Harte Schulschiffzeiten

 

                                                                        

                                                                                                                             

 

                                                                                            

                                                           Schiffsjungenkurs 1964/65

Von links nach rechts: Die beiden Schiffsjungen- Bootsleute Wolfgang RIEDL und Richard STASIAK", Daniel DIETRICHSTEIN, Kurt STÜLZ, "Happy"- Othmar EDLICH, Robert WEINBERGER und alleine stehend Dieter "Harry" PIEL.

 

                                         

           Immer für einen Spaß zu haben- "Happy" EDLICH. Ganz links müssen Schwabber am Kopf und Hacke für lange Haare und eine Gitarre herhalten. Das mittlere Bild zeigt ihn bei einer Strafaufgabe: die Fensterrahmen des Schulschiffs mit "Sidol" blank scheuern. Am rechten Bild ist er als Schiffsjunge in seiner praktischen Ausbildung am Bug des Fahrgastschiffs "STADT WIEN" zu sehen. Neben ihm Raimund K., der damalige blutjunge, etwas verschmitzt lächelnde Matrose, der in späteren Jahren das Kapitänspatent erwarb. Neben "Happy" ist noch der zweite Schiffsjunge Gerhard SCHAUER zu sehen, der nach der Zerschlagung der DDSG zur DTSG wechselte. Daneben der Maschinenbetriebsleiter Hans KREUTZER, und Bootsmann Max KÖSSLER, der schon bald auf den Donaubus "MARIA" überwechselte. Aber auch "Happy" hielt es nicht lange bei der DDSG, kündigte als II. Kapitän und ist jetzt als Kraftfahrer unterwegs.

 

                                     

            Beim lustigen Zeitvertreib im Schlepp: (von links nach rechts: Johann, "Jonny" GRUBER, stammt aus einer Schifffahrtsdynastie aus Sarmingstein an der Donau. (Vater, Onkel und weitere Verwandtschaft hatte schon früher bei der DDSG angeheuert). Verblieb bis zum Ende der Firma auf dem Fahrgastschiff "STADT WIEN" als Kapitän. Wurde danach von der Donaureederei "WURM & KÖCK" als Kapitän übernommen und fährt auf dem Fahrgastschiff "Johanna".

Wolfgang MEKIS, getarnt mit "Schwabber" und so fast unkenntlich gemacht. Wenn man ihn so lustig auf dem Bild sieht, kann man sich gar nicht vorstellen, dass er es auch nicht lange bei der DDSG ausgehalten hat. Studierte, konvertierte wegen seiner Gattin zum Islam, wurde Staatsanwalt und erregte auch mediale Aufmerksamkeit als er sich vor Jahren mit einem bekannten Politiker medienwirksam anlegte. Derzeit Anwalt mit eigener, florierender Kanzlei.

Dieter "Harry" PIEL, "twistet" sich gerade weg. Stammte aus Schönberg am Kamp in Niederösterreich, und musterte bereits als Matrose ab. Blieb aber der Schifffahrt treu und machte als Rheinschiffer Karriere. Ein junger Kapitän aus Schönberg, das war auch der "Kamptal- Zeitung" einen Artikel wert. Derzeit Direktor einer Schifffahrtsgesellschaft die Rhein und Donau befährt.

 

                                                

    Das linke Bild zeigt ein lustiges Zusammentreffen am Bug des Schulschiffs. Obwohl wir nicht viel zu lachen hatten alberten wir doch immer herum, denn so ließ sich das Internatsleben doch etwas leichter ertragen. (Von links nach rechts):

Gerhard SCHAUER, gebürtiger Linzer und der "Sir" unter uns Lehrlingen. Immer korrekt gekleidet mit blütenweißem Hemd, Krawatte und Sakko. Fuhr bis zuletzt als Kapitän auf der oberen Donau, und wurde nach dem Ende der DDSG von der DTSG, der "Donau- Tankschifffahrts- Gesellschaft", die am 1. Juli 1996 gegründet wurde, übernommen. Macht derzeit bis zu seiner baldigen Pensionierung am Linzer Gasölbunker Dienst. Sein Bruder war Kapitän auf der "STADT WIEN", als sie noch im Besitz des Tullner Bürgermeisters Willy STIFT war.

Erwin GLASNER, alias "Der WEISSE".  Stammte ebenfalls aus Oberösterreich wie man an seinem Dialekt unschwer erkennen konnte. Kämpfer für Recht und Ordnung in seiner Funktion als Schiffsjungen- Bootsmann am Schulschiff. Befuhr die obere Donaustrecke als Bootsmann auf den Zugschiffen, und kündigte in dieser Funktion bei der DDSG. Lebt jetzt in Asten bei Linz.

Wolfgang RABER, alias "WUFFI". Stammte aus der steirischen Kleinstadt Raaba bei Graz, wo sein Vater Volksschuldirektor war. Etwas überheblich, aber ein Superkumpel. War zusammen mit dem Verfasser dieser Zeilen Schiffsjunge auf dem ganz neu in Dienst gestellten Fahrgastschiff "THEODOR KÖRNER". Selbstkündigung als Matrose und Rückkehr in die Steiermark. Man hat bis heute nie mehr etwas von ihm gehört.

Gustav KEIL, genannt "DER PFIRSICH". Sein Spitzname rührte davon her, dass sein Gesicht so zart und rot wie eine Pfirsichhaut war. Ein weltoffener junger Mann der es nicht weit zu seiner Arbeitsstätte hatte da sein Heimatort Klosterneuburg am gegenüberliegenden Donauufer lag. Kam kurz vor Beendigung seiner Lehrzeit bei einem Verkehrsunfall mit dem Moped, das er sich mit seinem ersten Gehalt gekauft hatte, ums Leben.

Norbert WAIS, genannt "DER DAMPFPLAUDERER". Diskutierte über Gott und die Welt und gab zu jedem Thema seinen Kommentar ab. Überaus netter und kumpelhafter Typ, der die Karriereleiter über den Rechnungsleger bis zum Kapitän erklomm. Ich hatte das Glück ihn bei einer Russlandreise mit dem Zugschiff "Korneuburg" erleben zu dürfen. Auch als er später die Agenden des Betriebsrats für den Schiffsdienst übernahm blieb er weiterhin ein feiner und korrekter Mensch. Starb leider bereits mit 40 Jahren an Krebs. 

Am rechten Bild ist das TRIO INFERNAL zu sehen. Jonny GRUBER, Wolfi MEKIS, der schon damals seinen durchtrainierten nackten Oberkörper gern zu Schau stellte, und Kurt STÜLZ aus der Steiermark. Kurt verließ das Unternehmen bereits als Matrose und kehrte in sein "grünes" Bundesland heim. War leicht an seinen steirischen "Slang" zu erkennen und war ebenfalls Schiffsjunge auf dem legendären Fahrgastschiff DS "HEBE". Bester Freund von "Happy", wollte auch zu unserem Schiffsjungentreffen kommen, hatte aber dann doch keine Zeit. Netter, lustiger Zeitgenosse.

 

                                         

                      Zu Bild 1: Zwei "Spezialisten" in einem Boot. Eine sehr wichtige Arbeit war das Eisbrechen mit der Ruderzille rund ums Schulschiff. Bootsmann und Ausbildner für den praktischen Teil Josef "Pepi"  FRIEDL, und Schiffsjungen- Bootsmann Wolfgang  RIEDL. Der Verantwortliche für den praktischen Teil unserer Ausbildung Bootsmann FRIEDL war zwar eine rauer Zeitgenosse, hatte aber doch sein Herz am richtigen Fleck. Er unterstützte uns wo er nur konnte, polterte zwar immer herum, doch wenn es darauf ankam, dann konnte man auf ihn zählen. Hat sich nach seiner Pensionierung auf sein Weinbaugut im Pulkau zurückgezogen. Leider ist seine Gesundheit etwas angegriffen. Wolfgang RIEDL stammte aus dem wunderschönen Wachau- Örtchen Spitz an der Donau und war schon damals ein geschicktes und aufgewecktes Kerlchen. Sein Weg war schon als II. Kapitän bereits vorgezeichnet. Plötzlich und für uns alle unverständlich kehrte er der Schifffahrt den Rücken. Derzeit gehört ihm eine gut gehende Maklerfirma in Niederösterreich.

                     Zu Bild 2: Schiffsjunge Daniel DIETRICHSTEIN kommt als Schulschiffwache mit dem leeren Kokseimer aufs Schulschiff zurück. Da er der einige Kärntner unter uns Lehrlingen war amüsierten wir uns immer köstlich über seinen Dialekt. Wurde ebenfalls Kapitän und ist in dieser Eigenschaft weiterhin bei der "DDSG- CARGO" auf Schubschiffen unterwegs.

                     Zu bild 3: Allgemeines Schifferknotenüben am Backbordgeländer des Schulschiffs. Von links ist der zweite Schiffsjungen- Bootsmann Richard STASIAK, Spitzname "Steissgal" zu sehen. Dieser Name leitete sich davon her, dass er eigentlich aus Polen stammte, aber im niederösterreichischen Kottingbrunn zuhause war. Fährt nun auf Passagierschiffen anderer Donaureedereien. Neben ihm steht "Gipsi" EDELMANN, der aus dem Salzburgischen stammte. Ein toller Typ der sehr musikbegeistert war und selbst Schlagzeug spielte. Er kündigte schon bald und wollte nach Australien auswandern. Ob er auch wirklich tat entzog sich unserer Kenntnis. Am Kommando werkt Rudi FABINGER, ein handwerklich sehr begabter junger Mann und Schiffsjunge im letzten Lehrjahr herum. Er hat der DDSG auch bereits kurz nach seiner Ausbildung den Rücken gekehrt, und ich habe ihn später als Matrose auf einem Zugschiff des Bayerischen Lloyd getroffen.

 

                                                              

                                 Das linke Bild zeigt einen unbekannten Schiffsjungen bei der Seilarbeit beim beigekoppelten Anhangobjekt. Am rechten Bild ist Hubert PIKAL, ein echter Wiener zu sehen. Hubert war einer der besten "Biereinholer" am Schulschiff. Ein sehr gefälliger und ruhiger Typ, der es unter uns sicherlich nicht leicht hatte. Man konnte sich jederzeit auf ihn verlassen. Kündigte auch bald bei der DDSG und hielt sich mit verschiedenen Arbeiten über Wasser. So agierte er sogar als "Teufelsfahrer in der Todeskuppel". Brach später seine Zelte in Österreich ab, und ging nach Amerika. Führt derzeit mit seiner amerikanischen Gattin in Austin- Texas eine Firma. Das Foto zeigt ihn bereits in seiner neuen Heimat.

 

                                                  

                             Links stehen die alten Dampfschiffe zur Verschrottung bereit. In der Mitte das Schulschiff, das am äußersten Ende der Schiffswerft seinen langjährigen Liegeplatz hatte. Rechts Blick vom Schulschiff in die Schiffswerft.

 

                                                                                          

                           Zwei Bilder aus der Sammlung Kpt. HINUM, langjähriger Schulschiffkapitän. Links bei dem Vortragen des Lehrstoffs vor den Schiffsjungen, und rechts am Kommando des Fahrgastschiffs "THEODOR KÖRNER", wo er sporadisch im Sommer, wo die Lehrlinge für die praktische Ausbildung

 

 

                                                         Gratulationsbesuch bei Minister Dr. Androsch ("Donau Kurier" Mai 1975)

 

                                                                                                     

Am 18. Dezember 1974 wurden Herrn Bundesminister Dr. ANDROSCH als Eigentümervertreter der DDSG die Weihnachts - und Neujahrswünsche des Unternehmens übermittelt. Die Delegation bestand neben dem Vorstand aus zwei Schiffsjungen des in Korneuburg stationierten Schulschiffs und deren Ausbildungsleiter. Als Präsent wurden Dr. ANDROSCH ein Rettungsring und ein Steuerrad mit eingesetztem Barometer überreicht. Das Steuerrad hatten die Schiffsjungen unter der Leitung des Bootsmanns FRIEDL selbst angefertigt. Der Bundesminister zeigte sich über den Besuch sehr erfreut. Das Bild zeigt von links nach rechts: den Kommandanten des Schulschiffs Kpt. HINUM, Generaldirektor WURMBÖCK, Bundesminister Dr. ANDROSCH, Generaldirektor LUCZENSKY und die Schiffsjungen RAS und TRENKLER.

 

          

                                           Original Prüfungsfragen des Unterrichtsgegenstandes Maschinenkunde:

                      

1). Wer konstruierte den ersten betriebsfähigen Dieselmotor?

1893 konstruierte Rudolf Diesel den ersten Motor dieser Art. 4 Jahre später wurde der erste betriebsfähige Dieselmotor von der Maschinenfabrik " MAN" fertig gestellt.

2). In welche Gruppen werden die Dieselmotoren ihrer Wirkungsweise nach eingeteilt?

Zwei und Viertakt - Motore.

3). Welcher grundlegende Unterschied besteht zwischen dem Zweitakt und Viertakt - Motor?

Beim Zwei - Taktmotor ist jeder 2 Hub ein Arbeitshub.

Beim Vier - Taktmotor ist jeder 4 Hub ein Arbeitshub.

4). Wie kann man auf dem ersten Blick einen 2 Takt Motor von einem 4 Takter unterscheiden?

Beim Viertaktmotor sitzen auf den Zylinderdeckeln durch Stoßstangen und Hebel gesteuerte Ventile, welche beim Zwei- Taktmotor fehlen.

5). Worin besteht das Prinzip des Dieselmotors?

Beim Dieselmotor wird Frischluft im Zylinder durch einen Kolben auf 30 - 35 atü zusammengepresst, wodurch sich dieselbe erhitzt ( ca.600 Grad ). In diese erhitzte Luft wird fein zerstäubter flüssiger Brennstoff ( Gasöl ) eingespritzt. Der zerstäubte Brennstoff entzündet sich an der heißen Luft und die dabei entstehenden Verbrennungsgase treiben den Kolben vor sich her. Die gradlinige Bewegung des Kolbens wird durch einen Kurbelmechanismus in eine drehende verwandelt.

6). Was geschieht mit der bei der Verbrennung entstehende Wärme?

Ein Drittel wird in Arbeit umgewandelt.

Ein Drittel geht durch den Auspuff verloren.

Ein Drittel geht durch Reibung, Strahlung und Kühlung verloren.

7). Wie groß ist der Druck der durch das Zusammenpressen der Luft im Zylinder entsteht ( Kompression).

30 - 35 atü

8). Wie hoch steigt der Druck im Zylinder während der Verbrennung des eingespritzten Brennstoffes?

55 - 60 atü

9). Wie hoch steigt die Temperatur im Zylinder während des Verbrennens?

1400 - 1800 Grad C

10). Warum hat der Dieselmotor einen dreimal größeren Wirkungsgrad ( 36%) als die Dampfmaschine ( 12-14%, modernste Maschinen 18% ).

Bei der Verwandlung der Wärme in Arbeit fällt der verlustbringende Kessel und der Wärmeträger Dampf weg. Die Verbrennung findet unmittelbar über den Kolben statt.

11). Wie heißen die 4 Hube bei Viertakt Motoren?

a). Ansaughub    b). Kompressionshub    c). Expansionshub    d). Auspuffhub

12). Was geschieht während der vier Hube im Zylinder?

a). Frischluft wird angesaugt

b). Dieselbe wird komprimiert und am Ende der Kompression wird Brennstoff eingespritzt.

c). Der eingespritzte Brennstoff und die Verbrennungsgase expansieren.

d). Die Abgase werden aus dem Zylinder gedrückt.

13). Wie heißen die zwei Hube beim Zwei - Takt - Motor?

a). Expansionshub

b). Kompressionshub

14). Was geschieht während des Expansionshubes im Zwei Takt Motor- Zylinder ?

Verbrennung des eingespritzten Brennstoffes, Expansion und ca. 20% vor Erreichung des unteren Totpunktes. Beginn des Auspuffes, Ausspülen der Verbrennungsgase durch Spülluft.

15). Was geschieht während des Kompressionshubes?

Füllen des Zylinders mit Frischluft, komprimieren derselben und Einspritzbeginn kurz vor Erreichung des oberen Totpunktes.

16). Welches sind die Vorteile des Dieselmotors?

1). Unmittelbare und restlose Verbrennung.

2). Sofortige Betriebsbereitschaft.

3). Weder zum Anheizen noch zum Vorwärmen wird Brennstoff verbraucht.

4). Während der Betriebspause entsteht kein Brennstoffverbrauch

 

Solche, und ähnliche Fragen musste man beantworten, um das kleine Motorenwärterpatent ( bis 200 PS)  zu erlangen. Wobei dieses auch die Lizenz zum Führen einer Motorzille mit einem Motor bis 35 PS- Leistung beinhaltete.

     

                                           Einige Lernunterlagen- Zeichnungen

                                                      zum Gebrauch in dem Berufsschulfach Motorenwärterkunde.

 

                                                                                 

 

 

 

                                        

           Am linken Bild (Sammlung Parolini) ist der Standort des Schulschiffs in der Korneuburger Werft ganz links gut zu erkennen. Rechts ist das Passagierschiff "JOHANN STRAUSS" abgestellt. Am rechten Bild (Sammlung Kpt. STEINDL), ist das jetzt stolz genannte "SCHULSCHIFF DONAU" nach dem Ende der DDSG wieder nach Linz zurückgekehrt. Es diente nun als Kanzlei und Unterkunft der "DDSG CARGO TECHNIK". Es wurde zwar versprochen beide Einheiten in die Werft Korneuburg rückzuführen und in die Obhut der "Freunde der Historischen Schifffahrt" zu übergeben, doch leider hat sich dies auch wieder zerschlagen.  Am 27. Mai 2001 hatte sich das DDSG - Schubschiff "Linz" bei der öffentlichen Lände Linz - Teerlacke mit zwei Schubleichter auf das sich dort abgestellte "Schulschiff Donau" gestellt. Bei der Abfahrt der "Linz" wurde vergessen die Seile zu lösen, so dass das Schulschiff mitgerissen wurde. Alle Zuleitungen samt Landgang sowie Schorbäume lagen im Wasser. (Sammlung Steindl)    Damals hatte man noch Träume und Erwartungen: Schiffsjungen- Foto in Uniform vor dem abgestellten Donaubus. Gerhard Sch. bei seiner praktischen Ausbildung in den Sommermonaten auf dem Fahrgastschiff "Franz Schubert. Das Bild täuscht sehr, denn so gemütlich ging es sicherlich nicht zu. Später als gestandenen Kapitän mit den Linzer "Granden". Man beachte den feinen Trachtenanzug. Karriere als Kapitän machte auch Jonny G., ganz links . Mit am Tisch Tausendsassa Otto S. (Alle Bilder Sammlung Schauer).                                                                       

 

 

                                                                                                                  

                 Der heutige Blick von der Rückseite der Korneuburger Schiffswerfte. Hier erinnert leider nichts mehr an die Existenz des ehemaligen DDSG- Schulschiffes...

 

 

                                    Bereits 1958 erschien ein Bericht von Rene KOCH in der Arbeiterzeitung.

Leider ohne die Hauptpersonen in der Reportage namentlich zu erwähnen. Währe sicherlich interessant gewesen. Der Bericht erschien am Mittwoch, dem 26. März 1958 im SPÖ- Organ "Arbeiterzeitung" unter dem Titel

                                                                Ein Schiff als Internat

                                Die Schiffsjungenschule in Korneuburg 

Man braucht jetzt bei dem Wort "Schiffsjunge" nicht mehr an Hamburg, Bremen oder an einen anderen großen Seehafen zu denken. Die österreichische Donauschifffahrt hat seit dem Jahre 1954 eine Schiffsjungenschule, in der junge Burschen, die sich für den Schifferberuf interessieren, in dreijährigen Lehrkursen darauf vorbereitet werden. Die Schiffsjungenschule befindet sich in der Korneuburger Werft und ist auf dem Schulschiff Nummer 1 untergebracht. Es wurde während des Krieges gebaut, hätte ein Feuerlöschboot werden sollen und wurde dann später als Schulschiff adaptiert. Es hat keine Maschinenanlage und kann sich daher mit eigener Kraft nicht fortbewegen, sondern liegt am Ufer des Hafenbeckens der Werft vertäut. In den Räumen, in denen sich bei einem anderen Schiff die Maschinen befinden, sind die Schlafräume der Schiffsjungenschüler eingerichtet. Statt des Maschinenlärms kann man hier nachts die Schlafgeräusche von sechsundzwanzig jungen Menschen hören, die an dem derzeit laufenden Lehrkurs teilnehmen. Er ist der vierte seit dem Bestehen der Schule. Die Werft, in der das Schulschiff liegt, ist für zukünftige Schiffer gerade die richtige Umgebung. Auf den Heilingen liegen halb fertgige Schleppkähne und Schiffe, die überholt werden. Kräne fahren hin und her, es ist Hochbetrieb. Aus den lang gestreckten Werkshallen dringt der Arbeitslärm. Niethämmer und Bohrmaschinen machen einen Heidenlärm. Es riecht nach Lack, Teer, Öl, altem Wasser und Schlamm. Das Wasser des Hafenbeckens ist ölig und voller Schmutz. Quer über das Hafenbecken liegt ein schwimmender Holzsteg, links von dem Steg liegt das erste nach dem Krieg gebaute Motorschiff.

                                Nachwuchs für die Donauschifffahrt 

"In der Nachkriegszeit hat es wenig Leute gegeben, die sich für den Schiffsberuf interessiert haben", erklärt der Leiter der Schule, ein geprüfter Kapitän, der seit dem Jahre 1917 auf der Donau fährt. "Außerdem war hier ja alles in russischen Händen. Jetzt wollen wir den Mangel an Nachwuchs durch unsere Schule hier aufholen. Soweit das mit den Mitteln möglich ist, die uns zur Verfügung stehen." In diese Schule werden Buben aufgenommen, die das vierzehnte Lebensjahr vollendet haben und den Besuch einer Volks- und Hauptschule nachweisen können. Die  Buben lernen alles, was sie für den Schifferberuf brauchen. Die Kurse dauern von Oktober bis Anfang Mai. Im Mai werden die Buben eingeschifft und fahren dann auf Passagier- oder Frachtschiffen die Donau entlang. Da haben sie die Möglichkeit, ihr Wissen, das sie sich auf dem Schulschiff erworben haben, praktisch anzuwenden. Die Schule ist ein Vollinternat. Die Buben bekommen fünf reichliche Mahlzeiten am Tag, die an Bord des Schulschiffes von einer Köchin zubereitet werden. Außerdem erhalten sie per Tag ein Taschengeld von drei bis fünf Schilling. Der Lehrkurs ist in einem theoretischen und einen praktischen Teil geteilt", sagt der Leiter der Schule. "Im theoretischen Teil lernen die Buben Geographie, deutsche Sprache, Gesetzeskunde, Unfallverhütung, Schiffbau, Maschinenkunde, Erste Hilfe und Inventarkunde. Beim praktischen Teil wird der Schulleiter von einem erfahrenen Steuermann unterstützt. Da lernen die Buben Schiffsmanöver, Boot- Fahren, Wurfleinen- Werfen, Knoten, Seilspleissen, Handfertigkeiten in einfachen Tischler- Schlosser- und Anstreicharbeiten, Leckverdichtung, Feuerlöschen, Walleralarm und Mann- über - Bord - Manöver. "Vor kurzem haben unsere Buben einen Schiffskörper, der mit Wasser vollgelaufen war, vor dem Sinken bewahrt", erzählt der Leiter der Schule. "Sie haben mit ihren Handpumpen so fix gearbeitet, dass der Schiffskörper beinahe schon leer war, als die Motorpumpe der Werft kam."  

                                                   Kein Platz für Abenteurer 

"Für Buben, die hier bei uns Abenteuer suchen und die Schifffahrt als ein Leben voller Alkohol und Frauen sehen, ist bei uns kein Platz", meint der Schulleiter. "Das Schifferleben ist hart und man muss viel arbeiten. Wir wollen hier nicht nur einen fachgeschulten Nachwuchs, sondern auch einen moralisch einwandfreien". Nach Beendigung des Lehrkurses machen die Schiffsjungen eine Abschlussprüfung und haben dann die Möglichkeit, nach ihren Fähigkeiten aufzusteigen. Sie können, der Reihenfolge nach, Matrosen, Schlepplotsen, Steuerlotsen, Lotsen und nach Ablegung einer Kapitänsprüfung, auch Kapitän werden. Die Buben kommen aus allen Teilen Österreichs und es gibt kein Bundesland, das hier nicht vertreten wäre. Unter den 26 Schülern ist ein sechzehnjähriger Bub aus Niederösterreich. Er hat einem Menschen das Leben gerettet und bekam dafür die silberne Lebensrettermedaille. "Ich bin gerne hier", sagt er zu uns. "Ich wollte immer schon zur Schifffahrt. Ich bin im vorigen Jahr schon auf einem Postschiff zwischen Passau und Wien gefahren. Heuer werde ich auf ein Frachtschrift einsteigen. Ich bin schon neugierig, wie das Leben dort sein wird". Das Schulschiff hat alle Anlagen, die es auf einem richtigen, fahrenden Schiff gibt und wenn die Buben von hier auf die fahrenden Schiffe umsteigen, dann finden sie sich rasch zurecht. "Sechsundzwanzig Buben als Nachwuchs sind aber zu wenig", erklärt der Leiter der Schule. "Wir müssten mindestens vierzig oder noch mehr Schüler pro Lehrkurs haben. Wenn man die Mittel dazu hätte, könnte man ohne weiteres auch ein Schulschiff Nummer 2 in den Dienst stellen. Es gibt eine Menge Personen und Institutionen, die für die Schiffsjungenschule Interesse zeigen. Bis jetzt ist es allerdings nur bei diesem Interesse geblieben. Die Schule wird von der DDSG allein finanziert. Die Buben sitzen im Lehrsaal des Schiffes, der gleichzeitig als Speisesaal dient. Der Unterricht ist im vollen Gange. Sie rechnen, dass die Bleistifte und Kugelschreiber rauchen. Drüben, auf der anderen Seite des Hafenbeckens liegen dicht gedrängt nebeneinander die weiß gestrichenen Passagierschiffe. Wir gehen dann über den schwimmenden Steg quer über das Hafenbecken und kommen an dem neu gebauten Motorschiff vorbei. Wir sind davon überzeugt, dass diese Schiff, wenn es einmal in die Hände der jetzigen Schiffsjungen- Schüler kommen wird, in guten Händen sein wird. 

                                                                                   

 Das Schulschiff im Wandel der Jahre. In den ersten Jahren in Linz, später in Korneuburg, ehe es nach Zerschlagung der DDSG wieder nach Linz zurückging. Barbara F., langjährige Köchin und Seele von einem einem Menschen                                     

 

 

                                  Auch in den 1980- Jahren gab es Reportagen über das neue Schulschiff der nächsten Generation

 

                                                                                        

  Unter dem Sammeltitel "DONAUPRINZEN", brachte die Zeitschrift "WIENER" eine Reportage über das neue Schulschiff "DONAU" und ihren Schiffsjungen. Es ist sehr interessant wie sehr sich die Ausbildung seit meiner Ausbildungszeit gewandelt hat.

   Ein kurzer Fernsehbeitrag über Donauschiffe löste im 14-Jährigen Michael eine unstillbare Sehnsucht aus. Nach dem Geruch steifer Briesen, dem hektischen Getriebe in Hafenanlagen, dem Hupen von Schiffshörnern, den Tränen in den Augen der Seemannsbräute. Doch die Erfüllung seiner Träume drohte an rein geografischen Hindernissen zu scheitern. Denn Michael ist in St. Aegyd am Neuwalde, fernab der Weltmeere zu Hause. Heute ist er zwei Jahre älter und der Erfüllung seines Traumes trotzdem ein ganzes Stück näher gekommen. Im Oktober wird er, nach zweijähriger Ausbildung die Lehrabschlussprüfung machen, dann darf er sich "Binnenschiffer" nennen. Vorläufig ist er noch Schiffsjunge auf Österreichs einzigem Schulschiff, der "DONAU". Sie liegt in der Werft Korneuburg vor Anker und ist seit ihrem Stapellauf vor fast 40 Jahren erst zweimal unterwegs gewesen. Auf der Donau von Linz nach Wien, wo sie in der Mitte auseinander geschnitten und um 20 Meter verlängert wurde, dann von Wien nach Korneuburg. Die "DONAU" ist kein Schiff im klassischen Sinne, da sie weder Motore noch Segel noch irgendwelche andere Einrichtungen hat, um sich aus eigener Kraft fort zu bewegen. Ihre "Poller" zerren an den fest am Ufer des Werft- Beckens vertäuten Stahlseile, "Schorbäume" (Holzstämme) halten sie vom Ufer fern, über den "Stegladen" (kleine Brücke) kommt man an Bord.

Das neue Vokabular sei die erste Hürde, die die frisch gefangenen Landratten zu meistern hätten, erklärt Schulschiffkapitän Hubert GIRACEK. Weiters die aufs Schiff abgestimmten Bewegungsabläufe, um sich in den schmalen, niedrigen Gängen nicht ständig den Kopf anzuschlagen. Und drittens die zwischenmenschliche Komponente, denn im Internatsbetrieb von Oktober bis April leben bis zu 30 Schiffsjungen samt Kapitän, Steuermann und Koch Tag und Nacht an Bord. Nur an den Wochenenden kommen sie nach Hause. "Eigentlich sind wir Sozialarbeiter", meint Schiffskoch Armin WINKLER, der eventuell auftretende Reibereien mit seinem urigen Schmäh schlichtet. Die Küche an Bord ist Offizierscasino, Kommunikationszentrum und Schreibstube in einem. Die "Messe" dient als Klassenzimmer, Bibliothek und Speisesaal. Im theoretischen Unterricht werden die Fächer Politische Bildung, Wirtschaftskunde und Schriftverkehr, Buchführung, Berufsbezogenes Englisch, Gewässerkunde, Schifffahrtsbetriebslehre und Schiffstechnik gelehrt.

"Früher hast als Lehrling für jeden Blödsinn gleich a Watschn abgfangt", erinnert sich Otto SZABO, der Steuermann. "Heute ist das Gott sei Dank anders. Die Jungen sind viel selbständiger und wollen alles ganz genau erklärt bekommen." SZABO ist für die praktische Ausbildung der zukünftigen Matrosen verantwortlich. Dazu gehören Rettungsschwimmer - und Erste- Hilfe - Kurs, Funkerausbildung, Motorentechnik und Einführung in die EDV. Im riesigen Bauch eines neben der "DONAU" liegenden 100 Jahre alten Frachtkahns ist eine Werkstatt eingerichtet. Dort lernen die Schiffsjungen Holzarbeiten, Seemannsknoten knüpfen und Stahlseile spleissen. "Das ist die wichtigste und gleichzeitig die anstrengendste Arbeit auf einem Binnenschiff", sagt SZABO. Reißen zum Beispiel die Stahlseile eines tausende Tonnen schweren Schubverbandes, müssen die Enden so schnell wie möglich wieder verknüpft werden können, um eine Katastrophe zu vermeiden. Zur Ausbildung gehören außerdem ein Kochkurs und der Besuch einer Wiener Tanzschule. "Wer Kapitän werden will, braucht einen gewissen gesellschaftlichen Schliff", erklärt Kapitän GIRACEK. Michael hat nichts dagegen. "Die Mädels fliegen auf unsere Ausgehuniformen", grinst er.

Von Mai bis September absolviert er wie alle anderen Schiffsjungen seine Praxis auf fahrenden Schiffen der DDSG. "Für die Burschen hier ist das mehr als nur ein Job", freut sich Steuermann SZABO über das Engagement seiner Schiffsjungen. Die Nachfrage nach dem Lehrberuf "Binnenschiffer" könnte laut Kapitän GIRACEK aber ruhig größer sein. "Es ist unter den jungen Leuten leider viel zu wenig bekannt, dass man auch in Österreich Kapitän werden kann." Werbekampagnen auf den Donau- Passagierschiffen sollen dem Lehrlingsmangel abhelfen. Michael ist jedenfalls entschlossen, die Karriereleiter bis zum Schiffsführer zu schaffen. Nach einer gewissen Zeit der Praxis als Matrose kann er Bootsmann werden, dann Zahlmeister und mit frühestens 24 Jahren darf er das Donau - Schifffahrts - Patent erwerben. "Die Ausbildung ist hart", sagt er, "aber je härter die Schule, um so leichter tut man sich dann draußen."

 

                                     

    Stahlseile spleissen und Seemannsknoten knüpfen sind "Wissenschaften", die jeder Matrose im Schlaf beherrschen muss. ( Man beachte auf den Bildern die große, saubere, staubfreie Arbeitsstätte der Lehrlinge. Kein Vergleich zu unserer Zeit). Auch das "Servieren" der Speisen durch die Schiffsjungen scheint beibehalten worden zu sein. Obwohl der Reporter davon spricht, dass die Lehrlinge selbst den Speiseplan bestimmen würden. Die neue Generation brach mit einem Tabu. Zum ersten Mal sorgte nicht eine Köchin sondern ein Schiffskoch für das leibliche Wohl der Schiffsjungen. Armin WINKLER präsentiert stolz seine blitzblanke und moderne Küche. Auch die Wasch- bzw. Duschräume wurden völlig neu gestaltet und es gibt genügend Platz. Ehe man zum Landurlaub aufbrechen konnte musste noch "Rein Schiff" gemacht werden. Das ist wohl auch das Einzige, das gegenüber unserer Zeit gleich geblieben ist.     Der Text zum letzten Bild lautete: Auf die schicke blaue Uniform ist Michael so stolz, dass er sie nur für festliche Anlässe anzieht. Zum Beispiel beim Tanzschulbesuch. "Die Mädels fliegen drauf!" Was ich wieder überaus köstlich finde, war doch zu unserer Zeit der Umgang mit "Mädels" strengstens verboten und wurde mit strenger Ausgangssperre geahndet.

 

 

Herbert TRAUTSAMWIESER, Schriftsteller aus Spitz a. d. Donau und großer Freund der Donauschifffahrt besuchte im Jahre 1993 die Schiffsjungenschule in Korneuburg.

In seinem Buch "Weiße Schiffe am blauen Strom" beschreibt er diese Begegnung, aus der auszugsweise zitiert wird.

                    

                                                                   DIE BLAUEN JUNGS VON DER DONAU

Korneuburg, 10. März 1993

Der Frühling macht sich bemerkbar und die Sonne scheint. Nur vereinzelt liegen noch Schneereste im Korneuburger Hafen, wo Ruhe herrscht. Was aber nicht jeden Tag der Fall ist. Seit die Serie "Donauprinzessin" im Fernsehen läuft, ist das hier stationierte Schulschiff "DONAU", bisher von der Presse kaum beachtet, interessant geworden. Kapitän, Besatzung, Lehrkräfte und Schiffsjungen sind den Besuch von Journalisten gewohnt, der in letzter Zeit viel Abwechslung in den Schulbetrieb bringt. Michael LOSERT aus St. Aegyd am Neuwald, Schiffjunge im zweiten Ausbildungsjahr, träumt davon, als Kapitän ein Donaukreuzfahrtsschiff zu kommandieren. Den Großteil der Ausbildung hat er schon hinter sich und in einigen Monaten wird der harte Beruf des Binnenschiffers für ihn beginnen. Mit Michael träumen noch 25 andere Burschen auf dem Schulschiff von diesem Beruf. Unter der fachkundigen Ausbildung von Schulschiffkapitän Hubert GIRACEK, Steuermann Otto SZABO und mehreren Berufsschullehrern erlernen sie den staatlich anerkannten Beruf Binnenschiffer.

Die Ausbildung ihres Personals liegt der DDSG sehr am Herzen. Geschultes Personal ist in allen Sparten gefragt, auch bei der Schifffahrt. 1969 erfolgte eine Modernisierung und Vergrößerung des ursprünglichen "SCHULSCHIFF I." Die "DONAU", seit 1954 das dritte DDSG- Schulschiff, ist seit 1988 in Betrieb. War bis 1960 die Ausbildung der Donauschiffer alleinige Angelegenheit der DDSG, so hat sich das ab diesem Jahr geändert. Der Gesellschaft war es gelungen, für ihr Ausbildungsstätte, die bisher nur als firmeninterne Lehrwerkstätte galt, das Öffentlichkeitsrecht zu erlangen. Binnenschiffer wird zu einem staatlich anerkannten Beruf, die ursprüngliche Ausbildungszeit von drei auf zwei Jahre reduziert. Außerdem noch der Lehrplan gestrafft und effizienter gestaltet. Die nautischen Fächer unterrichtet Kapitän GIRACEK persönlich. Er zählt zu den erfahrensten Donauschiffern, hat er doch selbst sein Handwerk von der Pike auf gelernt. Als Matrose, Bootsmann, Steuermann und schließlich als Kapitän ist er beinahe drei Jahrzehnte zwischen Regensburg und Ismail gefahren. Seine letzte Einteilung war das Kommando am Luftkissenboot "Donaupfeil". Vor drei Jahren ist er nun der Leiter des Schiffsjungenschiffes.

Für die blitzblanke Küche sowie ein gutes Essen für seine "Buam" sorgt Koch Armin WINKLER, ein Kärntner, der auch als Erzieher eingesetzt ist. Blitzblank sind auch der Leersaal, die Aufenthaltsräume und die Kabinen, denn Sauberkeit wird auf der "DONAU" groß geschrieben. Wie auch in anderen Berufsschulen sind die Kapitäne von morgen von Montag bis Freitag Internatsmäßig untergebracht. Der Unterschied zu den Landratten ist der, dass ihre Schule kein festes Gebäude, sondern ein Schiff ist. Franz DOSCH, Personalchef der DDSG stellt fest: "Die Ausbildung unseres Nachwuchses ist uns ein großes Anliegen. Wir haben mit der Schifferschule in Straßburg eine Austauschvereinbarung abgeschlossen. Unsere Schiffsjungen lernen den Rhein kennen und umgekehrt. Im Hinblick auf die Rhein - Main - Donau - Wasserstraße ist dieser Umstand von großer Bedeutung".

Die Ausbildung eines Donauschiffers ist umfassend. Gewässerkunde, Schifffahrtsbetriebslehre, Wirtschaftsrechnen, Buchführung, Wirtschaftskunde, Schriftverkehr und politische Bildung stehen auf dem Lehrplan. Von April bis September wird das Schiff gewechselt. Vom Schulschiff geht es für die Schiffsjungen zur praktischen Arbeit auf ein Personen- oder Frachtschiff. Bis Michael LOSERT das Kapitänspatent in der Tasche hat, wird es noch einige Jahre dauern. "Bei normaler Laufbahn kann ein Binnenschiffer mit ungefähr 35 Jahren Kapitän werden. Natürlich nur, wenn er alle Voraussetzungen erfüllt und die vorgeschriebenen Prüfungen besteht", stellen Personalchef und Schulschiffkapitän übereinstimmend fest. Das nötige Rüstzeug dafür, sowohl in Theorie als auch in der Praxis, erhalten die Lehrlinge hier am Schulschiff "DONAU". Ihren Beruf sehen die Schiffsjungen nicht von der romantischen Seite, sondern ganz nüchtern. So meint auch Michael: "Egal, ob auf einem Personen- oder Frachtschiff, überall muss man hart arbeiten". Er, der schon ein Jahr Praxis hinter sich gebracht hat, kann das aus eigener Erfahrung sagen.