sowjets 1945 noch unfertig in die Hände. Nach der Besetzung der Ukraine durch deutsche Gruppen wurde unter Führung der DDSG die "Dnjepr - Flussschifffahrt und die DKS "Dnjepr - Küstenschifffahrt organisiert. Die Schiffe hatten ihr Einsatzgebiet im Schwarzen Meer, am Dnjepr bis Saporosje wo es gefährliche Stromschnellen gab. Weiters fuhren sie noch am Unterlauf von Don und Bug. Die DDSG war auch zeitweilig mit der Verwaltung der Werften in Nikolajew und Cherson betraut. Da im Schwarzen Meer akuter Schiffsraummangel herrschte, wurden etliche Donauschiffe für den Seeeinsatz notdürftig adaptiert.

Am 6.7.1943 waren folgende Donauschiffe für den Schwarzmeereinsatz abgestellt: (Einschließlich der Verluste).

  Motorgüterschiffe Fahrgastschiffe Zugschiffe Tankkähne Güterkähne Fahrzeuge insgesamt
Kriegsmarine 18 - 10 2 25 55
Dnjepr- Flussschifffahrt 4 2 6 - 22 34
Einsatzgruppe Kertsch - - 3 - - 3
Dnjepr - Küstenschifffahrt (Wirtschaftsverkehr mit Südrussland 11 - 26 10 80 127
gesamt 33 2 45 12 127 219

  Außerdem waren 60 Tankkähne beim Brückenbau in Giurgiu eingesetzt. Zur weiteren Verstärkung des Seeschiffraumes im Schwarzen Meer und in der Ägäis war die Übernahme von 15 Motorgüterschiffe und 11 Motortankschiffe vorgesehen. Dieses wurde auch nach Umbau der geeigneten Schiffe teilweise durchgeführt.

Bis 1943 waren die Schiffsverluste durch Feindeinwirkung gering geblieben und die Donauschifffahrt konnte die gigantischen Transportaufgaben bewältigen. Die größeren Personenschiffe waren zu Lazarettschiffen adaptiert worden, einige wurden auch als Zugschiffe eingesetzt. Dort hatte man die Kommandobrücke behelfsmäßig gepanzert, wo es ging wurde auch eine 2 cm Flak montiert. Am 9. April 1944 verschlechterte sich die Lage der Donauschifffahrt schlagartig, denn in Süditalien stationierte britische Flugzeuge hatten die Donau aus der Luft vermint. Bereits am 27.4.1944 war der IMRDD ( Inspektor Minenräumdienst Donau ) eingerichtet worden, um die Minenverseuchung in den Griff zu bekommen.

In einem Fernschreiben vom 10. Juli 1944 meldete darüber der Sonderbevollmächtigte Donau, General Admiral Marschall nach Berlin:

"Die Minensuchtätigkeit von Kriegsmarine und Luftwaffe ist voll angelaufen, Bis zum 9. Juli sind 266 Minen geräumt, 202 Minen von Schiffen zur Detonation gebracht, 42 Minen selbst detoniert und 19 Minen an Land gefunden wurden. Die Verluste der gesamten Donauschifffahrt betrugen bisher: 130 Schiffe gesunken, davon 27 Zugschiffe, 172 Schiffe mehr oder minder schwer beschädigt. Von den gesunkenen Schiffen sind 80 bis 90 Prozent hebungsfähig. In Bezug auf Fracht - und Tankraum besteht zur Zeit kein Engpass, dagegen wird bereits jetzt ein Mangel von Zugschiffen sichtbar. Außer den versenkten und beschädigten mussten Zugschiffe an die Marine für den Minensuchdienst abgegeben werden."

Die große Katastrophe stand aber noch bevor. Nach der Räumung von Odessa am 9.4.1944 erhielt Konteradmiral (Ing.) Zieb den Auftrag  in Galatz, km 150,5, Braila, km 170, und Macin, km 237,5, als Ersatz für die in Odessa und Nikolajev verloren gegangenen Werften Ersatzbetriebe zu suchen. Am 13. 4. 1944 begann die Krimräumung, die bis 13. 5. dauerte, wodurch sich die militärische Lage Deutschlands entscheidend verschlechterte. Zieb ließ deshalb statt festen Werkstätten vier Werkstattschiffe einrichten, um diese auch rasch wieder rückverlegen zu können. Am 23. 8. 1944 schloss Rumänien mit der UdSSR einen Waffenstillstand, wodurch der bisherige Verbündete über Nacht zum Gegner wurde. Der Nachschubweg von Bazias bis zur Mündung mit 1075 km lag dadurch nicht mehr unter deutscher Kontrolle.

An der unteren Donau lagen zwei U- Jäger, einige Zugschiffe, vier Werkstättenschiffe, ein Lazarettschiff und eine große Anzahl von Marinefährprähmen. Dieser ganze Verband, unter dem Kommando des Konteradmirals Zieb setzte sich am 25. 8. 1944 stromauf in Bewegung. Unterwegs stießen noch einige Marinefährprähme dazu. Der Verband hatte zeitweilig die Länge von 25 km und da über die militärische Gesamtlage keine Nachrichten vorlagen, war die Führung schwierig. Zieb kannte die Donau nicht und es waren auch für die Marinefahrzeuge keine Flusskarten vorhanden. Als es bei Cernavoda, km 300, zum ersten größeren Gefecht kam, befanden sich über 4000 Frauen (Wehrmachtshelferinnen), Kinder und Verwundete auf den Schiffen. Dabei versenkte die rumänische Artillerie das COMOS- Zugschiff "KREUZENSTEIN" und zwei Werkstattschiffe. Am 29. 8. 1944 wechselten im bulgarischen Svistov, km 554,1, 700 schwer Verwundete und 300 Frauen mit Kindern auf einen Lazarettzug über.

Am 27. 8. 1944 hatte sich inzwischen von Giurgiu, km 493 und Rustschuk, km 495, ein Verband stromaufwärts in Marsch gesetzt. Unter Führung von Kapitänleutnant Brouwer bestand dieser aus 11 Zugschiffen, 9 Marinefährprähmen und 3 Artillerieträgern. Bei Calafat, km 795 kam es zu einem Gefecht, bei dem zwei Kähne sanken. Die Gruppe Brouwer hatte Prahovo am 29.8. um 21.30 Uhr erreicht und nach einem Ruhetag fuhren die 3 Artillerieträger stromabwärts Zieb entgegen. Wobei es bei Calafat wieder Gefechte gab. In der Nacht vom 30. bis 31. August kämpfte sich die Gruppe Zieb durch Calafat. Am Morgen des 31. 8. 1944 wurde bei Gruja, km 851, durch rumänisches Artilleriefeuer des BL- Zugschiff "MAINZ" und zwei Marinefahrzeuge versenkt. Am 1. 9. 1944 um 10.15 Uhr erreichten die ersten Schiffe des Konteradmirals Prahovo, wo der ganze Verband Anker warf. Die Gruppe Zieb hatte noch 2000 Zivilisten und 1600 Verwundete auf den Schiffen. Diese wurden an Land ausgeschifft und mussten zunächst unter freiem Himmel in den Maisfeldern übernachten, bis ein Abtransport mittels Eisenbahn möglich war. Da die nautisch schwierige Strecke am Eisernen Tor von rumänischen Truppen und jugoslawischen Partisanen besetzt war, war die Weiterfahrt unmöglich. Am 7. 9. 1944 wurden daher alle in Prahovo liegenden Schiffe selbst versenkt. Darunter befanden sich 27 Zugschiffe und 31 Marinefährprähme. In einer Stellungnahme über die Räumung der unteren Donau meldete die Wehrmachtstransportleitung Südost am 3. 3. 1945 nach Berlin:

"Der Besitz der Kataraktenstrecke war der Schlüssel zur Räumung der unteren Donau. Da hierzu keine Truppen zur Verfügung standen, waren alle unterhalb der Katarakten stehenden Schiffe verloren. Im rumänischen Donausektor bis zur Mündung sind zurückgeblieben: 1080 schwimmende Objekte, darunter 157 Zugschiffe, Fahrgastschiffe und Hafenbugser. Von diesen Schiffen gehörten der Deutschen Schifffahrtsgruppe an: 363 Fahrzeuge, darunter 50 Zugschiffe und 12 Bugser. Dazu kommen noch 6 deutsche Zugschiffe, die für die Marine auf dem Schwarzen Meer eingesetzt waren. Den Rumänen gehörten von den eingangs angeführten 1080 Fahrzeugen: 31 Zugschiffe, 20 Fahrgastschiffe, 15 Hafenbugser, 427 Güter- und Tankkähne. Den Bulgaren: 3 Zugschiffe, 5 Personenschiffe, 14 Kähne. Die restlichen Fahrzeuge entfallen auf Ungarn, Slowakei, Kroatien und Serbien."

In der Kataraktenstrecke gab es ebenfalls Verluste, da dort am 26. August 1944 auch rumänische Truppen mit Kampfhandlungen begannen. Bei Orsova, km 955 lagen von der Donauflottille das Kanonenboot "BECHELAREN", Hilfskanonenboot "NOTHUNG" ( ex BL- "KÖLN", Minenräumer "WEICHSEL" (DDSG), vier Flussräumboote, Patrouillenboot "ALEXANDER" und zwei S- Boote. In Tekija befanden sich die wertvollen Kataraktenschlepper DDSG "OSTMARK" ( ex "ÖSTERREICH", 1 800 PS) und DDSG "CENTAUR" ( 1000 PS). Beide Schiffe brannten bei den Kampfhandlungen völlig aus.

Am 28. 8. 1944 gelang den Einheiten der Donauflottille unter starken Kampfhandlungen der Durchbruch bis Bazias. Tags darauf sammelte sich die Wehrmachtsflotte in Belgrad um talwärts zu fahren. Sie konnten am 15. 9. 1944 die im Becken von Milanovac, km 993, eingeschlossenen Zugschiffe BL "DEUTSCHLAND", "JOHANN WALLNER" sowie zwei Tankkähne befreien. Am 18. 4. 1944 wurde ein Durchbruch nach Orsova versucht. Bei Ogradina, ca. 7km oberhalb Orsovas, war die Übermacht aber so groß, dass sich die Flotte wieder zurückziehen musste. Am 4. 10. 1944 lag sie wieder in Belgrad.

Im Herbst 1944 waren aus dem Banat noch große Mengen Getreide per Schiff nach Deutschland gebracht worden. Am 8. 10. 1944 begann aber auch die Räumung von Novisad, km 1255. Als letztes Schiff verließ des BL- Zugschiff "HAMBURG" (Typ "N") Novisad. Das Schiff war schwer bewaffnet, am Vorschiff waren 2- cm- Vierlingsflak aufgestellt, Kommandobrücke und Flakgefechtsstand waren durch Ballen gepresster Watte geschützt. Auf den mitgeführten Schleppkähnen hatte man drei Batterien leichte Vierlingsflak und schwere 8,8 cm Flak aufgebaut. In Vukovar, km 1333, 15, bekam das Schiff noch vier weitere Kähne mit 3000 Flüchtlingen an Bord, die nach Mohacs, km 1447,1, gebracht wurden. Anschließend fuhr "HAMBURG" gemeinsam mit dem Kanonenboot "BECHELAREN" und einem Fährprahm durch Partisanengebiet. Das eigentliche Ziel war die Theissmündung, km 1214,5 um die Donau zu verminen. Aber auch an der oberen Donaustrecke war die Lage bedrohlich geworden. So sanken am 11. 10. 1944 durch Minentreffer Die beiden BL- Dampfer "PASSAU" bei km 1772, 5 km oberhalb Komarom und "BAYERN" bei km 1855,5, nahe Hainburg. Außerdem noch das Fahrgastschiff "VOJVODA MISIC ( ex DDSG "RADETZKY") mit 900 Internierten an Bord. Täglich wurden die fahrenden Schiffe von Tieffliegern mit Bordwaffen beschossen. Das erst drei Wochen alte Zugschiff "GEORG WALLNER" sank am 17. 11. 1944 nach einem Bombentreffer in Wien. Zur Jahreswende 1944/45 war die Schifffahrt nur mehr bis Komarom, km 1768, möglich, Ende April war auch in Wien der Krieg zu Ende.

Die Werft Korneuburg kam bis 1955 in sowjetische USIA - Verwaltung. Erst der Staatsvertrag vom Mai 1955 brachte Österreich wieder eine freie DDSG. Die in der Werft Korneuburg 1944 begonnenen 8 Schwarzmeer - Einheitsfrachter wurden in den Jahren 1947 - 1950 für die SU fertig gestellt. Die dort begonnenen Radmotorschiffe "GLANEGG" und "GOLDEGG" baute 1947 die CSSR- Werft Komarno mit Skoda- Motore als "ISMAIL" und "SARATOV" fertig. Von den bei Prahovo gesunkenen Schiffen wurde der Großteil von der SU gehoben und unter neuen Namen in Dienst gestellt.

 

                                                 Die Schiffsbauten des "SOFORT- PROGRAMMS"

                                                                                     Der Typ "N"

Von dieser Serie wurden zwischen 1941 und 1943 22 Einheiten von den Werften Deggendorf (6), Linz (10) und Korneuburg (6) gebaut. Aus noch vorhandenen Materialbeständen baute die Linzer Werft von diesem Typ 1949 und 1951 die beiden Schiffe "OSTARRICHI" und "DR: KARL RENNER". Länge 46,60 m, Breite: 7,20 m, Tiefgang: 1,50 m. Wegen Treibstoffknappheit wurden die Bauten 19 und 20 mit Gasgeneratorenantrieb ausgeführt. Dafür wurde in einem Generator Koks vergast und das Gas zum Antrieb der Dieselmotore verwendet. Da Koksbunker und Generator zusätzlichen Platz brauchten, waren diese Schiffe um 3 m länger. Alle Schiffe hatten Kort- Düsen.

Reederei Schiffsname Schiffstyp
DDSG "MARCH"  ( L )

Korneuburg, Mai 1941 in Dienst gestellt. Am 5. 1. 1945 bei km 1715, 3,5 km unterhalb Esztergom, durch sowjetische Artillerie versenkt. Durch SU gehoben, als "POLTAVA" wieder in Dienst. Um 1951 von der Donau in die SU verbracht. 

 DDSG KAMP"  (M)

Korneuburg, Juli 1941 in Dienst gestellt. Im September 1944 im Raum Prahovo, km 860 - 65, gesunken. Durch Sowjets gehoben, wieder in den Dienst gestellt, um 1952 von der Donau in die SU verbracht.

DDSG  "ASCHAU" (1) (N1)

Deggendorf, Jänner 1942 in Dienst gestellt. Im Mai 1942 an die MFTR übergeben, "GÖDÖLLÖ", 1947 in "MOHACS" umbenannt. Ab 1972 Standschiff, 1974 zum "ELEVATOR I" umgebaut.

DDSG   "BURGAU" (1) (N2)

Deggendorf, im März 1942 in den Dienst gestellt. Mai 1942 an MFTR übergeben, "KENDERES", 1947 in "GYÖR" umbenannt. 1976 außer Dienst.

DDSG   "ERLAU" (N3)

Korneuburg, Oktober 1941 in den Dienst gestellt. Im Mai 1944 bei km 1105, 11km unterhalb Smederevo durch Minentreffer gesunken. Durch Jugoslawien gehoben und als "LJUBOTEN" wieder im Einsatz.

DDSG   "KRIEAU" (N4)

Korneuburg, Dezember 1941 in Dienst gestellt. Im September 1944 im Raum Prahovo, km 860- 65) gesunken, durch SU gehoben. Bei der sowjetischen Kriegsmarine im Dienst.

DDSG   "PUCHENAU" (1) (N5)

Linz, nach Fertigstellung im September 1943 an MFTR übergeben, "S II". 1944 bei Komarom, km 1770, gesunken. Nach dem Krieg gehoben und als Standschiff verwendet. Vorschiff beim Bau des 1958 fertig gestellten Zugschiffs "DOROG" verwendet.

DDSG   "ROSENAU" (N6)

Linz, nach Fertigstellung im September 1943 an MFTR übergeben "S III", 1974 auf "ESZTERGOM" umbenannt, 1977 als Wohnschiff verwendet.

Fa. Josef Wallner  "ANNA WALLNER" (N7)

Deggendorf, 1942 in Dienst gestellt. Am 29. 12. 1943 von der Kriegsmarine übernommen und in der Werft Linz adaptiert. Bewaffnung: eine 7,5 cm, eine 3,7 cm Sfk und eine 2-cm-Vierlingsflak. Im April 1944 wieder im Dienst, im Juni 1944 auf "BALMUNG" umbenannt. Am 11. 9. 1944 bei km 1573 (Dunavecse) Minentreffer. Im seichten Wasser auf Grund gesetzt, gehoben, im Oktober 1944 nach Deggendorf geschleppt, verschrottet.

Fa. Josef Wallner  "KATHARINA WALLNER" (N8)

Deggendorf, 1942 in Dienst gestellt. 1967 an JRB, Belgrad verkauft. "KARAVANKE"

BL  "HAMBURG" (N9)

Linz, im März 1942 in Dienst gestellt. Im Oktober 1944 kurz von der Kriegsmarine zum Minenlegen bei Theisseck beschlagnahmt, danach zurück zu BL. 1972 Bruch der Kurbelwelle, 1973 verschrottet.

BL  "BREMEN" (1) (N10)

Linz, im März 1942 in Dienst gestellt. Im August 1942 an DDSG "BURGAU" abgegeben. Im September 1944 bei km 1228, 27 km nach Novisad durch Minentreffer gesunken. Durch Jugoslawien gehoben "PERISTER"

BL   "LÜBECK" (1) (N11)

Linz, im Mai 1942 in Dienst gestellt. 1942 an DDSG "ASCHAU", am 11. August 1944 bei km 677 nahe Orehovo nach Minentreffer gesunken. Durch Rumänien gehoben, als "HATEG" wieder in Dienst gestellt.

DDSG   "ALTENAU" (N12)

Linz, im Juni 1942 in Dienst gestellt. Im April 1945 betriebsunfähig bei km 1943,5, gegenüber Werft Korneuburg abgestellt. Sowjetbeute "TAMAN"

DDSG   "FREUDENAU" (N13)

Linz, im Mai 1942 in Dienst gestellt. 1966 neue Motore, Schifffahrtsmuseum Regensburg.

DDSG   "GRAFENAU" (N14)

Linz, im Juli 1942 in Dienst gestellt. Im August 1944 bei km 555, Svistov gesunken, durch SU gehoben "SEVASTOPOL"

DDSG   "LINDAU" (N15)

Korneuburg, im März 1943 in Dienst gestellt. Im Juni 1944 bei km 1778, 10 km stromab Komarom, durch Minentreffer gesunken. Durch Ungarn gehoben, in "BALATONFÜRED" umgebaut, 1957 als MHRT "VAC" in Dienst. Das Achterschiff stammt von "S II"

DDSG   "LOBAU" (N16)

Korneuburg, im Juni 1943 in Dienst gestellt. Für Schwarzmeer- Einsatz adaptiert zu DKS (Dnjepr- Küstenschifffahrt zugeteilt. Im Juli 1944 bei km 1084 durch Minentreffer gesunken. Totalverlust.

BL   "BREMEN" (N17)

Deggendorf, im Dezember 1942 in Dienst gestellt. Im Juni 1944 bei km 1736 durch Minentreffer gesunken, gehoben und in die Werft Korneuburg gebracht. In der Werft April 1945 Sowjetbeute, bis 1955 bei sowjetischer DDSG. Laut Staatsvertrag an DDSG als "PUCHENAU", 1978 an DUNAVSKI LLOYD, Sisak, "VIKTOROVAC"

BL   "LÜBECK" (2) (N18)

Deggendorf, Im Juli 1943 von DKS übernommen, 1944 bei Novorossijsk durch sowjetische Artillerie beschädigt, zurück an BL. Im April 1967 in JRB, Belgrad verkauft "KORAB"

COMOS   "HOHENAU", Gasgeneratorenschiff (N19)

Linz, 1943 in Dienst gestellt. 1947 auf Dieselantrieb umgestellt, 1967 verkauft an JRB, Belgrad "PETROVA GORA"

COMOS   "HIRSCHENAU", Gasgeneratorenschiff (N20)

Linz, 1943 in Dienst gestellt. 1947 auf Dieselantrieb umgestellt, 1967 verkauft an JRB, Belgrad "FRUSKA GORA"

 

                                                            Der Typ "NU"

War eine vergrößerte Variante des "N"- Typs. Drei Schiffe sollten in der Werft Komarom für Ungarn gebaut werden. Bei Kriegsende waren nur zwei Schiffe halbfertig. Technische Daten: Länge 55,5, Breite 8,20 m, Tiefgang 1,50 m, 2 x 550 PS, Gasgeneratoren.

                                                            Der Typ "O"

Die Schiffe der "O"- Serie waren für die untere Donau bestimmt. Alle sechs Einheiten wurden 1942 seetüchtig gemacht und kamen zur DKS Dnjepr - Küstenschifffahrt bzw. Kriegsmarine. Länge 32 m, Breite 5,8 m, Tiefgang 1,5 m, eine Schraube in Kortdüse.

O 1    COMOS  "KREUZENSTEIN"

Linz, 1941 in Dienst gestellt, am 26.8. 1944 bei km 300 gesunken, durch SU gehoben, SDP "BAKU"

0 2   DDSG  "GASTEIN"

Linz, 1941 in Dienst gestellt. Im September 1944 bei Prahovo gesunken, durch SU gehoben, vermutlich SDP "NOWGOROD" 

0 3   BL  "STRALSUND"

Linz, 1941 in Dienst gestellt. Im September 1944 bei Prahovo gesunken, durch SU gehoben, vermutlich Marineschiff.

0 4   DDSG   "HALLEIN"

Linz, 1941 in Dienst gestellt. Im September 1942 zur Donauflottille, im Februar 1943 bei Rostow/Don gesprengt.

0 5   DDSG  "HÖFLEIN"

Linz, 1941 in Dienst gestellt. Im Juli 1943 auf der Fahrt nach Kertsch durch Minentreffer gesunken.

0 6   WAGREIN

Linz, 1941 von Donauflottile übernommen. Schwarzmeereinsatz, im Frühjahr 1944 bei Ak- Metschet gesprengt.

 

                                                                 Der Typ "Z"

Von dieser Serie wurden 10 Einheiten von der Hitzler- Werft Regensburg gebaut. Diese Schiffe waren für den Einsatz auf der unteren und mittleren Donau vorgesehen. Länge 40,00 m, Breite 6,50 m, Tiefgang 1,35 - 1,40 m, Maschinenleistung 2 x 375 PS.

Z 1   COMOS  "GREIFENSTEIN"

Hitzler, 1941 in Dienst gestellt. Im September 1944 bei Prahovo gesunken, von SU gehoben. Vermutlich als "LENINGRAD" im Dienst.

Z 2   COMOS  "JOCHENSTEIN"

Hitzler, 1941 in Dienst gestellt. Im September 1944 bei bei km 1216 durch Minentreffer gesunken. Durch SU gehoben, bei JRB, Belgrad als "KRIVOSIJE" wieder in Dienst gestellt.

Z 3   COMOS  "WERFENSTEIN"

Hitzler, 1941 in Dienst gestellt. Im Juni 1944 bei km 1289 durch Minentreffer gesunken. Durch Jugoslawien gehoben, bei JRB Belgrad als "KOPAONIK" wieder im Dienst.

Z 4   DDSG   "KAINACH"

Hitzler, 1941 in Dienst gestellt. Im September 1944 bei Prahovo gesunken, durch SU gehoben.

Z 5   DDSG  "LOISACH"

Hitzler, 1941 in Dienst gestellt. 1970 an DUNAVSKI LLOYD, Sisak, verkauft, "PROMINA", bereits ausgemustert.

Z 6   DDSG  "PIELACH"

Hitzler, 1942 in Dienst gestellt. 1970 verkauft an FOKA Budapest, "FK- 338"

Z 7   DDSG  "SALZACH"

Hitzler, 1942 in Dienst gestellt. Im September bei Prahovo gesunken, durch SU gehoben?

Z 8   DDSG  "STUBACH"

Hitzler, 1942 in Dienst gestellt. 1971 verkauft an FOKA Budapest "FK - 340"

Z 9   COMOS  "HAUSTEIN"

Hitzler, 1944 in Dienst gestellt. Im April 1945 beschädigt in Werft Korneuburg. Sowjetbeute, 1952/53 in die SU verbracht, "MURMANSK"

Z 10  COMOS  "FRAUENSTEIN"

Hitzler, 1944 in Dienst gestellt. Im April 1945 bei km 1956 Sowjetbeute. Um 1950 in die SU verbracht "KURSK"

 

                         

 

                                                                       Radzugschiffe Typ "R"

Es waren 14 Einheiten projektiert, 10 wurden während des Krieges gebaut. Zwei Einheiten nach 1945 von SU fertig gebaut, zwei Schiffe kamen nicht mehr in Bau. Vier Schiffe wurden infolge Treibstoffmangel mit Gasgeneratoren ausgerüstet. Länge 58 m, 62,7 m über alles, Breite 7,6 m /17,2 m. Leistung: Rust und Ried 2 x 410 PS, sonst 2 x 600 PS. Einheiten mit Gasgenerator: Länge 63 m, 67,7 über Alles, Breite 7,6 m /17,2 m, 2 x 550 PS.

R 1            RUST         (DDSG)

Korneuburg, 1942 in Dienst gestellt. Am 9.10.1944 bei km 1806 im Nebenarm Medvedov Minentreffer. Totalverlust.

R 2            RIED            (DDSG)

Korneuburg, 1943 in Dienst gestellt, 1969 verschrottet.

R 3            GLANEGG        (DDSG)

Korneuburg, Gasgeneratorenschiff. 1945 SU- Beute, 1947 in Komarno mit Skoda- Dieselmotoren fertig gebaut "ISMAIL"

R 4            LANGEGG        (DDSG)

Linz, 1943 in Dienst gestellt, 1970 nach Getriebeschaden außer Dienst gestellt, verschrottet.

R 5            GOLDEGG        (DDSG)

Korneuburg, Gasgeneratorenschiff, 1945 SU - Beute, 1947 in Komarom mit Skoda - Dieselmotoren fertig gebaut "SARATOV"

R 6            LUDWIG SIEBERT - REGENSBURG - DONAU        (BL)

Linz, Am 9.5.1945 "REGENSBURG", ab 1.7.1945 "DONAU", 1972 Umbau zum Schubschiff für Bergfahrt. Ende der 1970- Jahre verschrottet.

R 7            KAMMEGG        (DDSG)

Korneuburg, 1943 in Dienst gestellt, 1974 verschrottet.

R 8            LUDWIG VON DONLE        (BL)

1943 in Dienst gestellt, 1972 Umbau zum Schubschiff für Bergfahrt, Ende der 1970 ziger Jahre verschrottet.

R 9            KOLMEGG           (DDSG)

Korneuburg, 1943 in Dienst gestellt, 1974 verschrottet.

R 10            STUTTGART        (BL)

Linz, 1944 mit Gasgeneratoren in Dienst, 1953 Dieselantrieb. 1972 zum Schubschiff für die Bergfahrt umgebaut, Ende der 1970- ziger Jahre verschrottet.

R 11            KRANZEGG            (DDSG)

Korneuburg, 1943 in Dienst gestellt, 1972 außer Dienst, verschrottet.

R 12            MANNHEIM            (BL)

Linz, Gasgeneratoren. Bei Kriegsende Antriebsanlage unfertig, 1952 Fertigstellung mit Dieselantrieb, 1972 verschrottet.

R 13            GRAFENEGG        und        R 14        GROSSEGG  (beide DDSG)   wurden nicht mehr gebaut.

 

                                                             

Das linke Bild zeigt das DDSG- Schiff "GASTEIN" unter der Reichsdienstflagge, am rechten Bild ist das Radzugschiff "STUTTGART" des Bayerischen Lloyd in einer Aufnahme aus dem Jahre 1970 zu sehen. Das Schiff fuhr in den Jahren 1944 bis 1953 mit einem Gasgeneratoren- Antrieb. 

 

 

     Schiffe und Anhangobjekte der DDSG im östlichen Österreich, die der Sowjetunion übertragen werden sollen

 

Nummer Schiffstype Gegenwärtiger Name Früherer Name Leistung in PS Ladefähigkeit
           
1 Schlepper "Vladivostok" "Persenbeug" 1000 -
2 Schlepper "Cronstadt" "Bremen" 800 -
3 Passagierdampfer "Caucasus" "Helios" 1100 -
4 Tankkahn 104 DDSG-09714 - 967
5 Tankkahn 144 DDSG - 09756 - 974
6 Tankkahn 161 DDSG - 05602 - 548
7 Tankkahn 09765 DDSG - 09765 - 952
8 Tankkahn 29 DDSG - XXIX - 1030
9 Schleppkahn 22 wird nach Vollendung übernommen - 972
10 Schleppkahn 23 wird nach Vollendung übernommen - 972
11 Schleppkahn EL - 72 DDSG - EL - 72 - 180
12 Schleppkahn 654 DDSG - 67277 - 669
13 Schleppkahn 689 DDSG - 6566 - 657
14 Schleppkahn 1058 DDSG - 1058 - 950
15 Schleppkahn 5016 DDSG - 5016 - 520
16 Schleppkahn 5713 DDSG - 5713 - 576
17 Schleppkahn 5728 DDSG - 5728 - 602
18 Schleppkahn 6746 DDSG - 6746 - 670
19 Schleppkahn 65204 DDSG - 65204 - 650
20 Schleppkahn 67173 DDSG - 67173 - 670
21 Schleppkahn 10031 DDSG - 10031 - 942
22 Schleppkahn 5015 DDSG - 5015 - 511
23 Schleppkahn 6525 DDSG - 6525 - 682
24 Schleppkahn 67266 DDSG - 67266 - 680
25 Leichter 304 "Johanna" - 30
26 Leichter 411 "V- 238" - 40
27 Rohrponton "RP - IV" "RP - IV" - -
28 Rohrponton "RP - VI" "DDSG - RP VI" - -
29 Rohrponton "RP - XX" "DDSG - RP XX" - -
30 Landungsbrücke "EP - 97" "DDSG - EP - 9721" - -
31 Ponton "EP - 120" "DDSG - EP - 120" - -
32 Leichter ohne Deck "Trauner" "Trauner" - -
33 Schwimmkran P - 1 (namenlos) - -
34 Schwimmkran P - 2 "DDSG - 21" - -
35 Ponton Pt - 7 - - -
36 Ponton Pt - 8 - - -

                                

Das erste Bild zeigt den abgestellten Schleppkahn 6525, der damals auch an die Sowjetunion ging. Am zweiten Bild ist DS "Persenbeug" auf der Bergfahrt im damaligen "Zwischenbrücken" zu sehen. Auf den weiteren Fotos ist die "Persenbeug" als Modell (alles Sammlung Raffy).

 

            Liste Nr. 5  Vermögenswerte der DDSG im östlichen Österreich, die der Sowjetunion übertragen werden sollen

I. Schiffswerft in der Stadt Korneuburg

Die Eigentumsrechte an der Schiffswerft in der Stadt Korneuburg, die auf dem linken Ufer der Donau bei Kilometer 1943 gelegen ist und auf beiden Seiten des alten Donaubettes Grundstücke umfasst, mit einer Gesamtfläche von 220.770 Quadratmeter, werden der Sowjetunion übertragen. Die Kaianlage beträgt 61.300 Quadratmeter und die Ankerplatzanlage 177 Meter. Weiters werden der Sowjetunion Pachtrechte auf Schiffswerftgebiet  von 2946 Quadratmeter übertragen. Die Eigentumsrechte und andere Rechte auf die gesamten Vermögenschaften der Schiffswerft bis zu dem Ausmaß in dem die DDSG an den erwähnten Vermögenschaften Rechte, Titel oder Interesse hatten, einschließlich aller Grundstücke, Gebäude, Werften und Hellinge, schwimmender Geräte, Werkstätten, Gebäude und Räume, Kraftstationen und Transformatorunterstationen, Eisenbahnnebengeleise, Transportausrüstung technologischer und Betriebsausrüstung, Werkzeuge und Lagerbestände, Verkehrsanlagen und aller gemeinnützigen Anlagen, Wohngebäude und Baracken so wie alles übrige Eigentum , das zur Schiffswerft gehört, werden der Sowjetunion übertragen.

II. Gebiete des Hafens der Stadt Wien a) Erstes Gebiet (Nordbahnbrücke)

1. Das Hafengebiet von Kilometerpunkt 1931, 347,35 entlang des Laufes der Donau bis Kilometerpunkt 1931, 211,65 einschließlich des "Donausandwerkplatz" - Gebietes und von Kilometerpunkt 1931, 176,90 bis Kilometerpunkt 1930, 439,35 entlang des Laufes der Donau einschließlich der Gebiete "Nordbahnbrücke" und "Zwischenbrücke", die sich entlang der Kaiseite auf einer Gesamtdistanz von 873, 2 Meter und mit einer durchschnittlichen Breite von etwa 70 Meter erstrecken.

b) Zweites Gebiet (Nordbahnlände)

Das Hafengebiet von Kilometerpunkt 1929, 803 bis Kilometerpunkt 1929, 618 entlang des Laufes der Donau, das sich entlang der Kaiseite auf eine Distanz von 185 Meter und mit einer durchschnittlichen Breite von etwa 15 Meter erstreckt, mit den beiden anliegenden Eisenbahnen und auch dem Stück des "Kommunalbäder" - Gebietes.

c) Drittes Gebiet (Praterkai)

Das Hafengebiet vom Kilometerpunkt 1928, 858,90 bis Kilometerpunkt 1927, 695,30 entlang des Laufes der Donau auf eine Distanz von 1163,60 Meter und einer durchschnittlichen Breite von etwa 70 Meter.

d) Viertes Gebiet

Das am Kilometerpunkt 1925, 6647 der Donau auf dem Gebiet des von der Ungarischen Dampfschifffahrtsgesellschaft benützten Hafengebietes angrenzende Hafengebiet bis Kilometerpunkt 1925, 529,30 auf dem vom der Eisenbahn (Kaibahnhof) verwendeten Gebiet, welches sich entlang der Kaiseite auf eine Gesamtdistanz von 135,4 Meter und mit einer durchschnittlichen Breite von etwa 70 Meter erstreckt. Die vier aufgezählten Gebiete des Hafens werden mit den gesamten wasserbaulichen Konstruktionen, Lagerhäusern, Magazinen, Schuppen der Schiffsstation, dem technischen Dienst und den Wohnhäusern, Hilfsgebäuden und Hilfsanlagen der mechanischen Lade - und Entladeausrüstung und den mechanischen Einrichtungen, den Reparaturwerkstätten  mit Ausrüstung, Transformatorenstationen und der elektrischen Ausrüstung, den Verkehrsanlagen und gemeinnützigen Anlagen, den gesamten Straßen und Transportanlagen und ebenso mit den gesamten Vermögenschaften und dem gesamten Lagerbestand übertragen.

III. Vermögenschaften und Anlagen der Agentien, der Flussstationen und Lagerhäuser

     
Laufende Nummer Name der Liegenschaft Örtlichkeit
     
1 Agentie- und Lagerhaus - Gebäude Niederranna
2 Agentie - und Lagerhaus - Gebäude Obermühl
3 Grundstück von 536 Quadratmeter Obermühl
4 Warteraum Neuhaus
5 Agentiegebäude Mauthausen
6 und 7 Agentiegebäude und Lagerhaus Wallsee
8 Agentie - und Lagerhaus - Gebäude Grein
9 Agentiegebäude Sarmingstein
10 Agentiegebäude Ybbs
11, 12 und 13 Wohnräume, Agentiegebäude, Grundstück von 1508 Quadratmeter Pöchlarn
14, 15 und 16 Lagerhaus (in der Stadt), Warteraum und Büro, Lagerhaus Melk
17 Warteraum Schönbühel
18, 19 Agentiegebäude, Lagerhaus Aggsbach- Dorf
20, 21 und 22 Agentiegebäude, Lagerhaus, Grundstück von 1355 Quadratmeter Spitz
23, 24 und 25 Büro und Warteraum, Lagerhaus, Grundstück von 516 Quadratmeter Weißenkirchen
26 Agentiegebäude Dürnstein
27, 28 und 29 Wohnstätten, Warteraum- und Lagerhaus - Gebäude, Grundstück entlang dem Haus Stein
30 Agentiegebäude Krems
31 Warteraum Hollenburg
32 Agentiegebäude Tulln
33 Schuppen Greifenstein
34 Warteraum und Fahrkartenschalter- Gebäude Korneuburg
35, 36, 37 und 38 Wohnräume, Agentiegebäude, Lagerhaus, Grundstück von 754 Quadratmeter Hainburg
39 Agentiegebäude Arnsdorf
40 Landungsstelle Melkstrom
41 Landungsstelle Isperdorf
42 Landungsstelle Marbach
43 Landungsstelle Weitenegg
44 Landungsstelle Deutsch - Altenburg
45 Landungsstelle Zwentendorf
46 Landungsstelle Kritzendorf

IV. Eigentum in der Stadt Wien

1.    Wohnhaus Erzherzog - Karl - Platz 11 (früher Hausnummer 6), II. Bezirk, das auf seinem eigenen Grund steht.

2.    Eigentum an Grund und Gebäude, Handelskai 204, II. Bezirk.

3.    Eigentum an Baugrundstücken in der Wehlistraße, II. Bezirk, Katastralregister Nr. 1660, 1661, 1662

4.    Das gepachtete Grundstück Handelskai Nr. 286, II. Bezirk.

Die erwähnten, in Abschnitt IV aufgezählten Vermögenschaften werden mit der gesamten Ausrüstung und dem gesamten Inventar übertragen.

 

 

                                

                    Organisation der Betriebsgemeinschaft der Donauschifffahrt und Fahrpläne im Jahre 1939

 

                                               

           Auch die DDSG verkaufte in dieser Zeit Ansichtskarten. Bei der auf der Kartenvorderseite abgebildete Schiff mit Poststempel vom 17.09 1944 könnte es sich um die "HEBE" handeln. ( Der schwarze Kamin spräche dafür) Man beachte aber die Kartenrückseite mit Stempel und Briefmarke.

 

                                                    Wiedererlangung der Verkehrsfreiheit auf der Donau   ( Quelle Donau- Schifffahrt Band 5, die Geschichte des BL)

Nach Kriegsende blieb der westlichen Schifffahrt nur die im amerikanisch besetzten Gebiet liegende Donaustrecke. Unterhalb der Ennsmündung begann die russische Besatzungszone und das Befahren des darin liegenden Donauabschnitts wurde westlichen Schiffen nicht gestattet. Um diesen auf Dauer untragbaren Zustand zu ändern, fand bereits am 22. Jänner 1946 in Linz die erste internationale Schifffahrtsbesprechung nach Beendigung des II. Weltkriegs statt. Die Teilnehmer dieser Konferenz - Vertreter des BL, der DDSG, der ungarischen und tschechoslowakischen Donauschifffahrt - konnten jedoch das auf Wunsch der Amerikaner angestrebte Verhandlungsziel - eine Zusammenarbeit der internationalen Donauschifffahrten in Form einer Betriebsgemeinschaft mit Quotenbeteiligung- aufgrund der verschiedenen politischen Gegebenheiten nicht erreichen. Auch an den seit Juli 1947 durch die DDSG und COMOS durchgeführten Ruhrkohletransporten von Regensburg nach Linz konnte sich der BL nicht beteiligen. Erst im September 1948 konnte der BL die ersten Frachten im grenzüberschreitendem Verkehr übernehmen. Durch den Transport von Kalkammonsalpeter aus den "Österreichischen Stickstoffwerken" wurde erreicht, dass wenigstens ein Teil der Flotte eingesetzt werden konnte. Im Frühjahr 1949 wurde endlich auch der BL sowie das Deggendorfer Schifffahrtsunternehmen "Josef Wallner" an den Transporten von Ruhrkohle beteiligt.

Die sowjetische Blockierung der westlichen Donauschifffahrt, die den Weitertransport von Gütern per Schiff über Linz hinaus untersagte, unterband jedoch vorerst jede weitere Positive Entwicklung des Warenverkehrs mit Österreich und den anderen Donauländern. 1950 erzwangen die Jugoslawen die Durchfahrtsgenehmigung durch den sowjetisch besetzten Teil Österreichs. Sie drohten nämlich wirkungsvoll, dass sie den jugoslawischen Teil der Donau ebenfalls sperren würden und dadurch den regen Verkehr auf der mittleren Donau zwischen den Ostblockstaaten zu unterbinden. Diese geschickte und klare Stellungsname Jugoslawiens war entscheidend für die weitere Entwicklung der gesamten Donauschifffahrt nach 1945.

Während der Güterverkehr langsam zunahm, lag das Tankgeschäft noch völlig brach. Zu diesem Zeitpunkt war ein Schiffsverkehr mit dem Erdöl fördernden Rumänien noch nicht möglich. Um wenigstens einen Teil der Tankkähne ( alle Motortankschiffe des BL waren im Krieg verlorengegangen) einsetzen zu können, entschloss man sich 10 Tankkähne zum Rhein zu überführen. Diese wurden jeweils in vier Teile zerschnitten, mit Spezialtransportern der Bundesbahn von Ingolstadt nach Mannheim transportiert und dort wieder zusammengeschweißt. Da die Überführungskosten durch den Verkauf von vier Tankkähnen gedeckt wurde, konnte der BL nur noch sechs Tankkähne auf dem Rhein einsetzen. Erst im Juni 1953 wurde aufgrund einer Sondervollmacht der Sowjets erstmalig nach Kriegsende ein Tanktransport von Regensburg nach Wien durchgeführt. Durch weitere Genehmigungen konnte der BL ab April 1954 auch den Güterverkehr bis Wien abwickeln.

Diese allmählich einsetzende Normalisierung verstärkten bei den Schifffahrtsgesellschaften den Wunsch, die vorkriegsmäßige Internationalität der Donau wieder herzustellen. Innerhalb von vier Jahren gelang es durch Abkommen und Verträge mit den Ostreedereien, den Güter- und Tankverkehr auf allen Donaustrecken auf Basis der Gleichberechtigung wieder durchzuführen. Neben den anderen Donauanrainerstaaten konnte 1957 mit der Sowjetischen Staatlichen Donauschifffahrt SDGP ein Vertrag abgeschlossen werden, wodurch die deutsche Schifffahrt wieder auf der gesamten Donaustrecke tätig werden konnte. .Diese Schifffahrtsabkommen wurden durch gegenseitige "Erstreisen" in der Praxis verwirklicht.

Vom Bayerischen Lloyd führten folgende Schiffe die ersten Fahrten in die Donauanliegerstaaten durch:

Radmotorzugschiff "HAMBURG" nach ÖSTERREICH ( vor Enns- Demarkationslinie). Ankunft am 17. September 1948 in Linz, Bergfahrt mit 1 Güterkahn mit Kalkammonsalpeter.

Radmotorzugschiff "DONAU" nach Österreich ( hinter Ennsgrenze im sowjetischen Besatzungsgebiet). Ankunft in Moosbierbaum am 7. Juli 1953, Bergfahrt mit 3 Tankkähnen mit Gasöl.

Radmotorzugschiff "DONAU" in die TSCHECHOSLOWAKEI. Ankunft am 26. März 1954 in Pre0burg. Bergfahrt mit 3 Tankkähnen mit Gasöl.

Motorgüterschiff "NÜRNBERG" nach Ungarn. Ankunft in Budapest am 23. März 1955 mit 4 Güterkähnen mit Roggen.

Motorgüterschiff "NÜRNBERG" nach Jugoslawien. Ankunft am 13. September 1954 in Belgrad mit 3 Güterkähnen mit Kunstdünger.

Radmotorzugschiff "DONAU" nach Rumänien. Am 14. März 1955 Ankunft Giurgiu, zurück mit 6 Tankkähnen mit Heizöl.

Motorgüterschiff "NÜRNBERG" nach Bulgarien. Ankunft am 28. September 1956 in Vidin, Weiterfahrt nach Russe, von dort zu Berg mit 6 Güterkähnen mit Mais für Österreich.

Motorgüterschiff "AUGSBURG" in die Sowjetunion. Abfahrt am 17. September 1956 von Passau, Ankunft 6. Oktober im sowjetischen Hafen Reni. Weiterfahrt nach Ismail am 8. Oktober. Rückfahrt am 25. Oktober mit 7 Güterkähnen mit Weizen für Jugoslawien. Am 23. November Beladung des Schiffs mit Buchenholz in Smederevo. Weiterfahrt wegen dem Ungarn- Aufstand erst wieder am 13. Dezember möglich. Nach einer Reisedauer von fast 4 Monaten traf die "AUGSBURG" am 3. Jänner 1957 wieder in Passau ein. Für die rund 5000 km lange Fahrstrecke wurden 78.000 Liter Gasöl verbraucht. 

                                            

            Schiffe des Bayerischen Lloyd wie "LÜBECK" (linkes Bild) und "DONAU" (mittleres Bild) waren auch nach Kriegsende für die Deutsche Donauschifffahrt im Einsatz. Wobei Radmotorzugschiff "DONAU" Erstreisen nach Österreich und in die Tschechoslowakei durchführte. DDSG- Radmotorzugschiff "KAMMEGG" ( rechts Bild aus Sammlung Raffy) wurde nach Kriegsende hauptsächlich im Südost- Verkehr verwendet. 

 

 

                                                       Original Fahrplan aus dem Jahre 1939

                                    

                      

                                                    

  Auch während des Krieges wurde Passagierschifffahrt betrieben. Die Karte aus dem Jahre 1941 zeigt den Passagierdampfer "FRANZ SCHUBERT" vor dem Stift Melk. Auch die damalige Rollfähre nach Emmersdorf ist gut am Bild zu sehen.

 

 

 

 

 

 

                                    Auszug aus dem Kollektivvertrag

                                      für die Dienstnehmer der Donauschifffahrt vom 31. März 1953

 

                                                                        II. Nebenbezüge im Landdienst

                                                                           § 1 Fahrleistungszulage

1.    Die Fahrdienstzulage ist eine von der jeweiligen Leistung des Schiffes abhängige Zulage, deren Höhe im Remorkdienst aus der Anhangtonnenkilometer -, im Stationsgüterdienst aus der Anhangtonnenkilometer - bzw. Kilometerleistung, im Bugserdienst aus der Fahrstundenleistung und im Passagierdienst aus der Kilometerleistung ermittelt wird.

2.    Das Ausmaß dieser Zulage ist in Bezugseinheiten für die einzelnen Gruppen der Schiffe in Anlage C ausgewiesen. Die Verrechnung erfolgt für die Besatzung mit den in der Tabelle für die einzelnen Kategorien der Besatzung ausgewiesenen Hundertsätzen.

Wenn ein Bediensteter in höherer Funktion eingesetzt ist, als es seiner Einreihung im Bezugsschema entspricht, wird die Fahrleistungszulage mit dem Ausmaße der tatsächlichen Verwendung verrechnet.

Schiffsköche ( - köchinnen ) nehmen an der Fahrleistungszulage wie die Matrosen ( Verwendungsgruppe A/1 ) teil.

 

                                                          § 2 Schlepp und Tankzulage

Die Besatzung der Güter- und Tankboote erhält eine Schlepp- und Tankzulage:

Diese beträgt                                                an Stehtagen                      an Lade- und Fahrtagen

für den Steuermann                                        S    7.-                                    S    15.40

für den Matrosen                                           S    5.50                                   S    12.10

Ein Stehtag wird dann als Fahrtag verrechnet, wenn an diesem Tag Verstellungen ( händisch oder mechanisch ) von insgesamt mehr als einstündiger Dauer vorgenommen werden.

Den auf Regieschleppen eingeteilten Steuerleuten wird während der Verwendung auf dem Regieschlepp eine Pauschalschlepp- bzw. -tankzulage von S 12.10 je Tag gewährt.

Durch die Schlepp- und Tankzulage sind mit Ausnahme der Fahrstunden zwischen 22 Uhr und 6 Uhr sämtliche Dienstverrichtungen über die normierte Arbeitszeit hinaus, wie Überstunden während der Fahrt, Überstunden bei Verstellung, Beaufsichtigung der Ein - und Ausladungen sowie außerhalb des Fahrzeuges verrichtete Überstunden abgegolten.

 

                                                          § 3 Werft - und Winterstandszulage

1.    Den Dienstnehmern des Schiffsdienstes, welche auf nicht im Verkehr stehenden Schiffen Dienst leisten, gebührt eine Werft- und Winterstandszulage bei Verwendung:

a)    bei Reparaturarbeiten in Werften, Häfen oder Anlegeplätzen bzw.

b)    bei Kommandierungen zum Landdienst,

c).    für den Wachdienst auf abgestellten Schiffen mit eigener Antriebskraft,

d)    im Winterstand und

e)    bei Hoch- und Niederwasser.

2.    Die Zulage wird als Auslösung tageweise verrechnet und beträgt für:

  a). b).
Kapitän, I. MBL S 11.- S 18.70
Lotse und Rechnungsleger S 7.70.- S 10.80.-
I. Steuermann S 7.30 .- S 10.30.-
II. Kapitän, II. MBL, Maschinist S 8.40.- S 12.80.-
II. Steuermann, SL, Maschinenwärter, Motorenwärter, Schlepp - und Tanksteuermann S 7.- S 10.10,-
Bootsmann S 6.20.- S 10.10,-
Matrosen, Heizer, Kesselwärter S  5.50.- S 9.20,-
Koch und Köchinnen S 5.50.- S 9.20

                                                                                                                                                                           

Das Ausmaß nach b) ist dann zu verrechnen, wenn der Wohnort weder mittags noch abends aufgesucht werden kann.

Bei Kommandierungen zum Landdienst werden den Schiffsbediensteten, deren Wohnort mit dem Ort der Dienstverwendung identisch ist, die Zulagen nach a) erst ab 3. Monat gewährt.

Bei Inanspruchnahme der Werft - und Winterstandszulage gebührt keine Schlepp- und Tankzulage.

 

                                                                          § 4 Auslandszulage

a)    Bayerische Donaustrecke.

Für die Zeit der Verwendung auf der bayerischen Donaustrecke erhalten die Bediensteten des Schiffsdienstes mit festem Wohnsitz in Österreich und ohne Wohnsitz eine Auslandszulage:

vom 1. - 8. Tag ununterbrochene Verwendung in Bayern            S 8.75

vom 8. - 14 Tag                                                                      S 9.40

pro Person und Tag                                                                S 11.25

Diese Zulagen basieren auf dem derzeitigen Kurs. Für den Fall, als Kursänderungen um 10 Prozent oder mehr eintreten, erhöhen oder ermäßigen sich diese Zulagen nach den Prozentsätzen der Kursänderung.

 

b)    Donaustrecken unterhalb Hainburg.

Bei Auslandsfahrten ab Hainburg talwärts bzw. bis Hainburg bergwärts, erhalten die Bediensteten eine Auslandszulage. Diese beträgt:

                                                                                                                                                             Für Schiffspersonal                    für Schlepppersonal

1.    bei Fahrten mit einem Fahrziel bis Komarom bzw. Komarno                                                                S    10.60                                S    10.60

2)    bei Fahrten mit einem Fahrziel am Komarno bzw. Komarom talwärts sowie in Jugoslawien                     S    12.50                                S    13.50

3).    bei Fahrten mit einem Fahrtziel in Rumänien, Bulgarien und der UdSSR                                               S    14.50                                S    16

 

                                                                                               

                                                                        § 5 Ladelohnzulage

An jenen Stationen, an welchen die Ladearbeiten nicht durch Stationsarbeiter besorgt werden, sind die Schiffsmannschaften und Schleppmatrosen verpflichtet, diese Arbeiten, u.zw.Ein-, Aus und Umladung, Kohlen- und Brennstofffassung, Schiftung von Eil- und Frachtgut und Gepäck, zu verrichten. Die Vergütung für diese Arbeiten hat nach den ortsüblichen Ladelöhnen zu erfolgen, und ist neben den Normalgebühren zu verrechnen.

                                                                                           § 5 a    Individuelle Überstundenentlohnung

Den Bediensteten des Schiffsdienstes auf in Betrieb stehenden Schiffen, die über Anordnung einer vorgesetzten Dienststelle während einer Stehzeit zwischen 18 Uhr und 6 Uhr zu Arbeiten beim Öl- und Kohlenfassen, Kesselschlammen, Ölwechsel bzw. zu dringenden unaufschiebbaren Reparatursarbeiten herangezogen werden, wird für die Dauer ihrer Tätigkeit individuelle Überstundenentlohnung gewährt.

                                                                                            § 5 b    Kollektive Überstunden

Die Schiffs- und Schleppbesatzungen erhalten für Fahrstunden in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr kollektive Überstunden in der Höhe von 50 % des Normalstundenlohnes, soweit nicht Sonderregelungen wie Z. B. derzeit für MB "Max", die Donaubusse und MGS "Hainburg" gelten.

Der Normalstundenlohn ist der 208. Teil des Monatsbezuges = Grundbezug lt. Gehaltstafel, Anlage B.

Die kollektiven Überstunden werden viertelstundenweise verrechnet, wobei angefangene Viertelstunden als voll gelten.

Kollektive Überstunden werden auch für nachstehende Tätigkeiten gewährt, soweit diese in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr verrichtet werden:     Manövrieren, Schleusen, Wartung auf Schleusung bis zum Höchstausmaß von einer Stunde, Zollrevision einschließlich Warten auf Zollrevision bis zum Höchstausmaß von zwei Stunden.

 

                                                                                             § 6    Verteiler

1.    Wenn vom betrieblich festgesetzten Bemannungsstand eines in Fahrt befindlichen Fahrzeuges ein Besatzungsmitglied fehlt und dessen Arbeit bzw. Dienst von anderen Besatzungsmitgliedern versehen werden muss, erhalten diese eine Entschädigung und zwar:

                                                                                                                                                     Bezugseinheiten

für den fehlenden Schiffsmatrosen                                                                                                     29,- pro Tag

für den fehlenden Schlepplotsen, Bootsmann, Kesselwärter, Heizer                                                     36.- pro Tag

für alle übrigen ( ausgenommen den Rechnungsleger )                                                                        43.- pro Tag

für den fehlenden Schleppmatrosen pro Fahrtag der Schleppsteuermann und Schlepplotse                    14.50,- pro Tag

pro Ladetag der Schleppsteuermann                                                                                                  29.- pro Tag

2.    Wenn auf einem Fahrzeug mangels vorhandenen Schiffskoches die Verpflegung der Schiffsbemannung nicht vorgenommen werden kann, erhält jedes auf diesem Fahrzeug eingeteilte Besatzungsmitglied eine Vergütung im Ausmaße von 1/5 des seiner Verwendung an Bord entsprechenden Reisespesensatzes.

3.    Auf den Schiffen "Kastor" und "Pollux" sind nachstehende Verteiler zu verrechnen:

für den Kapitän, Maschinenbetriebsleiter, Steuermann, Motorenwärter                                                  14,50 pro Fahrtag

für den Bootsmann und Matrosen                                                                                                        4.50 pro Fahrtag

 

                                                                                                        § 7    Bergungszulage

Bei Havarien werden je nach Dauer, Art und Erschwernis die den Besatzungsmitgliedern oder anderen zu dieser Leistung herangezogenen Dienstnehmern zu zahlende Havariegebühren in jedem einzelnen Fall zwischen Dienstgeber und Betriebsrat vereinbart.

 

                                                                                                         § 8    Verpflegungszulage

1.    Die auf Tankfahrzeugen eingeteilten Dienstnehmer erhalten an den Orten ( Ladestellen ), wo die Bereitung warmer Gerichte behördlich untersagt ist, eine Verpflegszulage von S 10.- pro angefangenem Ladetag. Auf diese Zulage haben die Regie- ( Bunker - ) Tanks keinen Anspruch. Die Verpflegszulage gilt als Auslösung für Mehraufwand.

 

 

 

                     

 

 

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