SCHIFFAHRTSMUSEUM REGENSBURG

                                (man beachte die beibehaltene alte Rechtschreibung "Schiffahrt)   

 

 

                                                             

                                                                                              Offizieller Folder des Museums

 

Donau- Schiffahrts - Museum Regensburg (DSMR)

Briefanschrift:    Postfach 110 510, D-93o18 Regensburg

e- Mail: kontakt@dsmr.de    Internet:    www.dsmr.de

Liegeplatz der Museumsschiffe:    Marc- Aurel- Ufer (rechtes Ufer)

I. Vorsitzender:    Dr. Horst ERBGUTH        II. Vorsitzender:    Dr. Ing. Dieter URMANN        Kurator:    Rainer EHM

 

                                                  

                                       Kurator Herr Rainer EHM

 

 

                                                                             

 

           

 

 

                                                                                Jahresprogramm 2014

 

 20 Februar   Besuch der Turmuhrenfabrik Georg RAUSCHER, Würzburger Straße 4, 93059 Regensburg, Beginn 14.00 Uhr. Eintritt 4 €
 20. März   Führung durch die Dreieinigkeitskirche, Am Ölberg, 93047 Regensburg. Beginn 15.00 Uhr Portal, Eintritt & Führung 5 €
 03.April   1. Ausstellungseröffnung im Brückenturm: "Diesmal was Eigenes (I)"- eine Auswahl von Kunstwerken aus dem Depot des Schiffahrtsmuseums. Beginn 19.00 Uhr, Brückenturm. Freier Eintritt- Spenden willkommen.
 12 April  Saisoneröffnungsfahrt mit der "Freudenau" in Richtung BACH/Donau), Dauer 3 Stunden). Abfahrten 10.00 Uhr und 14.00 Uhr, Anleger WILLI. Fahrpreis 15 €- inkl. 1 Getränk.
 01. Mai   Frühlingsfest an Bord der "RUTHOF"- wir feiern: 10 Jahre am neuen Liegeplatz- die Museumsschiffe am Marc- Aurel- Ufer. Musikalische Begleitung Gebrüder PFUNDNER, Beginn 11.00 Uhr. Eintritt für Mitglieder und ihre Angehörigen frei. Kostenpauschale für Speisen und Getränke wird erhoben.
 14 Juni  Ausflugsfahrt mit der "Freudenau" nach Kelheim mit ca. 2,5 stündigem Aufenthalt. Abfahrt 09.30 ab Dultplatz, Ankunft ca. 18.00 Uhr Dultplatz. Fahrpreis 29 €
 21 Juni  Ausflug nach Schwandorf. Stadtrundgang sowie eine Führung durch die Felsenkeller der Stadt. Treffpunkt 10.00 Uhr, Haupteingang HBF Regensburg. Busfahrt/Eintritt/Führung: 25 €, (Mittagessen auf eigene Kosten).
 10. Juli  Ausflug zum Bergbau - und Industriemuseum Theuern (mit Führung). Auf der Rückfahrt Besichtigung einer der Kammerschleusen im Naabtal und Einkehr (auf eigene Kosten). Abfahrt Bus: 09.00 Uhr, Altes Eisstadion. Busfahrt/Eintritt/Führung 25 €
 07. August  2. Ausstellungseröffnung im Brückenturm. "Regensburg, die Donau und die Auswanderung im 17./18. Jahrhundert nach Südosteuropa. Ein Einblick in die Forschungen von Herrn Karl BECK, Regensburg. Beginn 19.00 Uhr, Brückenturm. Freier Eintritt- Spenden willkommen.
 22. August  Mitgliederversammlung mit Wahlen (voraussichtlich an Bord der MS Fürstin GLORIA. Beginn 15.00 Uhr. Anlegestelle wird noch bekannt gegeben.
 06 & 07.Sep.  Fahrt mit der "FREUDENAU" zur Landesgartenschau in Deggendorf mit folgenden Möglichkeiten: Hinfahrt mit dem Schiff, Besuch der Ausstellung, Rückfahrt mit dem Bus am gleichen Tag. 55 €, zzgl. Eintritt Ausstellung. Hinfahrt mit dem Schiff, Teilnahme am historischen Schiffskorso bis Metten (ohne Besuch der Ausstellung), Rückfahrt mit dem Bus am gleichen Tag. 70 €. Hinfahrt mit dem Schiff, Besuch der Ausstellung, Rückfahrt mit dem Schiff am nächsten Tag um 09.00 Uhr ab Deggendorf. 100 €, zzgl. Eintritt( Nächtigung in eigener Regie). Die Rückfahrt kann auch als eigen Fahrt gewählt werden: 45 € (Anreise in eigener Regie). Abfahrt am 06.09 um 07.00 Uhr Regensburg/Werftstraße, Abfahrt am 07.09. um 09.00 Uhr ab Deggendorf
 25. Sep.  3.Ausstellungseröffnung im Brückenturm (Termin unter Vorbehalt). "Eine Brücke nach Aberdeen"- künstlerische Eindrücke der aktuellen Städtepartnerschaft, belebt vom Geschichts- und Kulturverein Regensburg- Kumpfmühl e. V. Zur Eröffnung wird auch eine offizielle Delegation  aus Schottland erwartet. Beginn 19.00 Uhr, Brückenturm. Freier Eintritt- Spenden willkommen.
 04.Oktober  Saisonabschlussfahrt mit der "Freudenau" durch die Schleuse in Richtung Mariaort. (Dauer 3 Stunden). Abfahrten 10.00 Uhr und 14.00 Uhr, Anleger WILLI. Fahrpreis 15 € inkl, 1 Getränk.
 13. November   Filmabend an Bord "FÜRSTIN GLORIA", Werftstraße. "Diesmal was Eigenes (II)"- Film und Fernsehbeiträge (teils in Ausschnitten) über das Museum im Laufe der Jahrzehnte. Eingeleitet und kommentiert von Rainer EHM. Freier Eintritt - Spenden willkommen.
 30. November   Adventsfahrt mit Schiff (bis Kelheim) und Bus zu den Klostermärkten in Weltenburg und Plankstetten). (Änderungen vorbehalten, Infos folgen). Fahrpreis für Mitglieder und deren Angehörige: 19.00 und 25.00 €

 

 

                                                              

                           Am linken Donauufer sind die beiden Museumsschiffe "RUTHOF/ ERSEKCSANAD" und "FREUDENAU" abgestellt. An Bord des alten Dampfschiffs wurde eine tolle Ausstellung zusammengestellt, die sich durchgehend im Schiffsbauch befindet. Weiter unten einige Bilder davon:

                                                

                                          

                                                                                   

 

 

                            Museumsschiff RUTHOF/ ERSEKCSANAD

 

                                                                           

                            Ab 1958 fuhr der Dampfer unter ungarischer Flagge.       "Ersekcsanad" in den 1960- Jahren in Regensburg.    1979 im Winterhafen Budapest abgestellt. (Alle Bilder DSM Regensburg)

Am 23. Juni 1921 beauftragte der Bayerische Lloyd die RUTHOF- Werft in Regensburg zwei Seitenraddampfer zu bauen. Es handelte sich dabei um die" RUTHOF" sowie um ihr Schwesterschiff "MÜNCHEN". Der Stapellauf der "RUTHOF" erfolgte am 25. Jänner 1923, die Taufe und Übergabe an den BL war am 21. Februar.

Der Einsatzbereich des Schiffes erstreckte sich meistens auf die Strecke zwischen Passau und dem Eisernen Tor. 1932 wurde auf Ölfeuerung umgestellt, 1942 aber wegen Ölmangels wieder auf Kohle zurückgegriffen.

Bei ihrem Einsatz im Zweiten Weltkrieg lief das Schiff zu Mittag des 20. Juni 1944, bei ERSEKCSANAT, ( km. 1488, Südungarn) auf eine Mine und sank innerhalb kürzester Zeit. Dabei starben fünf Besatzungsmitglieder.

Erst nach 12 Jahren wurde das Wrack gehoben und die ungarische Schifffahrtsgesellschaft MAHART ließ den ehemaligen Dampfer auf der Ujpester- Schiffswerft rekonstruieren. Dabei stellte sich heraus, dass Kessel, Maschine und Hilfsaggregate trotz der langen Zeit im Wasser noch voll verwendungsbereit waren. Es wurde wieder auf Ölfeuerung umgestellt, durch die zusätzlichen Deckaufbauten das Aussehen ein wenig verändert. Das Schiff wurde auf "ERSEKCSANAT" unbenannt und 1958 von der MAHART wieder in Dienst gestellt.

Bis zum Ende der großen, kostenintensiven Dampfschiffe zur Mitte der 1970- Jahre war das Schiff auf der oberen und mittleren Donau eingesetzt. Auch Regensburg wurde desöfteren angelaufen. Ihre letzte Fahrt hatte der Dampfer für den Fernsehfilm "Der Kurier des Zaren" 1975. Danach sollte es in Budapest zur Verschrottung abgestellt werden. 1979 wurde das Schiff vom Arbeitskreis Schiffahrts- Museum- Regensburg (DSM) unter vielen Schwierigkeiten erworben. Es wurde großzügig renoviert und zum Museumsschiff umgebaut. Am 10. Mai 1983 wurde das Schiffahrts- Museum- Regensburg eröffnet.   (Quelle DSM Regensburg)

Technische Daten:

 Breite   7,90 m bzw. 16,60 m über die Radkästen
 Höhe (Fixpunkt)   6,20 m
 Länge   61,55
 Tiefgang  1,00 m (mit 20 t Kohle)
 Kaminhöhe  8 m
 Leistung  800 PS
 Dampfmaschine  Schräg liegende Zweizylinder Verbundmaschine mit Einspritzkondensation. Hochdruckzylinder: Durchmesser 700 mm, 12 bar. Niederdruckzylinder: Durchmesser 1300 mm, 1, 5 bar. Der Abdampf wurde zum Vorwärmen des Kesselspeisewassers auf 60 Grad C genutzt.
 Dampfkessel  2 Einender - Schottenkessel( 815qm Heizfläche) mit Überhitzer (80qm), Heißdampf 300 Grad C, 12 bar. Er wurde auch zum Betrieb von Ankerwinde, Ruderanlage, Schleppseilwinden und Elektrogenerator genutzt.
 Feuerung  Von 1923 - 1931 Kohle, von 1932 - 1944 bzw. ab 1958 Ölfeuerung.
 Brennstoffverbrauch:  
 Kohle  Bei voller Leistung 1000 kg. pro Stunde, davon 800 kg für die Hauptmaschine.
 Öl  Schweres Heizöl (Pacura) 540 kg pro Stunde bei voller Leistung, davon 475 kg für die Hauptmaschine. Das zähe Öl wurde im Tank auf 35 Grad C vorgewärmt (Heizschlangen im Tank), dann im Dampf -beheizten Vorwärmer auf 110 Grad C erhitzt. Über Filter gelangte das Öl zum Dampfstrahl- Brenner.
 Schaufelräder   7 zweiteilige Schaufelblätter je Schaufelrad. 30 bis 40 Umdrehungen pro Minute. Eine Exzentersteuerung sorgte dafür, dass die Schaufelblätter stets senkrecht ins Wasser eintauchen. (günstiger Wirkungsgrad.
 Besatzung  ca 25 Mann

(Quelle DSM Regensburg)   

 

 

                        Museumsschiff FREUDENAU

 

                                                      

                         Auf der österreichischen Donau in den 1970- Jahren und bei Vorspannhilfe für das Kabinenschiff "MOZART" 1987 (Bilder DSM Regensburg). Auch die Schleppseilwinde blieb im Originalzustand erhalten.

Wurde 1941 auf der Linzer Schiffswerft für die DDSG gebaut, Indienststellung 30. Mai 1942. Ursprünglich war die "Freudenau" mit MWM- Dieselmotoren versehen, die die DDSG 1966 durch DEUTZ- Motoren (2x 550 PS) ersetzen ließ. Das Einsatzgebiet der "Freudenau" war die gesamte Donaustrecke, von Regensburg bis Ismael, in der damaligen Sowjetunion. Zuletzt war das Schiff im Lokaldienst in Linz im Einsatz. Insgesamt fuhr die "FREUDENAU" bis Dezember 1993 für die DDSG, ehe sie abgestellt und verkauft werden sollte. 1995 wurde das Schiff vom DSM- Regensburg angekauft, renoviert und im Museum integriert. Damit blieben mit den beiden Schiffen "RUTHOF" und "FREUDENAU" zwei Donauveteranen erhalten, die als typische Vertreter der Zugschifffahrt einst die Donau beherrschten.  ( Quelle DSM Regensburg)

Technische Daten

 Länge über alles:  48,30 m
 Breite:  7,20 m
 Tiefgang:  1, 50 m, (mit 40 t Treibstoff)
 Gesamtgewicht:  308 t
 Motorleistung:  2 x 410 PS bei 310 Umdrehungen /min.
 Motoren:  2 kompressorlose, umsteuerbare Viertakt- Schiffsdieselmotoren mit je 6 Zylinder der Hersteller DEUTZ, MWM, MAN und SULZER
 Antrieb:  2 vierflügelige Schrauben (Durchmesser 1500 mm) in Kort- Düsen.
 Als Hilfsmaschinen vorgesehen:  Ein Viertakt DEUTZ Dieselmotor Typ F 2 M 414 mit 20 PS Leistung, dazu ein Gleichstrom - Nebenschlussgenerator für 115 Volt, 12 kW, ein zweistufiger Hochdruckkompressor und eine Kreiselpumpe mit 100 3/h Leistung bei 20 m Förderhöhe.
 Mannschaft:  
 Offiziere:  Kapitän, Lotse, Rechnungsleger, I. und II. Maschinenbetriebsleiter. Bei Russlandfahrten wurde der Rechnungsleger zum II. Kapitän, unterstützt bei seinen schriftlichen Arbeiten von einem Manipulanten. Dieser musste von Wien bis Komarom und auf der Kataraktenstrecke als Schlepplotse Dienst leisten. Gehörte nicht zu den Offizieren.
 Unteroffiziere :  3 Schlepplotsen, 1 Koch oder Köchin, 2 Motorenwärter, 2 Steuerleute, 1 Bootsmann
 Mannschaften:  3 Matrosen und 1 Schiffsjunge

 

                                              

      Die blitzblank geputzten Maschinen die einen sehr gepflegten Eindruck machen. Auch das gehörte in den letzten Jahren zum Lokaldienst in Linz. Überstellung des ehemaligen DDSG- Passagierschiffes "Johann Strauß" mithilfe dem "Shuttle- Schiff "PIELACH" im Oberwasser der Schleuse Geisling zu Tal. Auch österreichische Frachtschiffe wurden von der Donaupolizei kontrolliert. Am Bild der langjährige Kapitän Josef Breuer und "Donau- Ikone" Otto Steindl. (Fotos Josef Breuer). 

 

                                                    In einer Regensburger Tageszeitung erschien folgende Meldung:  

          Polizei bittet um Hinweise

                        Gefährlicher Eingriff in den Schiffsverkehr:

                        Unbekannte lösen Bauhüttenschiff vom Ufer

In der Nacht zum Sonntag, 25. Mai ist von bisher Unbekannten das in Regensburg in der Donau unterhalb der Historischen Wurstkuchl festgemachtes Bauhüttenschiff losgelöst worden.

Das 19 Meter lange Schiff trieb ab und kam durch einen glücklichen Zufall zwischen der dort stillliegenden "Freudenau", einem alten Schleppschiff und dem Ufer wieder zu Liegen. Ein Festmacheseil verfing sich an Deck und verhinderte so ein weiteres Abtreiben durch die Hengstenbergbrücke in Richtung der stillliegenden Fahrgastkabinenschiffe. Die Täter betraten auch noch die "Freudenau" und versuchten, den schweren Anker, der am Oberdeck gelagert war, in die Donau zu werfen. Der Anker verfing sich allerdings an der Reling und beschädigte diese. Am losgeworfenen Bauhüttenschiff wurde die Reling beschädigt als es an der "Freudenau" wieder zum Liegen kam. Der Gesamtschaden steht noch nicht fest, dürfte aber bei 500 Euro liegen.

Am 29. Mai meldete die Regionalzeitung "Donau- Post":

                                                                     OH- WIE SCHÖN IST MEXIKO...

                                                                          (Foto  Sammlung Schifffahrtsmuseum)

dachten vernebelten Sinnes zwei Junge, von Geografie gänzlich unbeleckte Männer und zwei sich spontan dazu gesellende Damen auf dem Disco- Heimweg. Gemeinsam kamen die vier auf die Idee am Donau - Ufer beim Schiffsanleger mit dem dort liegenden 19 Meter langen Wohn - und Bauschiff der Firma KLINGER von REGENSBURG aus nach MEXIKO aufzubrechen. Sie machten das Boot los, welches sich schon nach kurzem Törn im Museumsschiff "FREUDENAU" verfing. Weil alle Versuche scheiterten, das eigenwillige Transportmittel wieder flott zu machen und die Reise damit bereits nach einigen Metern endete, musterten die verhinderten Weltreisenden ab und ergriffen die Flucht. Sie hatten mit ihrer Havarie Schaden in der Höhe von knapp 1000 Euro verursacht. Erst das schlechte Gewissen trieb sie jetzt zur Polizei. Nach Ermittlung des genauen Sachverhalts droht den vier Beteiligten nun allerdings eine Strafanzeige. Mit dem grünen Bauschiff "HANSI" wollten die Macher vom Schifffahrtsmuseum am Welterbetag nächsten Sonntag OB Joachim WOLBERGS durch den ersten Bogen der STEINERNEN BRÜCKE "hindurchtreideln". Bis der hohe Besuch kommt, sind die Schweißarbeiten an "HANSI" erledigt, verspricht Kurator Rainer EHM. 

                                    

 

 

 

                                Ausflug nach Kelheim

Am Samstag, dem 14.06. 2014 wurde mit dem Museumsschiff "FREUDENAU" eine Ausflugsfahrt nach KELHEIM durchgeführt.

 Natürlich ließen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen um dabei zu sein. Deswegen reisten wir schon am Vortag an, um dem Schifffahrts- Museum einen Besuch abzustatten. Wobei wir großes Glück hatten, denn der überaus freundliche Herr Kurator klärte uns dort gleich einmal auf. Das Schiff würde morgen nicht von der obligaten Abfahrtsstelle abfahren, sondern ganz woanders. Er zeichnete diese neue Abfahrtsstelle genau am mitgegebenen Plan ein. So genau, dass wir sie wirklich nicht verfehlen konnten. Natürlich war das schon bei den Ausflügen dabeigestanden, doch hatten wir sicherlich nicht darauf geachtet. Außerdem, wie sollten wir auch wissen wo sich der DULTPLATZ befindet? Aber wie sagt man doch so schön - wer Lesen kann- befindet sich im Vorteil. So machten wir in der Früh bei sonnigem Wetter einen herrlichen Spaziergang zu der angegebenen Anlegestelle. Unser Fußmarsch führte uns über die STEINERNE BRÜCKE über die JAHNINSEL bis hin zu dem reizvollem Stadtteil STADTAMHOF, bestückt mit tollen renovierten Häusern. Weiter ging es dann den SCHLEUSEN- KANAL entlang bis zum DULTPLATZ, wo ja oberhalb der Schleuse der Einsteig erfolgen sollte. Wovon wir vorerst gar nicht überzeugt waren, denn wir waren die einzigen, die sich hier aufhielten. Da es dort keinen Ponton sondern nur eine Kaimauer gab, war es mir auch nicht ersichtlich wo das Schiff anlegen sollte. Doch mit der Zeit erschienen immer mehr Leute, die genauso verunsichert waren wie wir. Darunter auch einige Einstiegswillige aus Salzburg, die mit dem Taxi angereist kamen. Aber als die Menschenmenge immer mehr anwuchs und auch die Damen vom Schifffahrts- Museum auftauchten, wussten wir, dass wir hier doch richtig waren. Unter den Passagieren befand sich auch Alfred K., ein pensionierter Kapitän der DDSG. Auch er wunderte sich über die, na sagen wir mal, etwas unglücklich gewählte Ortsangabe. Es wussten nicht alle über diese Abfahrtsstelle Bescheid. So standen noch einige unterhalb der STEINERNEN BRÜCKE um telefonisch anzufragen wo denn die "FREUDENAU" abgeblieben sei. Aber auch das Schiff selbst kam gleich mit einer halben Stunde Verspätung zur Anlegestelle. Schuld daran war der Schleusenmeister, der die Schleusenkammer knapp vor ihnen geschlossen hatte. So mussten sie fast 30 Minuten auf Schleusung warten.

                                                

               Vorbei ging es in den Stadtteil STADTAMHOF bis man den Kanal erreichte, wo ein lustiger Sprayer seine Visitenkarte hinterlassen hat. Endlich am Dultplatz wo man wartete um aufs Schiff einzusteigen.

                                                                     

                                                                                     Der weiße Kapitänsschopf flattert im Wind. Endlich geht es los.

Nachdem man an der Kaimauer angelegt hatte konnten alle einstiegswilligen Passagiere bequem das Schiff betreten. Dann ging es endlich los, die Fahrt nach KELHEIM begann. Für mich persönlich ein total neues Erlebnis, denn diesen Streckenabschnitt kannte ich bisher noch nicht. Leider war die durchsichtige Plane (Windfang) vorne am Bug noch nicht installiert worden, sodass der eiskalte Wind ziemlich unangenehm durchblies. Außerdem hatte ich "Gscheiterl" ja darauf verzichtet eine Jacke mitzunehmen. So fror ich erbärmlich. Wir fanden dann doch noch ein Platzerl hinter dem Ruderstand und vor der Schleppseilwinde. An das hatte ich mich gerade noch aus meiner DDSG- Zeit erinnert. Da war es zwar windstill, aber ziemlich laut aufgrund des Dröhnens der Schiffsmotoren. Doch man konnte es dort schon aushalten. Während nun Herr Kapitän i. R. Alfred auf Entdeckungsreise ging, beobachtete ich die sich vor uns ausbreitende Flusslandschaft. Ein nicht endender Stausee mit viel Grün an den Ufern.

                                                   

                                                       

Was gleich auffiel war die Herzlichkeit aller Besatzungsmitglieder. Besonders der Herr Kapitän tat sich da hervor. Ihn schienen auch die Kinder nicht zu stören, die oft im Weg herumstanden. Souverän spulte er seine Manöver herunter, immer Herr der Lage. Als ich den tief angebrachten Maschinentelegraphen im Ruderstand sah, musste ich unwillkürlich an Kapitän Adalbert denken. Ein spindeldürrer, Hochaufgeschossener DDSG- Kapitän, der immer mit verbissenem Gesichtsausruck herumlief. Obwohl er ein sehr umgänglicher Mensch war, traute man sich fast gar nicht ihn anzusprechen. Köstlich immer seine Verrenkungen, wenn er beim Fahrtgeber saß und ihn betätigen musste. Ja, das sind Erinnerungen. Auch überaus freundlich der Herr Steuermann, der die Passagiere sogar ans Ruder ließ. Für Speis und Trank sorgten die beiden liebenswürdigen Damen S. und R. V. Sie kredenzten eine richtige bayerische Brotzeit die aus Weißwürsten samt Brezen bestand. Dazu gab es noch Kaffee sowie riesige wohlschmeckende Mehlspeisstücke.

                                                      

KELHEIM wurde um 12.30 Uhr erreicht und die Abfahrtszeit mit ca. 15.30 - 15.45 Uhr angegeben. Während nun einige Ausflügler zum Donaudurchbruch nach WELTENBURG weiterreisten, begannen wir mit der Stadterkundung. Wir erlebten KELHEIM als ein nettes kleines Städtchen mit liebevoll renovierten Häusern sowie starkem Radverkehr. Viele Pedalritter machten hier Station, ehe sie auf dem Donauradwanderweg weiterfuhren. Unser Mittagessen nahmen wir in dem großen Biergarten im "Weißen Brauhaus" ein. Die Bedienung war freundlich, das Essen ausgezeichnet, das Bier süffig. Nur an die Worte beim Servieren der Speisen "..An Guarten", müssen wir uns noch gewöhnen. Was ja so etwas wie "Guten Appetit" oder "Mahlzeit" heißt.

                                                  

           Es grüßt die Kelheimer Befreiungshalle hoch droben am Berg. Lustige Steine und schöne alte Häuser findet man dort, genauso wie eine ausgezeichnete Gastwirtschaft.

                                                   

                              Weitere Impressionen aus KELHEIM. Es gab eine Feuerwehrhochzeit, man beachte den kleinen Feuerwehrmann.

Schon bei der angesagten Schiffsabfahrt war klar, dass die Ankunftszeit in Regensburg nur sehr schwer einzuhalten war. Denn diejenigen die nach WELTENBURG gefahren waren, kamen um dreiviertel Vier immer noch nicht zurück. Sie tauchten erst knapp vor 16.00 Uhr an Bord auf. So hatten wir schon ordentlich Verspätung als wir wieder ablegten. Auf der Talfahrt begann dann die Verbrüderung mit den freundlichen Bayern hier an Bord. Alles lustige Burschen, die für Stimmung garantierten. Sie sorgten auch bald dafür, dass das aufgestellte Bierfass am Vorderdeck leer war. "Ozapft is!" Immer nach dem Motto: "Wasser ist für Vierbeiner, wir Menschen finden das Bier feiner".

                                                                   

                                           Verbrüderung mit den Bayern bei der ruhigen Fahrt durch Schleusen. Es gibt Bier frisch vom Fass.

          

Aber auch sonst hatte sich an Bord nicht viel verändert. Während der eine Decksmann in KELHEIM von Bord gegangen war, führte Bootsfrau Maria weiterhin die anfallenden Seilarbeiten durch. Leider weiterhin ohne Seilhandschuhe. Diesmal aber mit dem Hanfseil, wo man sich doch nicht so schwer verletzten kann. Ihre Abneigung gegenüber den Seilhandschuhen begründete sie damit: "Ich ziehe keine Seilhandschuhe an, weil sie mir zu groß sind. Da habe ich schon die gefährlichsten Sachen erlebt". Na ja, auch ein Argument, dem ich aber nicht so ganz folgen kann.

                                                          

                                        Endlich bekam ich die reizenden Damen auch aufs Bild. Totale Konzentration von Kapitän i. R. Anton    

Mich fror es weiterhin wie ein Schneider und so suchte ich Schutz im Mittelgang des I. Platzes, wo es etwas wärmer war. So konnte ich dort auch die lange Wartezeit vor der Schleuse etwas besser überbrücken. Da wir auch unseren Zug nach Wien nicht versäumten, waren wir hochzufrieden mit dieser Reise. Wie gesagt, eine solche Herzlichkeit hatten wir noch nirgends anders erlebt. Dabei ist besonders Frau R. V. zu erwähnen. Sie zeigte uns was das Wort Empathie eigentlich wirklich bedeutete. Nämlich, die Gabe sich in die Persönlichkeit eines anderen einfühlen zu können. Und das tat die Dame wirklich im wahrsten Sinne des Wortes. Hier zeigte sich wieder einmal wie unterschiedlich man Menschen begegnen kann. Erkannte man uns auf der "Schönbrunn" auch nach der x-ten Fahrt immer noch nicht, hieß es auf der "FREUDENAU" bereits nach unserem zweiten Besuch: "Vielen Dank. Es freut uns sehr, dass sie den weiten Weg von Wien gemacht haben um mit der "FREUDENAU" zu fahren". Natürlich haben wir für die nächsten Fahrten auch wieder gebucht.

                                                                                                              

                                                                              Auf Wiedersehen, es hat uns sehr gefreut. Bis zum nächsten Mal    

 

 

 

    1). Mit der MS "Freudenau" von Regensburg (2379) nach Deggendorf (2284) 

 

Prolog

Im Frühjahr bot der Verein "Österreichische Gesellschaft für Eisenbahngeschichte" (ÖGEG) eine Ausflugsfahrt mit dem Dampfschiff "Schönbrunn" zur Landesgartenausstellung im bayerischen DEGGENDORF an. Diese Reise wollten auch wir in Anspruch nehmen und hatten als einer der ersten gebucht. Doch leider wurde diese Fahrt mangels Interesse ersatzlos abgesagt. Ja, nicht einmal bis nach PASSAU wurde gefahren. Da jedoch diese Fahrt auch von den rührigen Regensburgern im Herbst angeboten wurde, wollten wir auf jeden Fall dabei sein. Unsere Reiseroute sollte folgendermaßen aussehen: Mit dem Museumsschiff MS "Freudenau" von Regensburg nach Deggendorf, ohne Besuch der Ausstellung, mit Nächtigung im Hotel. Am nächsten Tag Rückfahrt mit dem Schiff nach Regensburg. Obwohl nichts Offizielles verlautbart worden war, kursierten bereits eine Woche davor Gerüchte, die Reise würde doch nicht stattfinden. Was für uns natürlich fatal gewesen wäre, denn Hotels in REGENSBURG und DEGGENDORF waren schon längst gebucht. Aber zu guter Letzt blieb es doch bei dieser Fahrt, wie uns bei einem Anruf bei den bayerischen Freunden mitgeteilt wurde. Die Reise sollte am Samstag, dem 13. September  um 07.00 Uhr beginnen. Deswegen reisten wir auch schon am Vortag an. Um nicht gleich als "ÖSIS" aufzufallen, versuchten wir uns dieses Mal zu tarnen. Wir kauften uns Lederhose und Trachtenhemd, wobei wir uns in dieser Tracht auch wirklich wohl fühlten. Aber ob man dadurch einen gestandenen Bayern täuschen konnte? 

Der geölte Blitz

Bereits um 05.00 Uhr waren wir schon auf den Beinen, um die Schiffsabfahrt nicht zu verpassen. Als meine Gattin das Fenster öffnete und meinte: "Du, der Morgen graut schon", musste ich ihr einfach antworten: "Dem Morgen graut, denn schließlich hast ja du das Fenster geöffnet". Kurz nach 06.00 Uhr befanden wir uns schon auf dem Weg zum Anleger WILLI, von wo ja die "Freudenau" abfahren sollte. Die Besatzung hatte das Schiff bereits gestern dorthin laviert, um jede Abfahrtsverzögerung zu vermeiden. Als wir im nächsten Moment einen starken Windstoß verspürten. Sekunden später flitzte der weit über 80-jährige, biegsame "Freudenau"- Kapitän auf seinem Fahrrad mit einem lauten "Guten Morgen" an uns vorüber. So rasant wie der berühmte "geölte Blitz". So schnell, dass uns der Fahrtwind bald umgeworfen hätte, so ein Tempo hatte der alte Schiffmann drauf. Da es noch zu früh zum Einsteigen war, warteten wir auf der Lände bis wir an Bord gehen durften. Dabei bekamen wir auch hautnah die Routinearbeiten der Mannschaft mit, die da aus Flaggen aufziehen, Räume aufsperren und kleinen Reinigungsarbeiten bestanden. Wobei auch der umtriebige Herr Kapitän besonders fleißig mithalf. Schön langsam trudelten auch die letzten Besatzungsmitglieder ein, es wurde hell und der Himmel versprach einen schönen Tag. Auf jeden Fall sah es nicht nach Regen aus, wie es in den vorangegangenen Tagen der Fall gewesen war.  

                                                                   

                                                                                   Der Morgen graut und die letzten Vorbereitung für die Reise werden gemacht

Fast eine Familienfahrt

Um ca. 06.30 Uhr konnten wir an Bord gehen und bekamen sogar von der Küche Kaffee und Kuchen ausgeschenkt. Für uns eigentlich lebensnotwendig, da wir ja noch nicht gefrühstückt hatten. Diesmal wurde der Einstiegsvorgang von Herrn Wolfgang kontrolliert, der alle Gäste auf seiner Liste abhakte. Vorerst machte er einen ziemlich mürrischen Eindruck und rief uns auch gleich nach, dass wir uns identifizieren sollten. Später wurde uns erklärt, dass er schon etwas schlecht hören würde. Aber im Verlauf der Reise sollte auch er viel umgänglicher werden und sich als ein tolles Mannschaftsmitglied entpuppen. Wir nahmen gleich auf den aufgestellten Bänken nach dem Bug hinter dem angebrachten Windschutz Platz. So versuchten wir, den bestimmt wieder sehr kalten Fahrtwind, zu entgehen. Nachdem wir uns etwas orientiert hatten bemerkten wir, dass sich nur wenige Fahrgäste an Bord befanden. Mit uns mussten es 15 Leute sein. Neu dabei waren unter der Mannschaft ein naturgelockter Decksmann sowie der Sohn von Herr L., der als Bootsmann fungierte. Auch der überaus freundliche, kompetente und junggebliebene Herr Heribert, einer der guten Seelen des Schiffes, war wieder mit von der Partie. Es fehlte hingegen Frau Maria, die Tochter des II. Kapitäns. Aber sie sollte in DEGGENDORF zusteigen um am nächsten Tag die Bergfahrt mitzumachen. Dabei waren auch zahlreiche Gattinnen und Angehörige der Crew, die ebenfalls mitfuhren. Sie gaben der ganzen Reise so etwas wie einen familiären Anstrich. 

                                                           

Nebel, nix als Nebel  

Pünktlich wurde abgelegt und schon bald zeigte der Schiffsbug zu Tal. Unter den Passagieren befand sich auch ein Vollbärtiger, der einst auf der Hochsee gefahren war. Er ließ immer wieder seine Kompetenz in Sachen Schifffahrt anklingen, um so zu zeigen, wie gut er sich doch auskannte. Ein älteres Ehepaar fror erbärmlich, als sie zugeben mussten: "So kalt haben wir uns das nicht vorgestellt". Der Mann hatte insofern Glück, da er den sympathischen Herrn L., langjähriges Besatzungsmitglied, anscheinend von früher her kannte, überreichte ihm dieser einen dicken Rock. Zum Schutz gegen die Kälte, die sich unangenehm überall hineinzog. Der Nebel war ziemlich unangenehm, da er einfach nicht verschwinden wollte. Trotzdem ließen wir uns von unserem Sitzplatz nicht vertreiben. Während alle anderen Passagiere bereits in den wärmeren Räumen verschwunden waren, hielten wir weiter aus. Nur bei der ersten Schleuse die wir passierten ging bildhaft die Sonne auf. Dort kam nämlich eine weitere gute Seele des Vereins, Frau V. an Bord. In ihrem Schlepptau hatte sie dienstbare Geister, die das Mittagessen an Bord brachten. Wieder einmal bewies diese Dame viel soziale Kompetenz, als sie alle Passagiere überaus freundlich begrüßte und sogar mit ihrem Namen ansprach. So auch uns, wobei unsere Tarnung schon viel früher aufgeflogen war. Wir hätten doch nichts reden sollen...   

                                                                

Harte Burschen  

Mit Frau V., kam auch so etwas wie Kompetenz an Bord. Sie nahm die Organisation fest in die Hand, bei ihr wurde auch die Fahrt bezahlt. Auch das echt bayerische Mittagessen wurde von ihr und weiteren fleißigen Geister ausgegeben. Es gab, eh schon wissen - "Leberkas mit Kartoffelsalat". Es schmeckte ausgezeichnet und jeder konnte sich seinen Magen füllen. Auch die Verwandtschaft der Crew kannte keinerlei Berührungsängste. Man kam rasch ins Gespräch und tauschte sich aus. Wir waren natürlich froh, dass diese Reise trotz des wenigen Zuspruchs durchgeführt wurde. Man kann es nicht oft genug sagen, das war bei Gott nicht selbstverständlich. Das einzige, das jetzt noch störte, war dieses nasskalte Nebelwetter. Welches der Mannschaft aber nichts auszumachen schien, denn ganz selten sah man jemanden mit einer Uniformbluse. Als ich jedoch den in den Hüften schwingenden, total elastischen Kapitän Harry erblickte, der mit kurzärmligen Hemd am Kommando stand, da fühlte ich mich plötzlich uralt. Nichts mehr war hier zu merken von unserem alten DDSG- Wahlspruch. "Es friert im dicksten Winterrock, dem Schiffmann und den Hurenbock"...    

                                                          

Deggendorf  

Der Nebel lichtete sich erst kurz vor DEGGENDORF und so zeigte sich das andere Extrem. In der Stadt, die um ca. 14.00 Uhr erreicht wurde, herrschte strahlender Sonnenschein mit Temperaturen von gefühlten 35- Plus- Graden. Das hält doch der stärkste Kreislauf nicht aus. Die Landesgartenausstellung dominierte das Ufer, ein riesiges Gelände zog sich die Donau entlang. Sicherlich gab es da sehr viel zu sehen bzw. zu bestaunen. Trotzdem wurde diese Ausstellung nur von fünf Personen besucht, die am Abend mit dem Bus wieder nach REGENSBURG zurückgebracht wurden. Alles gut abgeklärt und toll organisiert von Frau V., die weiterhin alles fest im Griff hatte. Wir eigentlich nicht, denn wir wussten nicht von wo wir am nächsten Tag abfahren würden. "Hier vom Ponton, an dem wir jetzt stehen", klärte uns Wolfgang auf. "Um 09.00 Uhr geht es los". Auf die Frage meiner Gattin wann wir denn morgen zusteigen könnten, erhielt sie die Auskunft: "Um 08.30 Uhr können sie schon an Bord gehen". Während nun einige Passagiere am Schiff blieben um den Schiffskorso mitzuerleben, suchten wir unser Hotel auf. Wir hatten großes Glück, es befand sich nur einige Schritte von der Anlegestelle entfernt. Nachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten, erkundeten wir die Altstadt. Hier konnten wir das neue, aufstrebende DEGGENDORF bewundern. Überall war Blumenschmuck, in den Cafe`s pulsierte das pralle Leben. Pantomimen gaben an Straßenecken ihre Kunst zum Besten und unterhielten so ihr Publikum. Doch aufgrund der großen Hitze beschlossen wir schon bald wieder ins Hotel zurückzukehren. Wo wir dann auf weitere Aktivitäten verzichteten, waren wir doch von dem langen Tag so ziemlich geschlaucht. Mit einem Enten- Vögel- Konzert von der nahe gelegenen Gartenausstellung im Ohr schliefen wir auch sofort ein.     

                                        

                                         

          2). Mit der MS "Freudenau" von DEGGENDORF nach REGENSBURG

 

Wo ist das Schiff?

Ohne Frühstück ging es dann am nächsten Morgen zur Anlegstelle. Immer der Meinung, am Schiff doch einen Kaffee und etwas Essbares zu bekommen. Aber schon von Weiten sahen wir, dass sich die "Freudenau" nicht an dem angegebenen Ponton befand. Die Türen zum eisernen Ponton standen zwar offen, die Anlegestelle selbst war aber verwaist. Nachdem wir uns davon überzeugt hatten, dass das Schiff auch nicht untergegangen war (es befanden sich keinerlei Spuren dort), konnte es nur sein, dass sie woanders genächtigt hatten. Da es aber schon auf 09.00 Uhr zuging und von der "Freudenau" immer noch nichts zu sehen war, richteten wir uns auf eine längere Wartezeit ein. Immer überschattet von der Frage: "Die werden doch nicht ohne uns abgefahren sein?" Kurz vor 09.30 Uhr tauchte dann das ehemalige DDSG- Zugschiff am Fluss auf, um fast majestätisch zum Anlegeponton zu gleiten. Unter den ruhigen, altbewährten Händen der beiden Kapitäne, die deutlich am Kommando auszumachen waren. Auch Frau Maria befand sich an Bord, für die wir uns ja einen kleinen Gag ausgedacht hatten. Es war schon irgendwie beruhigend Schiff und Mannschaft zu sehen. Wir hatten also doch nicht den Abfahrtszeitpunkt versäumt und ersparten uns so die Rückreise mit der Eisenbahn. Gefühlvoll wurde angelegt, wo wir endlich an Bord gehen konnten. Dabei entspannte sich folgender, nicht ernst gemeinter Dialog, zwischen Wolfgang und meiner Gattin. Gattin: "Als ich heute um 08.30 Uhr an Bord gehen wollte, wäre ich fast ins Wasser gefallen". Wolfgang: "Warum denn das?" Gattin: "Es war kein Schiff da"...  

                                             

                                                                                   Wo ist das Schiff hin verschwunden? Keine Angst, es taucht ja schon auf

Polizei an Bord 

Zwei der gestrigen Fahrgäste befanden sich bereits an Bord. Der ehemalige Hochsee- Fahrer aus deutschen Landen hatte sogar auf dem Schiff genächtigt. "Ich wollte unbedingt das einzigartige Flair hier genießen", erklärte er uns, womit er zweifellos Recht hatte. das wäre sicherlich auch für uns interessant gewesen. Ganz besonders für mich. Aber ich hätte mich da sicherlich nicht getraut dieses Ansinnen unserem Kapitän Harry Hirsch zur Kenntnis zu bringen. Herr Wolfgang war auch nicht untätig gewesen, es gab bereits Kaffee und Kuchen. Da ein Schiffskorso unter Beteiligung der "Freudenau" stattfinden sollte, wurde die Abfahrtszeit so gegen 10.00 Uhr angegeben. Vorher kam noch eine Abordnung der Deggendorfer Wasserschutzpolizei aufs Schiff. Alles überaus freundliche, wohlgenährte Bayern, die hier Fotos für einen ihrer Mitarbeiter machen wollten. Schließlich bot sich das Museumsschiff geradezu als ideale Kulisse an. Diese Bilder sollten einem Polizeibeamten, der heute heiraten würde, zum Geschenk gemacht werden. Bald schon wimmelte es an Bord von marineblauen Uniformen und unter Miteinbeziehung jeglicher Posen wurden auch Fotos mit der Besatzung gemacht. Nachdem dies alles geschehen war, verließen  die überaus sympathisch wirkenden Ordnungshüter unter vielen Höflichkeitsfloskeln wieder das Schiff.     

                                                       

Humorig  

Da bis zur Abfahrt noch etwas Zeit blieb, vertrieb man sich diese durch Erzählen von lustigen Geschichten aus dem Schiffsalltag. Wobei ich die Episode von den "gaggerlgelben Treppen" (Schiffsplanken wurden in Ermangelung der richtigen Farbe in Signalgelb gestrichen. Siehe "Donausteine" -Seite 135), erzählte. Worauf der Kapitän schlagfertig und witzig konterte: "Da muss ich ja schnell unser Farbmagazin zusperren". Aber auch die nächste Geschichte passte da so richtig dazu. Da wir bemerkten, dass Frau Maria auf den letzten Reisen immer ohne Seilhandschuhe gearbeitet hatte, überreichten wir ihr dieses Mal ein Paar dieser Handschuhe. Was uns aber gar nicht aufgefallen war, war, dass diese Handschuhe einen gelben Signalstreifen aufwiesen. Großes Gelächter als uns der Kapitän darauf hinwies: "Und schon wieder die gelbe Farbe". Außerdem erwies sich der Kapitänsoldy zusammen mit Herrn Heribert wieder einmal als die Gralshüter des Vereins. Sie erklärten uns, dass sie sich auch für das Rostklopfen am Schiff nicht zu schade wären. Alle Achtung, das nennt man in der Aufgabe aufgehen.  

Schiffskorso  

Knapp vor 10.00 Uhr wurde es dann ernst und der Schiffskorso begann. Vor uns fuhr das Deggendorfer Polizeiboot mit Blaulicht, hinter uns folgte der Konvoi der kleinen Motorboote. Entlang der Gartenausstellung, die bereits zu dieser frühen Zeit recht gut besucht war, zogen wir unserer Kreise stromaufwärts. Man hatte wirklich keine Kosten und Mühen gescheut am Ufer eine tolle Anlage hinzubauen. Strandkörbe waren aufgestellt, in Liegestühlen konnte man sich ausruhen und als wir vorbeifuhren wurde uns sogar noch ein eigens Ständchen dargebracht. Hervorragend dirigiert vom vorher auch an Bord gewesenen Chef der Weißkappen. Unter lauter Abgabe von Signaltönen zog der Donauveteran mit halber Kraft seine Bahn. Mit solcher Lautstärke, die uns schmerzhaft zusammenzucken ließ. Nur Herrn Wolfgang schien das nicht zu stören. Worauf meine Gattin abermals scherzhaft zu ihm meinte. "Siehst du, da ist es wiederum gut, wenn man nicht so gut hört"...  

                                             

Das Schiff gehört uns  

In METTEN klinkten wir uns dann aus und konnten mit Verspätung endlich richtig die Bergfahrt aufnehmen. Da in Deggendorf noch zwei deutsche Fahrgäste eingestiegen waren, befanden sich insgesamt nur 6 Passagiere an Bord. Ein Umstand, den ich unheimlich toll fand. Die Sonne schien und man hatte nun genügend Zeit sich intensiver mit der Mannschaft zu befassen. Da Gattin und Familienmitglieder der Crew bereits gestern in Deggendorf ausgestiegen waren, hatte man nun genügend Zeit zum Plaudern. So freuten wir uns etwas mehr über den II. Kapitän zu erfahren, der sich als sehr kompetenter, loyaler, freundlicher, sympathischer Mitarbeiter entpuppte. Überaus freundlich und zuvorkommend gestattete er uns Einblicke in sein Leben zu nehmen. Besonders nett fand ich auch die Erklärungen Herrn Herberts mich in Streckenkunde zu unterrichten. Ich, als langjähriger Russland- Fahrer war ja hier auf der bayerischen Donau ein blutiger Laie. Überhaupt fiel auf mit wie viel Herzlichkeit hier zu Werke gegangen wurde. So, als würden all diese alten Recken mit dem Schiff und überhaupt mit der Donau verwachsen sein.   

                                                                    

Lebensader Donau? 

Was wieder auffiel, das war der eigentlich gar nicht vorhandene Schiffsverkehr. Welches wohl jeden gestandenen Schiffmann traurig stimmte. Waren noch vor einigen Jahren DDSG-Schiffe fast täglich von LINZ nach REGENSBURG unterwegs, war jetzt sozusagen "Tote Hose". Nicht einmal vor den Schleusen waren einige Frachtschiffe zu sehen. An den beiden Tagen die wir unterwegs waren, haben wir genau vier Schiffe, von denen eines ein "Kreuzfahrer" war, passiert. Welches dem Kapitän dazu ermunterte jede Schiffsbegegnung per Außenlautsprecher anzusagen. Viel hatte er ja nicht zu tun - bei diesem Schiffsverkehr. Klar, es ist eine andere Zeit und natürlich hat sich vieles am Strom geändert, aber trotzdem verstehe ich nicht, warum die Wasserstraße Donau nicht stärker frequentiert wird. Natürlich sind auch die ständig wechselnden Wasserstände sowie die vielen Schleusen große Hindernisse. Aber durch den Rhein- Main- Donau - Kanal hat man doch eine durchgehende Verbindung geschaffen. Was aber immer mehr wird, ist die große Anzahl der Fluss- Kreuzfahrtsschiffe, immer protziger und mit einer Wahnsinnslänge gebaut. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass da alle ein gutes Geschäft machen.  

                                                                   

Geisterschleusen 

"Nach der Schleuse GEISLING (Stromkilometer 2254) gibt es etwas zu essen", verkündete Wolfgang lautstark, als wir so gegen 13.30 Uhr aus der Schleusenkammer ausfuhren. Er hatte sich an diesem Tag wohl selbst übertroffen. Es gab eine tolle Gulaschsuppe, die kompetent von Herrn Heribert aus einem Topf geschöpft wurde. Es schmeckte wirklich ausgezeichnet und wer wollte, der konnte sich sogar noch einen Nachschlag holen. Genauso wie die Schleuse GEISLING war auch die Schleusenanlage in STRAUBING (Stromkilometer 2335) unbesetzt. Sozusagen eine Geisterschleuse. Es gab nur einen Schleusenwärter, der für alle Schleusen auf dem oberen Streckenabschnitt verantwortlich war. So wurde es mir zumindest erzählt, die Richtigkeit dieser Behauptung kann ich nicht antreten. Auch in Österreich wollte man solches inszenieren, was sich aber Gott sei Dank bis heute noch nicht durchgesetzt hat. 

                                                                 

Regenguss zum Schluss  

Regensburg wurde, trotz verspäteter Abfahrt in Deggendorf trotzdem so gegen 17.00 Uhr erreicht. Kurz davor gab es noch einen Regenguss, der sich gewaschen hatte (Im wahrsten Sinne des Wortes). Diesmal wurde nicht beim WILLI, sondern gleich am Standardponton bei der "Wurschtkuchl" angelegt. Vorbei ging es an den Kreuzfahrtsschiffen, die hier paarweise am Kai lagen. Ja, von hier lässt sich schon vortrefflich eine Donaureise starten. Nach dem ausgezeichneten Anlegemanöver kam auch noch der Herr Kurator des Vereins an Bord. Er hatte auf dem zweiten Museumsschiff auf die Ankunft der "Freudenau" gewartet. Nach der herzlichen Verabschiedung durch die Crew verließen wir langsamen Schrittes die heimelige Örtlichkeit. Mit etwas Wehmut im Blick sahen wir noch einmal auf die "Freudenau" hinunter. Aber solange es noch solche Leute gibt, die man durchaus als echte Donauschiffer bezeichnen kann, dann ist mir um die Schifffahrt und ganz besonders um die Museumsschiffe nicht bange.  

                                             

                                                                                         

 

 

 

 

 

                                          Saison 2015

 

 02.März   Besuch der Studios bei TVA - Fernsehen für Ostbayern. Beginn 14: 30 Uhr, Hermann- KÖHL- Straße 3, Regensburg. Freier Eintritt- Spenden willkommen.
 19. März   Führung durch die Schottenkirche St. Jakob. Beginn 16.00 Uhr, Portal Jakobstraße 3, 93047 Regensburg. Eintritt/Führung: 5.€ pro Person. Anmeldung erforderlich.
 09. April   1. Ausstellungseröffnung 2015 im Brückturm. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Jahresthema 2015: Pilsen. Mit dem Schiff von Regensburg nach Pilsen- die 1917 geplante Kanalstrecke von Bayern nach   Böhmen. Einführung Rainer EHM. Beginn 19.00 Uhr- Brückturm. Freier Eintritt - Spenden willkommen..
 11. April   Saisoneröffnungsfahrt mit dem Museumsschiff FREUDENAU in Richtung Bach/Donau. (Dauer 3 Stunden). Abfahrten 10.00 Uhr und 14.00 Uhr. Anleger WILLI. Fahrpreis 18 €
  01. Mai   Traditionelles Frühlingsfest an Bord des Museumsschiffes RUTHOF. Musikalische Begleitung: GEBRÜDER PFUNDNER. Beginn 11.00 Uhr. Eintritt für Mitglieder und ihre Angehörigen frei. Kostenpauschale für Speisen und Getränke wird erhoben.
  06. Juni   Ausflugsfahrt mit dem Museumsschiff FREUDENAU nach Kelheim mit ca. 2,5 stündigem Aufenthalt. Abfahrt 09.30 Uhr ab DULTPLATZ, Ankunft ca. 18.00 Dultplatz. Fahrpreis 29 €
  18- 23 Juni   REISE mit MZS Freudenau zur Sommersonnenwende in die Wachau. Rundreisepreis mit Übernachtung im DZ ca. 700 € pro Person. Endgültiger Reiseverlauf und endgültige Kosten folgen im April. Nähere Infos dann auch unter www.dsmr.de. Da eine Mindestbeteiligung von 35 Personen gegeben sein muss, verbindliche Anmeldung bis 31. 03.15 unbedingt erforderlich.
  23. Juli   Tagesauflug nach Pilsen- Europas Kulturhauptstadt 2015. das Besichtigungsprogramm umfasst neben dem Altstadtrundgang auch eine Brauereiführung sowie eine Einkehr zu Mittag. Abfahrt Bus 08:00 Uhr, Altes Eisstadion, Rückkehr ca. 19.00 Uhr. Busfahrt /Eintritt/ Führungen: 39 €
  21. August   Mitgliederversammlung mit Vorstandsnachwahl an Bord eines "Klinger- Schiffes". Bitte gesonderte Einladung beachten. Beginn 15 00 Uhr. Anlegestelle wird noch bekannt gegeben.
  03. Sep.   2. Ausstellungseröffnung 2015 im Brückturm. "Wasser- eine Werkauswahl von Fr. HAGNER PITTERLE. Beginn 19.00 Uhr, Brückturm, Freier Eintritt, Spenden willkommen.
  07-10 Sep.   Reise mit Raddampfer KAISER WILHELM von LAUENBURG nach DRESDEN. (Siehe Anlagen mit Reiseeinzelheiten und Veranstalter). Verbindliche Anmeldung bis 28.02. erforderlich.
  13. Sep.   Fahrt mit FREUDENAU nach Bach/Donau, bzw. Weiterfahrt mit dem Bus zum NEPAL- HIMALAJA- Pavillon in WIESENT. Abfahrt FREUDENAU 12:00 Uhr Regensburg - Werftstraße. (Aufenthalt in Bach/Wiesent bis 16.00 Uhr. bis 16.00 Uhr. Ankunft ca. 17:30 Uhr). Fahrpreis 25 € ohne Eintritt in den Pavillon. Anmeldung bis 24.08.15 erforderlich.
  03.Oktober   Saisonabschlussfahrt mit dem Museumsschiff FREUDENAU durch die Schleuse in Richtung MARIAORT. (Dauer 3 Stunden). Abfahrten 10:00 und 14.00 Uhr, Anleger WILLI. Fahrpreis 18 €
  19. Nov.   Besuch des Historischen Museums. Beginn 16.00 Uhr, Foyer, Dachauplatz 2-4, 93047 Regensburg. Freier Eintritt- Spenden willkommen.
  05. Dez.   Adventsschifffahrt. Variante 1: Mit dem Schiff zum Christkindlmarkt nach STRAUBING mit Besuch desselben. (Mit dem Schiff zurück nach Regensburg). Variante 2: Mit dem Schiff nach STRAUBING und per Bus zu den Weihnachtsmärkten am Waldwipfelweg/St. Englmar, bzw. auf den BOGENBERG. (Mit dem Bus zurück nach Regensburg). Änderungen vorbehalten, Infos folgen. Fahrpreis für Mitglieder und dessen Angehörige: 20.00 €, Gäste 25  €. Anmeldung erforderlich.