Letztes Jahr am Schulschiff

 

                                                 

 

                                                                                             

                 Schiffswerft Korneuburg wahrscheinlich in den frühen 1960-Jahren. Am äußersten Ende warteten die Dampfschiffe "SAMSON" und "SCHONKA" auf ihre Verschrottung. Ganz rechts ist das "SCHULSCHIFF I" mit dem beigekoppelten Anhangobjekt gut zu erkennen. Davor war auch noch das Fahrgastboot "ALBERICH", ebenfalls schon außer Dienst gestellt, angeheftet. (Sammlung Raffy).

 

Im Jahre 1944 lag im Hafen von Smederevo das dem Bayerischen Lloyd zugehöriges. voll mit Dieselöl beladenes unbemanntes Ölbunkerschiff. Trotz der Kriegswirren tauchte dieses Objekt nach Kriegsende wieder auf der oberen Donau auf. 1954 erwarb die DDSG dieses Objekt und ließ es zur Ausbildungsstätte für den eigenen Schiffernachwuchs umbauen. Der erste Standort der schwimmenden Schiffsjungenschule war Linz.

 

                                                                       

  Das Schulschiff in den 1960- ziger Jahren. So wie es auch mir als Unterkunft diente. Ganz recht der langjährige Schulschiffkapitän Ernst HINUM, dessen Namen untrennbar mit dem Schulschiff verbunden ist. Von links nach rechts: Edmund KRANZER, Kurt STÜTZ, Othmar, "Happy" EDLICH", Gerhard SCHAUER. Robert WEINBERGER (hinten stehend), etwas verschmitzt lächelnd. Wahrscheinlich wusste er schon damals, dass er einmal ein großer Kapitän werden würde.

        

Die DDSG- Lehrlinge kamen aus ganz Österreich, wie man anhand der weiter unter stehenden Liste erkennen kann. Leider gibt es kein Foto von meinem Kurs, und so sind die Mitarbeiter darauf, nach Lehrgängen bunt gemischt, abgebildet. Die Ausbildung war internatsmäßig hart, zwei Dinge wurden uns aber gleich bei Beginn unserer Lehrzeit beigebracht: Zusammenhalt und soziale Kompetenz. Bereits hier erfuhren wir, dass man sich einfach auf den anderen blind verlassen musste, und auch konnte. Einen Vorteil gegenüber der übrigen Mitarbeiterschaft hatten diejenigen, die direkt am Strom aufgewachsen waren. Besonders wir Steirer wussten ja bisher nicht viel von der Schifffahrt gewusst. Obwohl wir ein bunt zusammen gewürfelter Haufen waren verstanden wir uns recht gut untereinander, und es entwickelten sich sogar echte Freundschaften. So steckten z. B. die beiden "Sarmingsteiner" "Jonny" und "Edi" immer zusammen, und im Laufe der Zeit wurde "Happy" mein bester Freund. Mit ihm hielt ich auch noch lange nach meiner Lehrzeit den Kontakt aufrecht, und durfte auch mit ihm zusammen eine denkwürdige Russlandreise erleben. Auf dieser Reise mit dem Zugschiff MS "Korneuburg", wo Happy II. Kapitän und ich Bootsmann war, erlebten wir so viel. dass dies der Grundstock für den zweiten Teil meiner drei Bücher wurde, die als so genannte "Donautrilogie" verfasst wurden. Aber auch die übrigen Kameraden waren schwer in Ordnung, und so freuten wir uns sehr darüber, dass wir fast alle der damaligen Lehrlinge bei unserem Schiffsjungentreffen im Frühjahr 2007 begrüßen konnten. 

 

                                                        

Von links nach rechts:

 Schiffsjungenbootsmann  Wolfgang  RIEDL  Spitz/ a. d. Donau
 Schiffsjungenbootsmann  Richard  STASIAK  Kottingbrunn / Niederösterreich
 Schiffsjunge  Edmund  KRANZER  Sarmingstein a. d. Donau /NÖ
 Schiffsjunge  Wolfgang  KRISPER  Graz / Steiermark
 Schiffsjunge  Johann  GRUBER  Sarmingstein a. d. Donau /NÖ
 Schulschiffkapitän  Ernst  HINUM  Wien
 Schiffsjunge  Dieter  PIEL  Rosenburg am Kamp / NÖ
 Schiffsjunge  Wolfgang  MEKIS  Wien
 Schiffsjunge  Hubert  PIKAL  Wien
 Schiffsjunge  Othmar  EDLICH  Wien
 Schiffsjunge  Kurt  STÜTZ  Trieben / Steiermark
 Schiffsjunge  Gerhard  SCHAUER  Linz / Oberösterreich
 Schiffsjunge  Daniel  DIETRICHSTEIN  Arnoldstein /Kärnten

 

                          

1969 wurde das Schulschiff von seiner ursprünglichen Länge von 25 m auf 45 m. verlängert. Das Anhangobjekt wo praktische Arbeiten durchgeführt wurden, erhielt den Namen Schulschiff 2. Das sechste Bild zeigt das Schulschiff, kurz nach seiner Überstellung von Linz nach Korneuburg in den 1950-er Jahren. Man sieht also, die ersten Jahre hat sich nicht viel verändert. (Sammlung Fabsits). 1990 wurde der Namen des Schulschiff I auf "Schulschiff DONAU" abgeändert. Damit sollte das Zusammenwachsen von Rhein und Donau, nach Fertigstellung des Rhein - Main - Donau - Kanals dokumentiert werden. Im Vordergrund ist das Bootsmann- Köchin- Ehepaar Barbara und Josef FRIEDL zu sehen, die dem Schulschiff lange Jahre das Gepräge gaben.

                                                                                   

 

                                          

        Auch im betriebseigenen DDSG- Blatt erschienen immer wieder Reportagen über das Schulschiff und die Schiffsjungenausbildung.

 

                                            Vorweihnachtlicher Abschluss für die "Donauschiffer von morgen"

 

                                                                                                                      

                        Etwas schreckhaft blicken sie noch drein die Herrn Schiffsjungen bei der Weihnachtsfeier. Ganz rechts hinten die unvergessene Köchin Frau "Betty" FRIEDL

 

Vor Beginn der Weihnachts - und Neujahrsferien hätten die derzeit 28 Zöglinge der Schiffsjungenschule der DDSG auf dem Schulschiff im Korneuburger Werfthafen noch ihre gemeinsame Weihnachtsfeier, an der die führenden Repräsentanten des Unternehmens sowie der Personalvertretung teilnahmen und zur Jugend sprachen. Erstmals waren auch Journalisten bei der Feier zu Gast, und diese fand in der Presse ein erfreulich starkes Echo. Hierbei wurde sowohl über die Schiffsjungenschule und die Ausbildung der jüngsten DDSG - Mitarbeiter, ebenso aber auch über die Schifffahrt selbst berichtet. Am Tag nach der Feier ging es für die Jungen in die Ferien - nach Hause zu den Eltern. Ihre zweite Heimat, das DDSG - Schulschiff unter seinem Leiter Kapitän ernst HINUM, hat als Ausbildungsstätte einen international anerkannten Ruf. Auch die deutsche Donauschifffahrt interessiert sich nun dafür, ihre Nachwuchskräfte zur Ausbildung nach Korneuburg zu schicken. Dazu konnten die Jugendlichen neben Geldgeschenken und anderen Gaben auch das neueste Buch von Prof. MUHR in Empfang nehmen.

 

                                                                                                            

Der Präsident des Aufsichtsrates der DDSG  Komm.-Rat FIDGOR bei seiner Ansprache an die Jugend. Links im Bild Kapitän HINUM, rechts im Hintergrund der Vorsitzende des Vorstands Komm.-Rat POLASCHEK, neben dem Fenster Prokurist Kapitän SCHERER, Vorstandsmitglied DDr. HAESELER, Aufsichtsratmitglied Direktionsrat PYCHAR, Zentralsekretär PEHAM und Zentralbetriebsratsobmann GRYC. Links im Vordergrund eine Gruppe der eingeladenen Journalisten.

 

 

 

                                  Tages bzw. Wochenablauf auf dem Schulschiff.

 

                                         Der Tagesablauf war auf diesem schwimmenden Internat ganz genau geregelt, und auch in der Schulschiffordnung  schriftlich festgelegt.

 

06.00 Uhr:                                          Allgemeines Wecken, wobei der Wachhabende das Licht aufdrehte und "Tagwache" brüllte. Die Schiffswache wurde bereits vom Ausbildner um 5.00 Uhr geweckt, musste den Koksofen ausräumen, neu einheizen und draußen   am Land am Fahnenmast die Reedereiflagge aufziehen.

Von 06.00 Uhr bis 07.00 Uhr:               Waschen, umziehen, Bettenbau, Kasten zusammenräumen und "Rein Schiff", das auch das Säubern des Deckes mit den so genannten "Schwabbern" beinhaltete.

07.00 Uhr bis 07.30 Uhr:                       Körperpflege, alle Schulsachen für die Berufsschule herrichten, sich mit Uniform adjustieren.

07.30 Uhr:                                             Frühstück. Tee oder Milchkaffee mit tellergroßen Schmalz- oder Marmeladebroten.

08.00 Uhr:                                             Gemeinsamer Abmarsch in Zweierreihen mit dem Schulschiffkapitän an der Spitze, der immer für rasantes Tempo sorgte. Bei dem Marsch nach Korneuburg hinaus durfte nicht gesprochen werden.

Von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr:                 Berufsschule in der Hauptschule des Ortes.

12.00 Uhr:                                              Rückkehr aufs Schulschiff. Wieder in Zweierreihen und schweigend.

13.00 Uhr:                                              Mittagessen. Immer gut und reichlich. Wer trotzdem noch Hunger hatte wurde mit einem "Nachschlag" verwöhnt. Das Essen wurde mit dem Schulschiffkapitän gemeinsam im  Aufenthaltsraum, der so genannten "Messe", meistens schweigend eingenommen.

14.00 Uhr:                                               Praktische Übungen unter der Aufsicht unseres Ausbildners.

Von 16.00 Uhr bis 16.30 Uhr:                   Jause, mit Fruchtsaft oder Leitungswasser, wieder mit riesigen Schmalzbroten.

Von 16.30 Uhr bis 17.00 Uhr:                   Weitere praktische Arbeiten. (Zillen fahren, Wurfleinen werfen, Knoten üben).

Von 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr:                   Körperpflege. Duschen, Kasten zusammenräumen, Kleider in Ordnung halten.

18.00 Uhr:                                              Abendessen. Abwechlungsreich, und ausreichend. Dieses Mahl wurde wieder zusammen mit dem Kapitän, schweigend in der Messe eingenommen. Danach war der Arbeitstag für den Schulschiffkapitän beendet, der das Schulschiff in Richtung Wien verließ.

Von 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr:                  Lernstunde im Aufenthaltsraum. Den in der Berufsschule gelernten Stoff wiederholen, bzw. auswendig lernen.

Von 19. 30 Uhr bis 21.00 Uhr:                Zeit zur freien Verfügung. Plaudern, Erfahrungen austauschen.

21.00 Uhr:                                             Nachtruhe.

 

Jeden Freitagnachmittag wurden wir zu den diversen Werftabteilungen (Malerei, Tischlerei, Schweißerei) geschickt, um dort mitzuhelfen. Manchesmal wurden wir auch zu den Schiffen beordert, die zu Reparaturen in die Schiffswerft gekommen waren. (Schleppseile und Ankerketten neu einziehen.

Einmal im Monat kam ein LKW mit alten, zerschlissenen  und schadhaften Drahtseilen vorgefahren. Die mussten erst einmal in mühevoller Kleinarbeit abgeladen werden, um sie  am Werftgelände vor dem Schulschiff aufzustapeln. Unsere Aufgabe bestand nun darin, diese verbeigelten schweren Drahtseile wieder instand zu setzen, bzw. neu zu "spleißen". Auch das gehörte zu unserer praktischen Ausbildung. Genauso wie wir aus alten, verotteten staubigen Hanfleinen neue Reinigungsgeräte, so genannte "Schwabbler" fabrizierten. Eine Arbeit, bei der man vor Staub oft die Hand nicht vor Augen sah, und die heute sicherlich aus Gesundheitsgründen verboten wäre. Doch damals schien das Motto der Gesellschaft zu lauten: Aus alt mach neu, die Schiffsjungen werden das schon machen. So bekam die DDSG ein Teil unserer teuren Ausbildungskosten wieder zurück.

Jeden Tag wurden zwei Schiffsjungen zum Küchendienst abkommandiert. Sie waren nach jeder Mahlzeit für den Abwasch und das Abtrocknen zuständig. Es konnte aber auch durchaus passieren, dass diese Lehrlinge vom Schulschiffkapitän bestimmt wurden. Es waren das Leute, die Verbote des Schulschiffes missachtetet hatten. Da konnte es schon sein, dass sie gleich mehrere Wochen hindurch diesen Dienst in der Küche leisten mussten.

Einer der Lehrlinge wurde zur täglichen Wache herangezogen. Das wurde so eingeteilt, dass alle Lehrlinge drankamen, wobei man natürlich auch Pech haben konnte. Sicherlich geschah es  nicht mit Absicht wenn man gerade am Wochenende Wache hatte, und so nicht in den Genuss des spärlichen Ausgangs kam. Der Wachhabende wurde vom Ausbildner persönlich um 05.00 Uhr geweckt, und war für das einwandfreie Funktionieren der Heizung verantwortlich. Zu seinen weiteren Aufgaben gehörten weiters das Aufziehen der Flagge am Vorplatz vor dem Schulschiff, das Notieren der im Radio um 9.00 Uhr gemeldeten  Wasserstände, sowie die Führung des Wachbuchs, in dem  alle Ausgänge der Lehrlinge penibel aufgelistet werden mussten.

Dann gab es noch die so genannte "Ordonanz". Einer von den Lehrlingen wurde täglich aufs Korneuburger Postamt geschickt um dort die gesammelte Post (Briefe und Pakete) der Schiffsjungen abzuholen. Meistens erhielten wir ja nur Briefe, aber manchesmal waren auch mehr oder weniger große Pakete darunter. Dann kam man ganz schön ins Schwitzen, wenn man diese Poststücke aufs Schulschiff bringen musste. Die gesamte Post musste dem Schulschiffkapitän zur Kontrolle vorgelegt werden. Dieser entschied dann darüber ob sie an die Lehrlinge übergeben wurde, oder nicht. Streng verboten war die Korrespondenz mit dem weiblichen Geschlecht. Wenn der Chef des Schulschiffes so einen Brief zu Gesicht bekam, wurde er dem Adressanten nicht gleich ausgefolgt. Er verblieb weiterhin in der Obhut des Kapitäns, der den Empfänger zwar davon informierte, dieser sich das Schriftstück aber erst vor Antritt seines Urlaubs abholen durfte.

Verhasst war der Dienst des "Kloinspektors". Meistens wurde ein Lehrling in seinem ersten Lehrjahr dazu bestimmt die Toiletten rein zu halten. Er musste dies so lange tun bis er einen Kameraden dabei erwischte, der, seiner Meinung nach, das WC verunreinigt hatte. Was ja nicht schwer war, denn einige Tropfen konnte man immer am frisch geputzten Boden finden. Hatte man dies bei dem WC- Geher entdeckt, musste dieser die nächste Zeit das Klo machen. Bis der wiederum ..., usw. usw. So konnte man einem seiner Mitarbeiter immer das "Häusl anhängen". Die "Einjährigen" trauten sich  fast nicht mehr aufs  WC zu gehen, da der Herr "Kloinspektor" immer hinter ihnen her war. Wie gesagt, diese Aufgabe blieb meistens für die Schiffsjungen des ersten Lehrjahres reserviert.  Die "alteingesessenen" Lehrlinge lachten nur darüber wenn sie der WC- Reininger zur Rede stellen wollte.

Für die Gestaltung unserer knapp bemessenen Freizeit hatten wir nicht viel Auswahl, Zeitungslesen und Radiohören waren ja streng verboten. So blieb uns nur als einzige Freizeitbeschäftigung Fußball zu spielen. Dafür hatten wir in mühevoller Kleinarbeit, nur mit Hilfe unserer Hände, den Platz vor dem Schulschiff von Gestrüpp und hohem Gras befreit. Zwei Bretter wurden zu Torstangen zusammengenagelt, und fertig war unser Fußballtor. So wurde uns erlaubt, nach unserer Arbeit ein wenig dem runden Leder hinterher zu laufen. Eine gute Gelegenheit für die Raucher unter uns sich dort unbeobachtet eine Zigarette anzünden zu können. Sport gab es aber trotzdem nicht für alle, denn wenn die schulischen Leistungen nicht den Erwartungen des Schulschiffkapitäns entsprachen, dann war für denjenigen Lehrling auch diese Freizeitgestaltung gestrichen.

Ich habe versucht meine Lehrzeit  in dem ersten Band meiner "Donautrilogie" schriftlich zu verarbeiten. Wobei sich Wahrheit und Fiktion  dabei ziemlich die Waage hielten.

 

 

 

 

 In der betriebseigenen Mitarbeiterzeitung "Donau- Kurier" Folge 2 vom Jänner 1968 stand zu lesen:

 

Wir gratulieren zur erfolgreichen Ablegung der Kammerprüfung für Schiffsjungen, die am 9.10.1967 auf dem Schulschiff der DDSG in Korneuburg stattfand, den Schiffsjungen:

Richard STASIAK (Prüfung mit "Auszeichnung" bestanden),   Wolfgang RIEDL (mit "Auszeichnung"),   Gerhard SCHAUER ( mit "sehr gutem Erfolg"),

Hubert PIKAL,    Dietrich PIEL,    Wolfgang KRISPER

 

 

Der "Donau - Kurier" schrieb in seiner Folge 6 im Jänner 1969:

 

Zur erfolgreichen Ablegung der Facharbeiterprüfung, die am 3.10.1968 in Korneuburg stattfand:

den Kandidaten    Josef GRUBER (mit "Auszeichnung"),   Wolfgang MEKIS (mit "Auszeichnung"),  Otmar EDLICH (mit "sehr gutem Erfolg"),  Kurt STÜTZ (mit "gutem Erfolg"  und  Edmund KRANZER.

 

Die folgenden Lehrlinge durfte ich in meiner Schulschiffzeit kennenlernen:

Lehrgang 1962

Giracek    Hubert,        Bauer    Johann,        Alfans    Peter        Eckelsberger     Josef,        Langer    Gottfried,        Maurer    Günter,        Pycha    Otto,        Schreiner    Robert,        Tobias (Kasperl)    Peter,         Fabinger     Peter,         Satovic    Julius        Schmid    Herbert.

Lehrgang 1963

Glasner    Erwin,        Khollar    Franz,        Eigner    Walter,        Hehenberger    Helmut,        Kreil    Karl - Heinz,        Lugstein    Herbert,        Mayer    Herbert,        Raber    Wolfgang,        Reiter    Hans,        Wais    Norbert.

Lehrgang 1964

Stasiak    Richard,        Riedl    Wolfgang,        Kieberger    Christian,        Meischel    Erwin,        Pikal    Hubert,    Schauer    Gerhard,        Stani    Herbert,        Weber    Hermann,        Piel    Dietrich.     

Lehrgang 1965

Gruber    Johann,        Edelmann    Josef,    Edlich    Otmar,        Kranzer    Edmund,        Krill    Walter,        Stütz    Kurt,        Stary    Franz,        Dietrichstein    Daniel,        Weinberger Robert.  

 

Prominente DDSG- Kapitäne    

Tschuk    Reinhard (Lehrjahr 1957),        Gesek    Gerhard (1958),        Kapfenberger    Alfred (1958),        Monego    Karl (1958),         Bickell    Peter (1959),        Heu    Johann (1959),        Fabsits    Günter (1959),        Breuer    Willibald (1960),        Punczi    Harald (1960),        Blauensteiner    Josef (1961),        Holubek    Engelbert (1961),    Loibl    Karl (1961)        Giracek    Hubert (1962),        Khollar    Franz (1963),        Wais    Norbert(1963),        Schauer    Gerhard (1964),         Stasiak    Richard (1964),        Gruber    Josef (1965),        Weinberger    Robert (1966)       

 

                                                    

Die folgenden Bilder zeigen die verschiedenen Tätigkeiten zu denen die Lehrlinge herangezogen wurden. Sogar für das Kartoffelschälen, unter Aufsicht der unvergessenen Köchin Barbara "Betty" Friedl, wurden sie herangezogen. Die Bilder aus der Sammlung Dosch müssen aus den 1980 ziger Jahren stammen, denn zu meiner Zeit war von einer Drehbank noch keine Rede.

 

 
                                                                                                                                                                                                    
 
 
           Impressionen aus der Schiffswerft Korneuburg.
         	            
                          
Zugschiff MS "Korneuburg" aufgedockt ("am Stapel") in der Werft. Beide Schrauben waren ausgeschlagen. Friedhof der alten "Zweikaminer". Das dritte Bild zeigt den fortgeschrittene Bau eines Hochseeschiffes auf der schon 
 längst nicht mehr existierenden Reede. Am gegenüberliegenden "Stapel steht das DDSG - Zugschiff "ISPER" aufgedockt, bereit zum Schraubenwechsel. Rege Bautätigkeit war immer in der Werft zu spüren. Das vorletzte
  Bild zeigt das DDSG - Zugschiff "KORNEUBURG" vor der Floßbrücke abgestellt, von der die Werft in zwei Teile geschnitten wurde. Am letzten Bild ist ein russisches Schub- und Zugschiff aufgedockt.
 
                            
   das erste Bild zeigt das DDSG- Passagierschiff "FRANZ SCHUBERT" und das sowjetische Kabinenschiff "AMUR", im Winterstand. Daneben die "OSTARRICHI", noch mit weißer Bugrundung. Daneben wahrscheinlich 
  MS "KOLMEGG. Das letzte Bild zeigt ein Radkastenschiff der "EGG"- Klasse. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um MS "KRANZEGG". ) Die drei letzten Bilder aus der Sammlung des langjährigen MBL Parolini).
 
				Schiffbau in Korneuburg um 1900
 
                            
                
 
 
			        Schiffswerft Korneuburg ( Eine Bestandsaufnahme aus dem Jahre 1967)
 
                                                                           
 
Schon in den ersten Jahren des Schiffsbetriebes DDSG zeigte sich die Notwendigkeit, auch an der österreichischen Donau, nahe Wiens, eine Reparatur - Werft zu schaffen. 
1852 wurde das linke Ufer das natürlichen Donauarms bei Korneuburg gewählt, und dort ein Grund gepachtet. Im Jahre 1853 wurden Maschinen angekauft, und ein hölzernes Werftgebäude errichtet. Man richtete dort Schmiede - Schlosser-, Spengler -, 
Tischler - und Maschinenwerkstätten sowie Lagerräume ein. 
1860 waren in der Werft Korneuburg schon 150 Arbeiter beschäftigt, die dort hauptsächlich Reparaturen an Schiffen, Kähnen und Kessel durchführten.
 Im Jahre 1870 wurde eine Holz - Säge - Anlage eingerichtete, und 1890 betrug die dort beschäftigte Arbeiterzahl 206. Obwohl um diese Zeit bereits mit dem Neubau von Güterkähnen begonnen wurde, bestand die Hauptarbeit auch weiterhin in der Reparatur
 von Dampfern, Kähnen und Pontonen.
1920 wurde die Werft durch Errichtung von 2 Hellingen, einer elektrischen Zentrale, einer Kohlenförderanlage, einer neuen Schiffsbauhalle, die damals noch "Schiffsschmiede" genannt wurde, bedeutend ausgebaut. In dieser Zeit fällt auch der Bau eines Turmdrehkranes.
Von 1937 - 1939  betrug der Personalstand bereits 430 Arbeiter und Angestellte, die weiterhin umfangreiche Reparaturarbeiten durchführten. Daneben wurden aber auch Kähne, weiters4 Motor - Güterschiffe, 2 Motor - Zugschiffe, sowie 2 diesel-elektrische 
Fahrgastschiffe, "Stadt Wien" und "Stadt Passau" neu gebaut.
In den Jahren 1939 - 1945 wurde die Werft abermals vergrößert und modernisiert. Die Belegschaft bestand damals aus ca. 1300 Leuten, die dort 15 Motorzugschiffe, 35 Tankkähne und 9 Güterkähne neu bauten.
Nach Kriegsende ging die Verwaltung der Schiffswerft, bis zum Abschluss des Staatsvertrages 1955, in sowjetische Hände über. Bei einem Personalstand von 1500 Arbeiter und Angestellten wurden in diesem Zeitraum für sowjetische Rechnung 58 Seeleichter,
 je 1000 t, 10 Güter - und Tankkähne, 9 Dampframmen, 2 Motorzugschiffe und diverse kleine Einheiten gebaut.
Im August des Jahres 1955 wurde die Werft wieder in den Besitz der DDSG zurückgeführt. Da die Auftragslage zu diesem Zeitpunkt sehr unbefriedigend war, verlegte die DDSG die meisten ihrer Umbauten und Reparaturen nach Korneuburg.
Obwohl wieder Aufträge aus der Sowjetunion kamen, musste Personal abgebaut werden. Trotzdem gelang es immer wieder Aufträge für DoKW - Eisbrecher, russische und österreichische Zugschiffe, Küsten - Motorschiffe und auch große Fahrgastschiffe zu erhalten.
 Als markantester Neubau kann wohl das neueste Personenschiff der DDSG "Theodor Körner" angesehen werden.
Derzeit ist die Werft bestens ausgestattet und beschäftigt ca. 700 Personen. Man erzeugte auch Kunststoff- Behälter und - Booten in der Nebenproduktion.
Von den seit der Gründung der Werft ausgeführten ca. 680 größeren Einheiten wurden etwa 400 an die DDSG geliefert. So ist das Schicksal der Werft Korneuburg seit 115 Jahren eng mit dem ihrer Muttergesellschaft - der DDSG - verbunden.  
 
                                                                
         Werft Korneuburg mit Neubauten auf den Hellingen (1967)                       Stapellauf eines Passagierschiffes in den späten 1940-Jahren. 
                 
     Werftbugsierschiff "SCHURL" mit seiner Mannschaft. MS "WÄHRING" bei der Probefahrt. Auch MS "STRASSBOURG" wurde hier gebaut. Blick ins Werftgelände wo rege Bautätigkeit herrscht. Die letzten Dampfschiffe 
  so wie hier die "VACS" wurden hier zur Verschrottung abgestellt. (Alle Bilder stammen aus dem I. Band des Buchs "Erinnerungen an die Donau und die Schiffswerft in Korneuburg"
   
 
 
 
 
				Es stand im " Donau- Kurier" (September 1971)
                          			Staatsauszeichnung für österr. Werften Korneuburg und Linz
 
Nachdem bereits im März des heurigen Jahres der Schiffswerft Korneuburg die Verleihung des Rechtes zur Führung des Staatswappens im Geschäftsverkehr zuteil wurde, ist diese hohe Auszeichnung auch im Mai der Schiffswerft Linz zuerkannt worden. 
Die Berechtigung zur Führung des Staatswappens bedeutet eine Anerkennung der hervorragenden Leistungen der österr. Werften, die auch in entscheidenden Sinn in Vergangenheit und Gegenwart zur fortschrittlichen Entwicklung der österr. Donauschifffahrt
 und insbesondere der Flotte der DDSG beigetragen haben. Zugleich werden damit aber auch die Exporterfolge der beiden Werften gewürdigt, welche bekanntlich keineswegs nur für die Donauschifffahrt liefern, sondern auch für andere europäische Länder, für 
überseeische Besteller und sogar im beachtlichem Unfang für den Hochseeverkehr. 
 
 
 
 
                                                                       
			       Was geschah in der übrigen Welt.
				  1964
 14. Oktober  Nikita Chrustschow wird vom Plenum des ZK aus seinen Ämtern entlassen und entmachtet. Als Regierungschef folgt ihm Alexej Kossygin, als Parteichef Leonid Breshnew.
 15. Oktober  Die Labour Partei gewinnt die Wahlen im britischen Unterhaus, Premierminister wird Harold Wilson.
 16. Oktober  Die Volksrepublik China unternimmt den ersten unterirdischen Atombombenversuch.
 18. Oktober  Binnenschifferkurs der DDSG beginnt am Schulschiff in der Korneuburger Schiffswerft.
 24. Oktober  Unabhängigkeit von Sambia
 26. Oktober  Jordanien schließt als zweites arabisches Land einen Friedensvertrag mit Israel ab.
 02.November  Nachdem der Ministerrat König Saud das Vertrauen entzogen hat, wird dessen Bruder Faisal (König "Faisal") neuer König von Saudi - Arabien.
 02. November  Eine Passagierscheinregelung ermöglicht Rentnern aus der DDR den Besuch von Verwandten in Westdeutschland.
 03. November  Eduardo Frei Montalva wird neuer Staatspräsident von Chile.
 20. November  Eisako Sato wird neuer Regierungschef in Japan.
 01. Dezember  Die DDR setzt Zwangsumtausch für Besucher aus dem Westen fest.
 12. Dezember  Kenia wird Republik. Erster Staatspräsident wird Jomo Kenyatta. Er ist gleichzeitig Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte.
 28. Dezember  Giuseppo Saragat wird neuer Staatspräsident von Italien